MyMz
Anzeige

Bauarbeiten

Gemeinde Bach sicher vor Hochwasser

Zwölf Jahre lang wurde am Hochwasserschutz im Landkreis Regensburg gebaut. Nun ist er fertiggestellt. Dafür gab es viel Lob.
Von Peter Luft

So sah es vor fünf Jahren beim Hochwasser in Bach aus. Schon damals waren die ersten Maßnahmen positiv spürbar. Foto: Peter Luft
So sah es vor fünf Jahren beim Hochwasser in Bach aus. Schon damals waren die ersten Maßnahmen positiv spürbar. Foto: Peter Luft

Bach.Hochwasserschutz nimmt in der Gemeinde Bach einen hohen Stellenwert ein. Bei diesem Thema ist Bach eine Vorzeigegemeinde. Den Abschluss dieser Tiefbaumaßnahme für geordneten Hochwasserschutz mit zehn Bauabschnitten in den letzten zwölf Jahren zelebrierte jetzt Bürgermeister Josef Peutler mit dem Gemeinderat in einer Feierstunde mit geladenen Gästen und Ehrengästen aus Verwaltung und Behörden vor Ort. In Augenschein genommen wurden die Maßnahmen mit Rückhaltebecken am Adersbach und am Perlbach, deren Rinnsal und Verlauf die Ortschaft Bach in Beschlag nehmen.

Das Dorf Bach hatte stets mit bedrohlichem Hochwasser zu kämpfen. Sehr beengte Verhältnisse im Ort und fehlende beziehungsweise unzureichende Schutzeinrichtungen machten eine vollwertige Lösung zum Hochwasserschutz nötig.

Eine komplizierte Aufgabe

Festakt zur Abschlussfeier zum Hochwasserschutz in Bach Foto: Peter Luft
Festakt zur Abschlussfeier zum Hochwasserschutz in Bach Foto: Peter Luft

Bei den Fluten durch den Ort beim großen Hochwasser im Jahr 2013 haben die einleitenden Maßnahmen zum Hochwasserschutz erste positive Wirkungen gezeigt. Im Einzugsbereich von Adersbach, Seitenbach und Perlenbach wurden als Schutzmaßnahmen für den Ort drei Rückhaltebecken errichtet. Zudem wurden Hochwasserschutzmauern errichtet. Bestehende Ufermauern wurden erhöht.

Mit einer Gewässerumverlegung wurden zur Binnenentwässerung bestehende Brückenbauwerke und die Bachaufweitungen bis teilweise zu einer lichten Bachbreite von drei Metern angepasst. Das Dammvolumen bei bis zu vier Meter Breite aus natürlich vorkommendem Ton mit Bodenaustausch beträgt etwa 4600 bis 14 500 Kubikmeter. Mit diesen Maßnahmen ist im Innerortsbereich der Abfluss des Wassers von 16,1 auf 7,1 Kubikmeter pro Sekunde verringert worden. So kann es ohne Schaden anzurichten abfließen.

Sehen Sie hier Bilder vom extremen Hochwasser 2013 im Landkreis Regensburg:

Das Hochwasser im Landkreis Regensburg

„Es ist eine richtige Maßnahme. Wir sehen heute den Erfolg“, sagte Landrätin Tanja Schweiger. Eingeladen waren auch die Anwohner. Bürgermeister Josef Peutler hob vor allem die Unterstützung des Fürstlichen Hauses durch kostenlose Lieferung von Erdmaterial hervor.

Zum Feierakt traf sich die Delegation am Adersbach an der Kittenrainer Straße zwischen Friedhof und Schmucksteinwerk. „Der Hochwasserschutz ist in Bach mit Beendigung des zehnten Bauabschnitts abgeschlossen. Es ist vollbracht. Den Abschluss dieses Großprojekts für unsere Gemeinde wollen wir mit einem kleinen Abschlussfest feiern“, sagte Bürgermeister und dritter VG-Vorsitzender Peutler vor den 35 geladenen Gästen. „Der Hochwasserschutz stellt in Bach eine Besonderheit dar. Der Ort musste nicht nur vor dem Hochwasser der Donau, sondern vor der Binnenentwässerung von Adersbach, Seitenbach und Perlbach aus dem 14 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet geschützt werden. Aus dem Einzugsgebiet des Fürstlichen Thiergartens vereinigen sich kurz vor dem idyllischen Dorf drei Zuflüsse, deren gesamtes Wasser aus einer Steilheit durch das enge Tal in Richtung Donau geordnet abgeleitet werden muss. Dies stellte bei Starkregen immer große Probleme für die Anwohner dar“, sagte Peutler.

Finanzen

Bach investiert in Hochwasserschutz

Die Räte geben grünes Licht für die eine halbe Million Euro teuere Maßnahme. Doch die Gemeinde rechnet mit einem Zuschuss.

Das Ingenieurbüro Kempa habe in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt dem Gemeinderat im Jahre 2003 Planungen mit Abflussmodellen vorgelegt. Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt sei schnell und unbürokratisch gelungen. „Es ist ein Musterbau geworden. Es ist ein Leuchtturmprojekt im Landkreis und weit darüber hinaus“, sagte Peutler.

Josef Feuchtgruber, Leiter und leitender Direktor im Wasserwirtschaftsamt, lobte, es gebe selten einen Bürgermeister, der so ein Projekt behutsam anpackt, es durchzieht und mit Erfolg vollendet. „Das findet man so schnell nicht wieder“, so Feuchtgruber.

„Bach ist ein Vorzeigeprojekt“

Der Bürgermeister habe sich nachhaltig um den Hochwasserschutz gekümmert. Er habe immer eine Gesamtlösung im Blick und habe sich als erste Gemeinde im Landkreis nicht mit kleinen Lösungen zufriedengegeben. Es habe alles gut geklappt. „Ich habe selten so eine gute Gemeinde erlebt“, sagte Planer Professor Rudolf Metzka.

„Bach ist ein Vorzeigeprojekt. Möge es hierzu viele Nachahmer geben“, sagte die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer (CSU).

Landrätin Tanja Schweiger sagte: „Ich konnte das Projekt Bach schon als Landtagsabgeordnete begleiten. Ich war damals schon begeistert. Es ist eine wichtige Maßnahme mit unglaublichem Aufwand. Die Gemeinde hat auch Geld in die Hand genommen. Ich freue mich.“

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht