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Umwelt

Geschenkt: 6300 Quadratmeter Natur

Bund Naturschutz darf sich über ein riesiges Päsent freuen. Die Magerrasenflächen sind ein Geschenk, das viel Arbeit macht.
Von Heinz Klein

Hans Lengdobler, stellvertretenden Vorsitzender der BN-Kreisgruppe (rechts), bedankt sich bei Dr. Peter Hübner. Foto: Heinz Klein
Hans Lengdobler, stellvertretenden Vorsitzender der BN-Kreisgruppe (rechts), bedankt sich bei Dr. Peter Hübner. Foto: Heinz Klein

Bach.Normalerweise werden Geschenke ja gerne in Geschenkpapier gepackt. Doch das geht bei diesem Präsent nicht, denn 6300 Quadratmeter Land kann man schlecht einpacken, wenn man nicht Christo heißt und schon mal den Reichstag eingepackt hat. Statt Geschenkpapier gab’s aber ein Papier vom Notar, die notarielle Beurkundung, mit der der Bund Naturschutz Eigentümer von drei Grundstücken auf den Hängen über Bach wurde.

Dort oben gab es nun an Ort und Stelle ein herzliches Dankeschön mit festem Händedruck von Hans Lengdobler, dem stellvertretenden Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe. Der Dank gilt Dr. Peter Hübner und seine beiden Brüder Winfried und Christoph. Die waren im Sommer übereingekommen, die Flächen den Naturschützern zu schenken. Peter Hübner hatte den Vorschlag gemacht und seine Brüder hatten sofort zugestimmt: „Klar, das machen wir.“

Vor dem Krieg wurde hier Wein angebaut

Im Besitz des BN sind rund 48 Hektar Biotopflächen, darunter Grundstücke auf der Donauinsel bei Mariaort. Foto: lck
Im Besitz des BN sind rund 48 Hektar Biotopflächen, darunter Grundstücke auf der Donauinsel bei Mariaort. Foto: lck

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, heißt es. Wir schauten aber doch hin. Neblig war’s, bitterkalt, ein wenig anstrengend – und schön. Nur zu Fuß kommt man etwa 250 Meter steil bergan auf diese Wiesen über Bach. Ohne Nebel muss der Blick hinunter zur Donau grandios sein. Vor dem Krieg wurde auf dem Sauberg Wein angebaut und Obst geerntet. Verwilderte Kirsch- und Zwetschgenbäume zeugen noch davon. Dazwischen haben aber längst Eichen, Feldahorn, Wildbirnen und sogar Nussbäume gewurzelt, denen die Wärme an dem Südwesthang gut tut. Flankiert von Schlehen und Hundsrosen holt sich der Wald das Land zurück.

Der Rainfarn blüht im Sommer an den Hängen über Bach. Foto: Andrea Warnecke/dpa |
Der Rainfarn blüht im Sommer an den Hängen über Bach. Foto: Andrea Warnecke/dpa |

Der Vater hat die drei Grundstücke in den 60er Jahren als Wertanlage gekauft und seinen Söhnen überschrieben, erzählt Peter Hübner, der als Internist eine Praxis in Pfreimd betreibt. „Die Grundstücke sollten einmal Bauerwartungsland werden, doch dann wurden sie Landschaftsschutzgebiet und schließlich Naturschutzgebiet.“ Baugründe werden diese FFH-Gebiete also nimmermehr.

Umso wertvoller sind sie für den Naturschutz. „Schatzkästchen“, sagt Hartmut Schmid, der mit auf den Balkon über Bach gestiegen ist. Der Gebietsbetreuer beim Landschaftspflegeverband lässt seinen fachkundigen Blick schweifen und freut sich. Auf den verbuschenden Magerrasenwiesen entdeckt er die verdorrten Stängel von Rainfarn und wilder Möhre, zupft ein wenig in dem Grasfilz und findet grüne Triebe des Echten Haarstrangs, einer Arzneipflanze aus der Familie der Doldenblütler.

Hartmut Schmid, Gebietsbetreuer beim Landschaftspflegeverband, empfiehlt Mähen oder Beweidung. Foto: Klein
Hartmut Schmid, Gebietsbetreuer beim Landschaftspflegeverband, empfiehlt Mähen oder Beweidung. Foto: Klein

Der Grasfilz muss weg, damit die Lichtkeimer wieder eine Chance haben. Vielleicht sind die Samenreserven von Thymian und Pechnelke, den verschiedenen Arten des Ehrenpreis und der Weißen Fetthenne ja noch da, hofft Hartmut Schmid. Also muss gemäht werden und das Mähgut abtransportiert werden, um die Magerwiesen auch mager zu halten.

Ein Geschenk, das Arbeit macht

Der Thymian wächst auch wild in Magerwiesen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Der Thymian wächst auch wild in Magerwiesen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Hans Lengdobler ist klar: Das ist ein Geschenk, das Arbeit macht. Man könnte die verbuschenden Wiesen aber auch beweiden. „Scharf beweiden, mit Schafen und auch Ziegen“, empfiehlt der Fachmann vom Landschaftspflegeverband. Doch die Grundstücksfläche ist zu klein, als dass es sich für einen Schäfer lohnen würde, seine Tiere hier hinauf zu treiben.

Die nun im Besitz des BN befindlichen Grundstücke machen höchstens ein Drittel der einstigen Weinberge und nun verbuschenden Magerwiesen aus. „Wenn die restlichen Eigentümer dem Vorbild der Hübner-Brüder folgen würden, wäre das natürlich wunderbar“, überlegen Hartmut Schmid und Hans Lengdobler. Peter Hübner hofft, dass seine Schenkung ansteckende Wirkung auf die anderen Grundstückseigner haben könnte. „Es waren vor allem auch Ärzte, Berufskollegen meines Vaters, die damals die Grundstücke kauften“, erinnert er sich Dr. Peter Hübner. Freilich könnten die Erben inzwischen weit über alle Lande verstreut leben. Doch beim BN gibt man die Hoffnung nicht auf. Auch wenn es mit dem Mähen Arbeit bedeutet. Doch da kann Hartmut Schmid Trost spenden. Der Landschaftspflegeverband könne da schon mithelfen, verspricht der Gebietsbetreuer.

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