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Wahl

Bürgermeister verzichtet auf Kandidatur

Weil Werner Fischer (CSU) in Bernhardswald überraschend nicht mehr antritt, sieht Andreas Böhm (FW) seine Zeit gekommen.
Von Ralf Strasser

Werner Fischer, Bürgermeister in Bernhardswald Foto: Ralf Strasser
Werner Fischer, Bürgermeister in Bernhardswald Foto: Ralf Strasser

Bernhardswald.Bürgermeister Werner Fischer (60) verzichtet auf eine weitere Kandidatur bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr. Das gab er überraschend im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung bekannt. Nach 24 Jahren im Amt endet somit die Ära Werner Fischer bei der nächsten Kommunalwahl 2020.

Warum diese Entscheidung, immerhin hatte er bei der letzten Wahl über 80 Prozent der Stimmen auf sich fokussieren können? – „Wenn das Amt krank macht, sollte man aufhören“, erklärte Fischer im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Zuletzt habe die Gesundheit nicht mehr so mitgespielt, wie es sein sollte, meinte Fischer, auch sei der Ton beim politischen Miteinander im Ringen um kommunale Lösungen immer konträrer und rauer geworden. Dabei seien viele Ideen von ihm noch nicht ausgereizt. „Ich weiß, wie es geht, ich kenne die Richtung, in die es gehen müsste. Aber ich bin eben kein Machtmensch, der seinen Willen mit den Ellbogen durchsetzt, und das ist in der heutigen Zeit wohl notwendig.“

Fischer und Böhm

  • Schulden:

    Noch sei die Gemeinde nicht schuldenfrei, „aber wir sind auf dem Weg dahin“, betont Bürgermeister Werner Fischer.

  • Verwaltung:

    Die personellen Weichen würden aktuell gestellt, es gelte unter anderem die Bereiche Bauen und Bauhof neu zu regeln.

  • Pension:

    Es gebe zwei Enkel, um die sich Fischer kümmern will. Auch stehe das Theaterspielen auf seiner Agenda, zudem wolle er handwerklich mehr aktiv sein.

  • Vereine:

    Andreas Böhm spielt Trompete im Bernhardswalder Blasorchester.

  • TSV:

    Er schwingt beim TSV das Stockschützengerät. Die Mitgliedschaften im Verein und bei der Feuerwehr kommen demnächst, auch in der Kirchenmusik wird er aktiv sein.

  • Ziele:

    Wohnen und Arbeiten in der Heimat, geordnete und transparente Finanzlage.

Dabei ist Fischer bekannt und beliebt in der Bevölkerung. Viermal setzte er sich als Bürgermeister an die Wahlspitze, mal knapp in der Stichwahl gegen Reinhard Brey, mal souverän wie zuletzt, als sich kein Gegenkandidat Chancen mehr ausgerechnet hatte. Und es hat sich viel getan in seiner Laufbahn: Kanal, Straßennetz, Kindergärten, Feuerwehren, betreutes Wohnen, Schulhaus- und Rathaussanierungen, ein neuer Wertstoffhof. Zuletzt stand das Nahversorgungszentrum auf seiner „Erledigtliste“, das sich allen Widrigkeiten zum Trotz wohl doch mit Erfolg entwickelt. „Die Pflichtaufgaben haben wir erfolgreich erfüllt“, sagt Werner Fischer.

Wer kandidiert?

Andreas Böhm von den Freien Wähler bewirbt sich für das Bürgermeisteramt in Bernhardswald. Foto: Böhm
Andreas Böhm von den Freien Wähler bewirbt sich für das Bürgermeisteramt in Bernhardswald. Foto: Böhm

Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Wer tritt an? Wie reagiert die CSU-Fraktion? Dort wird nun die große CSU-Familie der fünf Ortsvereine ausloten, wer nächstes Jahr antritt. Was macht die SPD? Wie steht es bei den Freien Wählern? Die SPD hat sich noch nicht festgelegt. „Wir werden nach der Sommerpause in einer Mitgliederversammlung die Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahlen 2020 aufstellen. Das gilt sowohl für die Gemeinderatsliste als auch für das Bürgermeisteramt“, sagte 3. Bürgermeister Michael Vilsmeier noch vor der Bekanntgabe auf den Verzicht von Werner Fischer auf eine weitere Kandidatur. Da sind die Freien Wähler schon sehr viel weiter. Schon am Donnerstag, 21. März, bringt sich Andreas Böhm als Kandidat in einer Vorstellungsversammlung um 19.30 Uhr im Gasthaus „Zur Hütt’n“ in Stellung.

„Ich schätze ehrliche und offene Gespräche, denn nur so kommt man zusammen.“

Andreas Böhm, Bürgermeisterkandidat

Mit einer Bürgermeisterkandidatur, der er sich durchaus große Chancen einräumt. Mit ins Kompetenzboot für den Job als erster Mann in der Gemeinde bringt er „langjährige Berufserfahrung mit sozialem Touch“. Das Feedback sei gut, meint er. „Viele Bürger haben mich mittlerweile schon angesprochen und ermutigt, den Schritt zu gehen und ein neues Kapitel in der Kommunalpolitik aufzuschlagen.“ Doch wer ist Andreas Böhm? – Erst seit dem Sommer 2018 wohnt der 44-Jährige aus Barbing in der Vorwald-Gemeinde. Beruflich steht Böhm auf vielen Füße. Der gelernte Maschinenbauer war zwölf Jahre bei der Bundeswehr (Lagerfeuerwehrkommandant in Bosnien, Fahrlehrerausbildung). Er studierte Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik. Seit 1994 ist er im öffentlichen Dienst, in den Studienbereichen seit 2009, zudem ist er Lehrbeauftragter an der Bayerischen Verwaltungshochschule.

Vorstellungen und Visionen

„All das kommt meinem Blick in die kommunale Verwaltung zugute“, sagt er. Böhm bezeichnet sich als Teamplayer. Ohne Ausnahme. Sein Credo: Mit den Leuten reden. „Das ist keine Phrase, sondern elementar wichtig. Das ist das Fundament, mit dem Kommunalpolitik gemacht werden sollte. Ich bin ein Mensch, der persönliche und offene Gespräche schätzt und scheue mich nicht vor lernfähigen Diskussionen.“

Und er hat Visionen und Vorstellungen, die er in einer generationsübergreifenden Gemeindeentwicklung zusammenfasst. Langfristig, sozialverträglich, transparent. „Dazu zählt auch eine geordnete Finanzlage ohne Verzicht auf Bürgerleistungen und Lebensqualität.“ Wer sich ein genaueres Bild machen möchte: Vorstellungsversammlung am Donnerstag, 21. März, 19.30 Uhr, im Gasthaus zur Hütt’n in Bernhardswald. Dabei geht es auch um sein Kandidatenteam, das sich um Plätze im Gemeinderat bemüht. „Es sind alle Berufsgruppen vertreten.“

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