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Rundgang

Die Großbaustelle Barbing

Gemeinderäte besichtigten mehrere Projekte vor Ort. Ein verspäteter Bebauungsplan kommt Grundstücksbesitzer teuer zu stehen.
Von Tino Lex

Ein Teil der Gemeinderäte interessierte sich für die derzeitigen Baumaßnahmen wie hier in Barbing Süd.  Foto: Tino Lex
Ein Teil der Gemeinderäte interessierte sich für die derzeitigen Baumaßnahmen wie hier in Barbing Süd. Foto: Tino Lex

Barbing.In der Gemeinde Barbing tut sich einiges. Bei einer Ortsbegehung stellten Mitarbeiter der Verwaltung und Bürgermeister Hans Thiel zusammen mit zweiten Bürgermeister Anton Schindlbeck die Projekte vor.

Startpunkt war die Margaretenstraße, die völlig umgebaut wird – die Arbeiten sind in vollem Gange. Was viele Anwohner ärgert, ist die Bauzeit und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten. Wie Bürgermeister Hans Thiel erklärte, sei dies allerdings nicht anders zu handhaben, weil die Firmen derart gut ausgelastet seien, dass man froh sei, überhaupt jemanden zu bekommen.

Margaretenstraße wird erneuert

Die Margaretenstraße wurde vor allem im Untergrund erneuert. Leitungen für Wasser, Abwasser, Gas oder Strom, aber auch Leerrohre wurden hier neu verlegt, wenn es deren jeweiliger Zustand erforderte. An der Oberfläche soll der Bürgersteig barrierefrei werden und einige Parkbuchten dafür sorgen, dass die Straße nicht zu breit wird. Dies habe den Vorteil, dass die Autofahrer dort keine höheren Geschwindigkeiten aufnehmen könnten.

Derzeit scheint ganz Barbing eine einzige Baustelle zu sein. Foto: Tino Lex
Derzeit scheint ganz Barbing eine einzige Baustelle zu sein. Foto: Tino Lex

Zweiter Besichtigungspunkt war ein Entlastungs-Kanal, der bei starkem Regen helfen soll, schnell ansteigende Wassermassen abzuleiten. Hier sind die Arbeiten schon sehr weit fortgeschritten und man wird in naher Zukunft zum Ende kommen.

In der vergangenen Zeit sorgte das Thema Wertstoffhof auch immer wieder für Diskussionen im Barbinger Gemeinderat. „Zu groß, zu teuer und nicht im Eigentum der Gemeinde“, lauteten die Argumente der Gegner, denen auch der Standort nicht so recht passte. Bürgermeister Hans Thiel argumentierte, dass man das Grundstück angemietet habe. Auch die Halle sei so konstruiert, dass man sie bei Bedarf abbauen und an anderer Stelle wieder aufbauen könne. „Das Landratsamt Regensburg war hier bei der Planung sehr stark eingebunden. Wir wurde darauf hingewiesen, dass es möglicherweise in 15 bis 20 Jahren ein anderes Entsorgungskonzept gebe und wir uns deshalb nicht auf eine starre Form des Wertstoffhofes versteifen sollten“, erläuterte der Rathauschef.

Das Baugebiet Barbing Süd sollte die nächste Station sein. Am Vortag der Besichtigung wurde das Gelände für die Baumaßnahmen freigegeben, noch am selben Tag rückten die ersten Bagger an und hoben das Erdreich aus. „Als ich in München beim Verwaltungsgericht war und mir die Erklärung der Richterin zum Thema Kosten für den Lärmschutz anhören musste, hätte ich in die Tischkante beißen können“, machte Bürgermeister Hans Thiel seinem Frust Luft. Hätte es die Gemeinde geschafft, 14 Tage eher den Bebauungsplan einzureichen, hätte sie sich knapp eine Million Euro, die für den Bau des Lärmschutzes veranschlagt sind, gespart. Denn die Autobahndirektion hatte ihren Plan zwei Wochen vorher eingereicht. Das Baugebiet Barbing Süd habe sich durch die vielen teilweise doppelten Einwände verschiedenster Bürger derart verzögert, dass man hier zu spät dran war. Die Zeche zahlen die Grundstücksbesitzer. Die Kosten für den Lärmschutz wurden auf sie umgelegt.

Die Umstände erklären

„Das müssen wir unseren Bürgern auch mal erklären, dass es nicht an uns lag.“ Die Verwaltung habe alles getan, aber es scheiterte an den Verhinderern, betonte Thiel. FW-Gemeinderat Gerhard Böhm fühlte sich angesprochen und erwiderte, dass seine Fraktion gerne ein kleineres Baugebiet gehabt hätte. Wie man nun sehe, sei der Verkauf der Grundstücke sehr schleppend verlaufen. Dies bekräftige das Handeln seiner Fraktion. Dem entgegen setzte Bürgermeister Hans Thiel, dass man alles verkauft habe. „Wir behalten uns Grundstücke vor, wie im Bereich des Kindergartens.“

Nach der zweistündigen Begehung mündete die Besichtigungstour im Rathaus, wo die Bauarbeiten für die Barrierefreiheit sowie für die einzelnen Zimmer im zweiten Stock zügig vorangehen. Wenn alles nach Plan laufe, werde man bis Ende des Jahres fertig. Doch das alte Gebäude berge auch immer wieder Überraschungen.

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