MyMz
Anzeige

Ärger

Testphase für Hundekoteimer in Barbing

Die Beutel werden gefüllt, aber nicht entsorgt. Das soll sich nun ändern – was aber auf Kosten des Wertstoffhofes geht.
Von Tino Lex

Viele Besitzer kümmern sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner. Foto: Tino Lex
Viele Besitzer kümmern sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner. Foto: Tino Lex

Barbing.Seit im vergangenen Jahr beschlossen wurde, Hundekotbeutel im Rathaus auszugeben, hat sich ein Problem verschärft. Die Hundebesitzer wickelten zwar die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner in die dafür vorgesehenen Plastikbeutel, ließen diese aber – für alle Gemeinderäte völlig unverständlich – an Ort und Stelle liegen. Grund: Sie waren zu bequem oder es war ihnen zu umständlich, die Beutelchen mit nach Hause zu nehmen und zu entsorgen, denn in Barbing gibt es keine Abfallbehälter mehr, in denen man die gefüllten Kotbeutel entsorgen könnte.

Vor Jahren wurden diese Behälter abmontiert, weil sehr viele Zeitgenossen alles mögliche in diesen Behältern entsorgten. Sehr zum Ärger von rund 300 Bürgerinnen und Bürger, die Unterschriften sammelten, mit denen sie forderten, dass die Mülleimer wieder aufgestellt werden.

„Ich kann nicht verstehen, warum man den Kot seines Hundes zwar in Beutel packt, diesen dann aber am Straßenrand liegen lässt. Das grenzt an Vandalismus“, ärgerte sich der Sarchinger CSU-Gemeinderat Daniel Höchstetter. Sein Parteikollege Stefan Walig meinte, dass die Ausgabe der Hundekotbeutel in der Gemeinde vor Jahresfrist gar eine große Fehlentscheidung gewesen sei. „Das wäre das gleiche, als wenn Eltern ihre Kinder auf Wegen und Fluren wickeln und die Windel dann liegen lassen“, zeigte sich Walig erbost. Viele der Gemeinderäte wollten nicht, dass eigens für diesen Zweck Papierkörbe für Hundekotbeutel installiert werden.

An drei Orten wird aufgestellt

„Wir machen das jetzt für eine Testphase von drei Monaten an drei Punkten im Gemeindegebiet. Das wird am Sportplatz, am Hölzl sowie am Häckselplatz sein“, so Bürgermeister Hans Thiel. Er sieht, sollte man das flächen deckend machen, ein viel größeres Problem: „Dann müssten wir wohl an 60 bis 70 Stellen im Gemeindegebiet solche Behälter aufstellen.“ Doch wer soll diese dann zwei bis dreimal die Woche leeren? Die Mitarbeiter des Wertstoffhofes seien bereits derart gut ausgelastet, dass dies nur durch Neueinstellungen zu bewerkstelligen wäre. Von der Erschwernis wegen Geruchsbelästigung für die Mitarbeiter ganz zu schweigen. Man stelle sich eine derartige Arbeit bei Temperaturen im Sommer um die 30 Grad vor. Bauhofleiter Sigi Gehringer, der zu den Zuhörern im Sitzungssaal gehörte, verdrehte nach dem Beschluss des Gemeinderats die Augen.

Es gab aber nicht nur unangenehme Themen auf der Agenda, auch einige Bauvoranfragen und Bauanträge gab es zu bearbeiten. Einen Kompromiss fand der Gemeinderat in einem anderen Fall: Der Bauherr will in Sarching an seinem Grundstücksende eine ein Meter hohe Mauer aus verschiedenen Steinen bauen. Dem wurde nicht entsprochen. „Mauern gibt‘s dort im Bebauungsplan nicht“, wusste FW-Rat Gerhard Böhm. CSU-Rat und zweiter Bürgermeister Anton Schindlbeck meinte, man könne doch ein Drittel der 30 Meter langen Mauer genehmigen. Ob dies dem Bauherrn wirklich hilft, sei dahin gestellt.

Einig war man sich dann wiederum bei der Genehmigung einer Überfahrt und Schrankenanlage in Barbing, Bischof-Sailer-Straße, hier befinden sich zwei Einkaufsmärkte. Bislang musste man nämlich immer über die Straße fahren, um von einem zum anderen Markt zu gelangen. Wenn die Überfahrt fertig ist, kann man direkt zum anderen Markt fahren ohne die Straße nutzen zu müssen – eine spürbare Verkehrsentlastung, wie die Räte einstimmig meinten.

Ärger in der Frühlingsstraße

Unter dem Thema Verschiedenes monierte SPD-Rat Fred Fuxen, dass die Bauarbeiten, die derzeit in der Frühlingsstraße im Gange seien, sowohl den Verkehr als auch den Fußgängerverkehr völlig zum Erliegen bringen. „Die gesamte Straße ist aufgerissen und mit Schotter zugeschüttet. Man kommt nicht mehr von A nach B. Die Anlieger sind ziemlich erbost“, so Fuxen. Thiel entgegnete, dass die Baufirmen versprochen hätten, dies so schnell wie möglich zu beseitigen. Momentan gleiche Barbing wegen der Installation von Fernwärmeleitungen einer Großbaustelle.

Wohnraum

  • Häuser:

    Streitpunkt im Gemeinderat war einmal mehr die Errichtung zweier Häuser mit je sechs Wohneinheiten in Barbing Süd auf einem Grundstück. Vom einstigen Vorhaben neun und sechs Wohneinheiten zu bauen, wurde abgerückt. Jetzt sollen es zwei Mal sechs Wohneinheiten werden. „Zuviel“ sagt die FW Fraktion.

  • Abstimmung:

    Mit den Stimmen der CSU und SPD wurde dieses Vorhaben dennoch genehmigt, mit elf zu sieben Stimmen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht