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Narrenzeit

34 Nummern ziehen durch Beratzhausen

Ein kunterbuntes Maschkaravolk erfreut mehrere Tausend Zuschauer. Die Gemeindepolitik wird dabei kräftig aufs Korn genommen.
Von Ingrid Kroboth, MZ

  • Die Schneefrauen und -männer der Mutter-Kind-Gruppe hatten Frau Holle dabei – zum Schneien. Fotos: Beate Popp
  • Bürgermeister Konrad Meier als Pater mit seiner Nonne
  • Eineinhalb Stunden lang zogen die Maschkerer durch den Ort, unter ihnen auch die Kirwamoidla von Oberpfraundorf.
  • „Selbst gekauft in Hemau“, versicherten die in Schokoriegel gehüllten Zumba-Frauen.

Beratzhausen. Wem beim Faschingszug am Samstag in Beratzhausen nicht warm geworden ist, der hat irgendetwas falsch gemacht. Da brauchte es keine Sonne, da störten nicht die leichten Minustemperaturen, und schon gar nicht der Hochnebel. Die Marktgemeinde strahlte bei ihrer zweiten Auflage des reanimierten Gaudiwurms für sich selbst, strotzte vor Selbstbewusstsein, katapultierte sich zur „Faschings-Hochburg“ im westlichen Landkreis.

Dazu hatten 34 Zugnummern beigetragen, die an tausenden Zuschauern in eineinhalb Stunden vorbeizogen. Moderator Herbert Gabriel schätzt sogar „locker 7000 Leute“ am Straßenrand – mitten drin Bürgermeister Konrad Meier als Pater mit seiner Nonne.

An der Spitze wieder die Feuerwehr

Die Böllerschützen gaben erstmals das Startzeichen für die schon ungeduldig, laut feiernd am Volksfestplatz wartenden Akteure. An der Spitze wieder die Feuerwehr, dahinter die Blaskapelle Beratzhausen als kunterbuntes Maschkaravolk. „Platz da“, forderte Herbert Gabriel die Zuschauer auf, damit die Garden der Prinzenpaare aus Beratzhausen, Hemau und Hohenfels ihre Tänze zeigen konnten.

Mit Rauch und Dampf zogen die Faschingsfreunde mit ihrem Dschungelcamp durch die Gassen. Die Rechberger luden zum Après-Ski und die Schneefrauen und -männer der Mutter-Kind-Gruppe hatten Frau Holle dabei – zum Schneien. Der Skiclub ging mit seinen Haserl und Affen auf Safari. Die Tunnel-Initiative aus Oberndorf würde gerne einen „Treppenboy“ einstellen und verteilte Gutscheine für eine Gemeinderat-Autowäsche.

„Selbst gekauft in Hemau“

Scharf schossen die Mitterkreither bei ihrem Luftangriff gegen die EU-Agrar-Bürokratie. Der Bund Naturschutz schickte kunterbunte Paradiesvögel auf die Piste, und der Trachtenverein ließ Jim Knopfs Marionetten tanzen. „Selbst gekauft in Hemau“, versicherten die in Schokoriegel gehüllten Zumba-Frauen. Aus dem Kindergarten-St. Nikolaus kamen Grufti-Zauberer und Spinnen, und der Kolping-Spielmannszug feierte schon mal die 1149-Jahre Beratzhausen, denn „wer weiß was kommt“. Eine Augenweide bildete die Pfrauen-Power im blau-grünen Feder-Tüll. Der Moidla- und Buschenverein Mausheim kam mit Rotkäppchen, Hexen und Zwergen aus dem Zauberwald, dicht gefolgt von den bunten „Gummibären“ des TSV. Die Beratzilianischen Vodoo-Weiber hatten die Markträte überm Leiterwagerl aufgereiht. Und die Blaskapelle Pfraundorf ließ seinen Schlagzeuger per Hebebühne schweben: „Oh wie ist das schön …“. Die Dorfgemeinschaft und Kirwamoidla zogen mit Rathaus, Klo-Häusl und Kläranlage durch die Straßen, denn „Pfraundorf sch….t jetzt nach Beratzhausen!“. Die Zehentbergler&Co gaben „Vollgas bis zur Bahnunterführung“, während das Garagenteam vor Einbrechern warnte, „während sie das hier lesen“.

Ein ganzes Rudel Wölfe

Die Dschungeltiere feierten unter Palmen und der Stammtisch Schernried schickte hinter Rotkäppchen ein ganzes Rudel Wölfe her. Der Tischtennisverein setzte für „Konrad den Baumeister“ eine niedliche Goldmarie auf die Kloschüssel. Angeführt von den Mächten der Unterwelt zogen die Stoapfälzer Schenklklopfer zum Schuhplatteln durch den Ort. Die Schotter-Scheichs hatten ihr Kamel mitgebracht, und der Holpertinger Theaterverein wählte „eine ganz heiße Nummer“. Hinter Luggis Modellflugzeug hatten sich die #Gallier aus Schwarzenthonhausen, dem „Dorf der Unbeugsamen“ aufgebaut, um für „Julius Meier“ einen Zaubertrunk zu brauen.

Nach eineinhalb Stunden zog der letzte Wagen durch den Markt, hinauf zur Schule, wo sich Akteure und Zuschauer in geselligem Gewusel mischten – zur Faschingsparty mit der Showband „Donnaweda“.

Zitate aus dem Zug

„Unsere Aussätzigen aus Oberndorf, hamma an Hemau verkauft.“ – „Es wird geredet und geprüft in diesem (Rat-)Haus, aber kein Kanalbescheid geht raus.“ – „In der Beratzhausener Kläranlage sprudelt jetzt auch Pfraundorfer Geld“. – „Lieber geil als Geusch.“ – „Robert du bis der Hammer.“

Faschingszug in Beratzhausen

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