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Narren boten Vorgeschmack auf Jubiläum

Ein Gaudiwurm mit mehr als 100o Maschkerern zog durch Beratzhausen. Pfraundorfer Gruppen hatten das Wiendl-Gelände im Blick.
Von Ingrid Kroboth, MZ

  • Etliche Fußgruppen nahmen am Faschingszug teil. Foto: lps
  • Stimmung überall Foto: Kroboth
  • Garde marschiert auf Foto: Kroboth
  • Ungewöhnliche Kostüme Foto: Kroboth
  • Bezaubernd Foto: Kroboth
  • Cowboys tanzen Foto: Kroboth
  • Dichtes Gedränge Foto: Kroboth

Beratzhausen.Da tanzen Kühe und Zebras zu flotter Discomusik, die Special-Polizei sorgt für Ordnung bei der grünen Frösche-Schar, Indianer und Piraten haben den Überblick. Mitten rein hat sich „Scheich“ Konrad mit seiner verschleierten Lieblingsfrau Elisabeth gemischt und drum herum wirbeln lustige Clowns. Ganz klar: Die Faschings-Hochburg Beratzhausen ist für heuer auf einem Gipfel angelangt. Und das bei strahlendem Sonnenschein, frühlingshaften Temperaturen - mit tausenden Gästen aus nah und fern. Es ist Faschingssamstag, zum dritten Mal windet sich ein Gaudiwurm durch die Straßen – ein Faschingszug, der von Ideen nur so sprüht, gespickt mit eindrucksvollen Masken, fantasievollen Wagenaufbauten und humorvollen Fingerzeigen.

Die Maschkerer bewiesen, dass der Faschingszug wieder fest zum Veranstaltungsprogramm der Marktgemeinde gehört, die heuer 1150 Jahre alt wird.

So viele Zuschauer wie Regensburg haben wird leicht, vielleicht sogar noch mehr.“

Moderator Herbert Gabriel

Schon lange bevor sich der erste Motivwagen bewegte, hat sich Ehrenhofident Herbert Gabriel als sonnengereifte Banane in seiner Moderatoren-Festung vor dem Pfarrhaus eingerichtet. Gegen 14 Uhr künden Böller-Salven den Start der 42 Gruppen mit rund 1000 Akteuren an.

Das bunte Maschkerervolk der „Kolping-Spielmannszug-Partyband“ – mit trommelndem Hofmarschall und Hofnarr – gibt den Ton für die heimische Garde an, die ihre Tollitäten im Kutschenwagen begleitet. Drin hat auch „der beste Gardepräsident von Bayern, Deutschland, Europa, der Welt“ Platz genommen: Christian Eglmeier. Er steigt im Marktzentrum um, zu Gabriel in die Festung, macht seiner Freude Luft – dankt dem närrischen Volk im Zug und am Straßenrand – ganz besonders den angereisten Faschingsgesellschaften aus Hohenfels, Hemau, Teugn und Lupburg.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie mit Impressionen vom Beratzhausener Faschingszug:

Der Beratzhausener Gaudiwurm

Einen Vorgeschmack auf die 1150-Jahrfeier des Marktes bietet der Skiclub mit seinen Rittern, Burgfräuleins und Junkern „von Ehrenfels“. Die Mutter-Kind-Gruppe malert noch im renovierten Pfarrheim. Auf dem 16er Tandem radelt Tischtennis mit Kolping durchs Labertal, und die Wiedervereinigten liefern als goldgelbe Bananen den Beweis, wie krumm es macht, „fährt man monatelang um Oberndorf rum“. Die Vogelscheuchen vom Bund Naturschutz jagen den Pleitegeier, musikalisch begleitet von der Blaskapelle Beratzhausen. Die Ritter und Drachen vom Kindergarten St. Nikolaus laden zur Mittelaltergaudi, und der Mittwochstammtisch schiebt einen knallblauen, riesigen Englbräu-Bierkasten – „den Letzten“ – gefüllt mit lebenden Flaschen durch den Ort.

Die Erklärung liefert im Gefolge der Zweckverband Laber-Naab mit Baggereinsatz beim feuchten Abriss der Wiendlgebäude. „Wir schaffen das“, verspricht Schwarzenthonhauses „Angie“ bei der Kaff-Parade des Gemeinderates. Der Pfraundorfer Ballzirkus rollt mit Muskelprotzen und Elefanten durch die Straßen, gefolgt vom Aladin der Holpertinger, der unter großem Gefolge an seiner Wasserpfeife nuckelt. In dieser verdrahten Welt tanzen die Stoapfälzer Schenklklopfer – rhythmisch unterstützt von den Panzerknackern der Bergmusikanten Otterzhofen.

„Die Wiendl-Gebäude sind schon lange weg, übrig ist ein Haufen Schutt und Dreck.“

Dorfgemeinschaft Pfraundorf

Der Stammtisch Schernried lässt seinen Schlangenbeschwörer auf einem trojanischen Kamel reiten. Nicht zu überhören ist die Opel-Garage mit „The 80’s Show“, gefolgt von den Pippi Langstrumpfs und Krümelmonstern vom Zehentberg. Privaten Dance und Live-Strip bieten Rocker und Punks aus Mausheim, verfolgt von Lichtschwert-Kämpfern der TSV-Wars. Als zuckersüße Verführung ziehen die Oompa Loompa durch den Markt.

Gleich fünf Gruppen aus Pfraundorf haben sich um die Zukunft des Wiendl-Areals Gedanken gemacht: „Kommt Norma oder Edeka – oder garnichts?“ Und auch die Blaskapelle Pfraundorf spielt mit Einkaufstüten-Reklame auf viele Geschäftsmodelle an. Der Trachtenverein hat schon mal die Legosteine rausgeholt, während die Ballern-Gruppe auf Kosten von VW Party feiert. Als gruselige Vorboten sind die Almrauscher Horrorclowns unterwegs vor den Rechberger Zombies, die im „Geistermarkt Beratzhausen“ den Grabstein für gestorbene Geschäfte aufgestellt haben. Und der Modellbauclub Hemau startet mit zwei Flugmodellen zum Hawaii-Trip der Wasserwacht Hemau.

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