MyMz
Anzeige

Menschen

So lebt es sich als Bierkönigin

Sie ist nicht von Geburt adlig. Ihre Beliebtheit brachte ihr den Titel. Karina Brückl aus Bach ist eine besondere Regentin.
von Stefanie Kraus

Die Bierkönigin trinkt selbst am liebsten Weizen. Foto: Stefanie Kraus
Die Bierkönigin trinkt selbst am liebsten Weizen. Foto: Stefanie Kraus

Bach.Die Hoheit von heute trägt keine Krone, sondern Trachtenhut. Dazu eine rote Samtschärpe, auf der ihr Titel eingestickt ist: Oberpfälzer Bierkönigin 2018/2019. Seit Mitte April hat die 19-jährige Karina Brückl aus Bach an der Donau dieses Amt inne. Und seither jagen sich bei der Königin die Repräsentationstermine. Sogar bis nach Berlin führte sie ihre Regentschaft.

Neben Bierkönigin Karina I. wurden in der gut gefüllten Jahnhalle in Regenstauf Julia Amann, 22, Physik-Studentin aus Wörth an der Donau, und die 21-jährige Kunstgeschichte-Studentin Sophia Kirchsieper für ein Jahr auf den Bierthron gewählt.

Seitdem hat sie deswegen viel Zeit im Dirndl verbracht. Denn das ist die Robe, die einer Bierhoheit am besten steht. Sieben davon hängen bereits in ihrem Kleiderschrank und sie sei noch nicht mal ein halbes Jahr im Amt, sagt sie lachend. Doch es geht bei ihrer Tätigkeit um weit mehr, als eine gute Figur im Dirndl zu machen. Denn sie ist vor allem Repräsentantin und Aushängeschild eines großen Unternehmens.

Um das Amt zu bekommen, musste sich Karina demnach erst beweisen. 29 andere Bewerberinnen hatten es in diesem Jahr auf den begehrten Titel der Oberpfälzer Bierkönigin abgesehen. Brauereidirektor Hermann Goß und eine Jury von 30 Mitgliedern hatten im März dann einer Auswahl von 15 Bewerberinnen auf den Zahn gefühlt.

Viele Stimmen sammeln

„Die Jury hilft uns dabei, ein Bild von den Bewerberinnen zu gewinnen und die Richtige für den Titel zu finden“, sagt der Verantwortliche für Marketing und Public Relations bei Bischofshof, Thomas Neiswirth. Sie setze sich aus Geschäftspartnern und Freunden der Brauerei Bischofshof zusammen. Die Jury wählte zehn Favoritinnen aus. Danach beginnt die Votingphase, in der die Kandidatinnen möglichst viele Stimmen für sich sammeln müssen.

Viel unterwegs als Bierkönigin:

Mehr als 6000 Menschen beteiligten sich an der diesjährigen Wahl. Die Stimmen gingen über Soziale Medien und Rundschau-Postkarten ein. Erst bei den Krönungsfeierlichkeiten erfuhren die zehn verbliebenen Kandidatinnen dann, wer die Titel der Bierprinzessinnen und der Bierkönigin ergattern konnte. Die Feier fand in der Jahnhalle in Regenstauf statt. Pünktlich um 16.49 Uhr (in Anlehnung an das Gründungsjahr der Brauerei) wurde dann die Entscheidung verkündet.

Brauereidirektor Hermann Goß ist stolz auf seine Hoheiten: Bierkönigin Karina I. (Mitte) sowie die Bierprinzessinen Julia. II. (rechts) und Sophia I. (links) Foto: Wagner
Brauereidirektor Hermann Goß ist stolz auf seine Hoheiten: Bierkönigin Karina I. (Mitte) sowie die Bierprinzessinen Julia. II. (rechts) und Sophia I. (links) Foto: Wagner

„Als die beiden Bierprinzessinnen schon gekürt waren, habe ich eigentlich nicht mehr daran geglaubt, dass ich noch eine Chance habe“, erinnert sich Karina Brückl. Als der Moderator Armin Wolf dann ihren Namen ausspricht, gibt es für sie kein Halten mehr. Mit einem lauten Schrei macht sie ihrer Erleichterung und Freude Luft. „An das, was danach kam, erinnere ich mich kaum“, sagt sie lachend.

In Amt und Würden

Unzählige Fotos, erste Interviews und Glückwünsche zur gewonnenen Wahl folgten. Dann begann für Bierkönigin Karina I. sowie die Bierprinzessinnen Julia II. und Sophia I. das königliche Jahr mit der Ziehung von Gewinnerinnen und Gewinnern von 200 Litern Freibier.

Auch beim SSV Jahn Regensburg sind die Königinnen gern zu Gast:

„Nach der Krönung bin ich dann erstmal in den Urlaub gefahren, um mich von dem ganzen Stress im Vorfeld der Wahl zu erholen“, sagt sie lachend. Ihren ersten offiziellen Termin hatte sie auf dem Deutsch – Amerikanischen Volksfest in Hohenfels. Seitdem ist es ihre Aufgabe, Produkt und Brauerei bei öffentlichen Anlässen zu repräsentieren. Dazu gehören Fassanstiche bei Bier- und Volksfesten, doch auch mit Festbesuchern ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen rund um das Bischofshofener Bier sowie zu ihrem eigenen Amt zu beantworten. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Leute sich freuen, dass man da ist.“

Auch bei vielen Sportveranstaltungen sind die Hoheiten zugegen. Dazu gehören hochkarätige Events, wie die Leichtathletik- Europameisterschaft im Juli in Berlin. „Das war ein unvergessliches Erlebnis“, schwärmt die Bierkönigin. Kein Wunder, denn die Hoheiten durften vor Ort viele Größen des Sports treffen und im Olympiastadion bei den Wettkämpfen mitfiebern. „Die Hoheiten dürfen nicht leut’scheu sein und müssen auch ein Bier mögen.“ Diesen Wunsch von Brauereidirektor Hermann Goß kann die angehende Mechatronikerin Karina bestens erfüllen.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht