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Belastung der Laber verärgert Fischer

Beim Ausbaggern des Flüsschens wurde teils stark belastetes Material festgestellt. Pexmühler Brunnen vermindern den Abfluss.
Von Ingrid Kroboth, MZ

  • Als „ökologische Ausgleichsmaßnahme“ wurde die Laber in mehreren Bereichen ausgebaggert. Fotos: Pöppl
  • Ausgebaggertes, belastetes Sediment

Beratzhausen. Die „Öffentliche Fischerei-Genossenschaft Schwarze Laaber“ vertritt die Interessen der vielen Fischereirechts-Inhaber an dem kleinen Fluss von der Quelle in Laaber bei Pilsach bis zur Mündung in die Donau bei Sinzing. Jüngst trafen sich die Mitglieder zur Jahresversammlung im Gasthaus „Hammermühle“ und hatten gleich mehrere kritische Punkte auf der Tagesordnung.

Vorsitzender Wolf-Dieter Pradl aus Pentling informierte über Auswirkungen von zwei Pexmühler Brunnen, die den Laber-Abfluss nach Schätzung der Fischer um fünf Prozent reduzierten, was zur zusätzlichen Verschlammung des Gewässers führe. Doch die zuständigen Behörden stünden hier nicht auf Seiten der Angler und gingen nur von „zulässigen“ drei Prozent Abfluss-Reduzierung aus. Hans Fritsche aus Laaber regte an, beim Wasserwirtschaftsamt eine Ausgleichszahlung – sozusagen als „Wermutstropfen“ – einzufordern. Denn Geld könnte die Genossenschaft allemal gebrauchen, wenn die ökologischen Verbesserungsarbeiten im Flusslauf fortgeführt würden.

Von Kraut und Müll befreit

Im vergangenen Jahr hatte die Firma Ostwind als „ökologische Ausgleichsmaßnahme“ für ihre Windkraftanlagen die Laber in mehreren Bereichen von Schönhofen bis Beratzhausen ausgebaggert, von Kraut und Müll befreit. Bodenwellen wurden geschaffen, Kies und Schotter eingebaut, das Flussbett aufgelockert, kleine Tümpel angelegt, Altwasser instandgesetzt und die Ufer zum Rückhalt bei Hochwasser abgeflacht. Stellvertretender Genossenschafts-Vorsitzender Alexander Pöppl wies neben den positiven Ergebnissen auch auf die negativen Erkenntnisse aus diesen Arbeiten hin. Denn im Flusslauf zwischen Laaber und Deuerling hätten Sedimentproben an verschiedenen Stellen deutliche Schadstoff-Belastungen ergeben. Das Sediment unterhalb der Spitalmühle habe sogar als Z2-Sondermüll entsorgt werden müssen. Die Schadstoffe stammten vermutlich aus Gülle auf den Feldern und Industrieabfällen, wie Farblackzusätze und Lösungs- sowie Bleichmittel. Auch Dünger und Streusalz trügen zu den erhöhten Werten bei, nannte Pöppl die Verursacher des belasteten Sediments mit Blei, Chrom, Kupfer, Zink, Blausäureverbindungen, Chlorid und vieler Kohlenwasserstoff-Verbindungen wie PCB. Zwar war sich die Versammlung einig, dass die Laber „in einem schlechten Zustand“ sei. Doch den Antrag von Pöppl „auf Finanzierung von weiteren Schlammproben in der Schwarzen Laber unterhalb des Marktes Laaber“ lehnten die Wassereigentümer mit 5:9 Stimmen ab. Drei Proben-Entnahmen hätten die laut Geschäftsführerin Ingrid Pradl „gut gefüllte Kasse“ der Genossenschaft mit 1880 Euro belastet.

Vorsitzender Pradl wollte nicht „an einem zu großen Rad drehen“ und damit die Behörden verärgern. Für Helmut Woppmann aus Regensburg ist die Schlammuntersuchung ohnehin staatliche Aufgabe. Und auch für Hans Fritsche kann das nicht Aufgabe der Fischereigenossenschaft sein. Er setzt mehr auf die „Warnung vor dem Genuss großer Fische aus der Laber“. Wolf-Dieter Pradl hofft auf den Druck der Öffentlichkeit, denkt an eine Podiumsdiskussion und sogar an einen Beitrag in der Fernsehsendung „Quer“.

„Jede Information ist Gold wert“

Auch neue Erkenntnisse bezüglich aktueller Besitzverhältnisse, Mühlen, Fischtreppen, Gewässerstrukturen und Einflüsse waren Thema der Versammlung. Erfasst hatte den Ist-Zustand stellvertretender Vorsitzender Alexander Pöppl in den zurückliegenden Jahren bei seinen Laberwanderungen entlang beider Uferseiten. Dabei sei längst nicht jeder Biberbau erfasst, nicht jeder Quellenfluss aufgezeigt und auch nicht die Funktionalität der vielen Fischtreppen. „Jede Information ist Gold wert“, rief Pöppl die Versammlung zur aktiven Mitarbeit am Katasterverzeichnis auf.

Den Vorstand neu gewählt

Die Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis: Vorsitz: Bestätigt wurden Vorsitzender Wolf-Dieter Pradl, sein Stellvertreter Alexander Pöppl, Geschäftsführerin Ingrid Pradl, Kassenprüfer Astrid Schels und Max Meier.

Obmänner: Gewählt wurden Franz Hierl (unterer Bereich) und Heinrich Fürbacher (oberer Bereich).

Schiedsgericht: Es besteht jetzt aus Egon Meier, Guido Habakuk und Helmut Woppmann.

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