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Politik

Rathaus: Umzug zum Amtszeit-Ende?

Der Bacher Bürgermeister will seine Pläne mit Änderungen im Rathaus verwirklichen. Der Sitzungssaal soll einen Stock tiefer.
von Walter Schiessl

Die Gemeinde soll vom ersten Stock in das Erdgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes ziehen. Foto: schiessl
Die Gemeinde soll vom ersten Stock in das Erdgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes ziehen. Foto: schiessl

Bach.Eigentlich hätte das Bacher Rathaus schon längst umgebaut sein sollen. Doch das Vorhaben, das eines der letzten von Bürgermeister Josef Peutler sein wird, verzögerte sich mehrfach, unter anderem wegen des Einspruchs eines ehemaligen Landratsamtsbediensteten. Jetzt steht das Vorhaben auf der Tagesordnung des Gemeinderats in seiner nächsten Sitzung. Stimmt das Gremium zu, könnte der Umbau heuer noch erfolgen.

Der Vorschlag, für den es bereits Pläne gibt, sieht eine Verlagerung der gemeindlichen Einrichtungen, die bislang im ersten Stock untergebracht sind, in das Erdgeschoss vor. Dort ist vor Monaten die Filiale der Raiffeisenbank ausgezogen, ein Geldautomat samt Kontoauszugsdrucker blieb einzig bestehen. In die dann freiwerdenden Räume soll eine Wohnung eingerichtet werden, wie Bürgermeister Josef Peutler wissen lässt. Der Amtsinhaber hofft natürlich, dass das Vorhaben nun über die Bühne gehen kann.

Das Gebäude selbst hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Errichtet wurde es wohl Anfang des 19. Jahrhunderts. In der Denkmalschutzliste ist es als „ehemaliges Schulhaus, jetzt Rathaus – dreigeschossiger Walmdachbau mit gebändertem Erdgeschoss, historistisch, um 1890“ beschrieben. Bis zur Errichtung des Neubaus der Schule wurden die Bacher Mädchen und Buben dort noch unterrichtet. Die Gemeinde hatte im Schulhaus einen kleinen Sitzungssaal und ein Amtszimmer für den Bürgermeister eingerichtet. Als die Schule dann fertiggestellt war, wurde die Raiffeisenbank in das Erdgeschoss eingemietet. Die Bank zog erst vor ein paar Jahren im Rahmen ihrer Neustrukturierung aus Bach wieder aus. Mehrere Zweigstellen wurden damals landkreisweit aufgegeben.

Hoffen auf Zustimmung

Für die Gemeinde stellte sich nach dem Auszug der Bank die Frage, was sie mit den leeren Räumen tun solle. Bürgermeister Josef Peutler (66), der 1978 erstmals in den Gemeinderat gewählt worden war, favorisierte die Verlagerung der gemeindlichen Einrichtungen „nach unten“. Der Gemeinderat hatte diese Idee im vergangenen Jahr schon mal grundsätzlich abgesegnet. In den Haushalt wurden schon mal 50 000 Euro für den bevorstehenden Umzug samt der dafür notwendigen Arbeiten eingestellt.

Doch das Vorhaben wurde zeitlich gebremst, weil ein früherer Landratsamts-Bediensteter dem Gemeinderat in diesem Zusammenhang eine „Verschwendung von Steuergeldern“ vorwarf. Der Mann hatte mehrfach in Sitzungen und auch in schriftlichen Stellungnahmen dafür plädiert, doch den Sitzungssaal im ersten Stock zu belassen und nur einen Zugang über den Kirchenumgriff an der Nordseite zu schaffen. Das wiederum ließ sich nicht verwirklichen, hielt Bürgermeister Josef Peutler schon im Sommer 2018 entgegen. Dazu hätte es auch schwieriger Verhandlungen mit der Kirche bedurft. Die Gemeinderäte wie auch die Besucher der Amtsstunden des Bürgermeisters hätten dann stets das Rathaus über das Kirchengelände betreten und auch wieder verlassen müssen.

Die Planungen aber verzögerten sich aufgrund des Streits, hatte doch die Gemeinde von einem Rechtsanwalt prüfen lassen, wie sie mit den Vorwürfen des Mannes umzugehen hätte.

Inzwischen aber hat ein Architekt die Pläne für die neuen Räume im Erdgeschoss gezeichnet. Dorthin sollte nach Josef Peutlers Vorschlag der Sitzungssaal sowie die Amtsstube des Bürgermeisters samt einiger Schränke für gemeindliche Dinge umziehen. „Ich hoffe, der Gemeinderat stimmt dem zu“, sagt Josef Peutler, der 2020 aus seinem Amt ausscheidet. Die Gerätschaften der Raiffeisenbank könnten an Ort und Stelle bleiben, versichert der Bürgermeister.

Wohnraum anbieten

Er hat in den Haushalt 2019 wieder 50 000 Euro für den Umzug einstellen lassen. Verlaufe alles nach Plan, könnte mit dem Vorhaben schon bald begonnen werden, hoffen Peutler und mit ihm viele der Bacher. Sie könnten nach Anschluss der Arbeiten das Rathaus behindertengerecht über den neune Zugang von der Hauptstraße aus oder von den Parkplätzen her betreten. Der erste Stock sollte dann nach Peutlers Willen in eine Wohnung umgebaut werden. Eine solche hat die Gemeinde bereits im darüberliegenden zweiten Stock, sagt der Bürgermeister, zu dessen letzten größeren Projekten der Umbau dann zählen könnte. Eine Gemeinde muss gerade in der heutigen Zeit bereit sein, Wohnraum anbieten zu können, weiß den auch Josef Peutler.

Absegnen müsse das Vorhaben nun der Gemeinderat, in dessen nichtöffentlichen Verhandlungs-Teil Josef Peutler das Thema hat stellen lassen. Die nächste Sitzung findet am Donnerstag, 25. April, wie gewohnt im Rathaus statt.

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