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BARBING

Unterschriften für Abfalleimer gesammelt

Hundebesitzer packen den Kot ihrer Vierbeiner in Plastiktüten und werfen diese in die Barbinger Landschaft.

Die 300 Unterschriften wurden dem Bürgermeister übergeben. Foto: Dr. Matthias Kampmann
Die 300 Unterschriften wurden dem Bürgermeister übergeben. Foto: Dr. Matthias Kampmann

BARBING.Am Wegesrand ragen sie bunt aus dem Grün oder markieren Farbflecken auf den Äckern von Barbing. Diese „Blüten“ hinterlassen Hundebesitzer, wenn sie den Kot ihrer Tiere nicht im eigenen Mistkübel entsorgen wollen. Sorgsam verpacken sie den Dreck in Plastiktüten und werfen die verknoteten Beutel in die Landschaft. Das erweckt den Unmut vieler Bürger der Gemeinde. Die Hundebesitzerinnen Heidi Seitz, Elisabeth Männer und Christa Engelbrecht sammelten daraufhin über 300 Unterschriften für die Installation von Hundekot-Abfalleimern. Am Mittwoch überreichten sie die Listen an Bürgermeister Johann Thiel. „Ich begrüße das Engagement und trage den Bürgerwunsch in den Gemeinderat“, kommentierte Thiel.

Die Listen wurden Mitte März im Einzelhandel der Gemeinde ausgehängt. Auf Facebook diskutierten nicht nur die Anwohner die Initiative kontrovers. Kein Wunder, stellt Barbing doch eine Ausnahme dar: Es gibt weit und breit keinen öffentlichen Papierkorb auf dem Gebiet der Gemeinde. „Die Müllkörbe haben wir demontiert, weil die Anwohner ihren Hausmüll darin entsorgten“, erläutert Thiel. Das habe in der Vergangenheit einen zu hohen Aufwand für die Mitarbeiter des Wertstoffhofs verursacht.

Dass die Gemeinde den Hundebesitzern seit gut einem Jahr kostenlose Kotbeutel zur Verfügung stelle, erscheint manchem Bürger nur wie eine nette Geste. Und die Gemeindemitglieder mit Hund seien nur ein Teil des Problems. „Wenn die vollen Beutel auf den Feldern landen, hängen sie in den Maschinen der Landwirte“, beschreibt Heidi Seitz, die mit ihrer Familie Flächen bewirtschaftet.

Vor anderthalb Jahren hätten Bürger damit begonnen, das Thema vor der Gemeinde anzusprechen. Getan habe sich nichts. Daher ergriffen die verantwortungsbewussten Hundebesitzerinnen die Initiative und sammelten Unterschriften.

Seitz wundert sich: „Warum funktioniert das Aufstellen und regelmäßige Leeren von Abfallbehältern etwa in Neutraubling?“ Auf ihre Anfrage hin berichtete die Verwaltung, man habe positive Erfahrungen mit den Hundekot-Behältern gemacht.

Das Problem mit dem Müll hat viele Facetten. Hundebesitzer wollen wissen, was mit ihren Steuern passiert. Da wäre der Einsatz dieser Mittel für entsprechende Mülleimer ein sichtbarer Beleg. Außerdem kommen nach Barbing viele Spaziergänger mit ihren Hunden aus Regensburg oder Neutraubling. Die einfachste Lösung wäre auf den Fall: Wer Beutel benutzt, sollte sie in die eigene Mülltonne daheim werfen, egal wo er wohnt. Das wäre die kostengünstigste Variante für eine saubere Gemeinde.

Bürgermeister Thiel zeigte sich der Forderung gegenüber dennoch aufgeschlossen und denkt darüber nach, an mehreren Stellen zunächst probeweise Kot-Mülleimer zu postieren. Allerdings seien die Kosten nicht zu unterschätzen. Barbing besteht als Flächengemeinde aus acht Ortschaften, und jede müsse dann berücksichtigt werden.

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