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Schiesssport

Mit großem Kaliber zu Gold

Der Bernhardswalder Michael Paa gehört zu den bekanntesten Sportschützen. Er sieht sich als Aufklärer.
Von Ralf Strasser

Zweimal volle Punktzahl. Mit diesen Scheiben wurde Michael Paa deutscher Meister. Foto: Paa
Zweimal volle Punktzahl. Mit diesen Scheiben wurde Michael Paa deutscher Meister. Foto: Paa

Bernhardswald.Schießen ist Sport und Kunst zugleich. Doch bei der Treffsicherheit trennt sich die Spreu vom Weizen, und wer schon mal versucht hat, mit der Kurzwaffe 300 von 300 möglichen Ringen zu treffen, weiß, welche Anforderungen auf einen Schützen zukommen.

Für Michael Paa gehören Kunststücke dieser Art in die Kategorie „Schwierig, aber machbar“. Der 30-jährige Bernhardswalder ist Profi-Schütze und die 300 sind ihm bei der Deutschen Meisterschaft des Bundes der Militär- und Polizeischützen im hessischen Alsfeld gleich zweimal gelungen. Mit Leistungswillen, auf Distanzen von bis zu 25 Meter, unter Zeitdruck. Der Lohn: Deutscher Meister in der Königsdisziplin.

Ein Titel, den Paa einreihen kann in seine riesige Sammlung. Der Ausnahmesportler mit dem zielsicheren Auge hat mittlerweile haufenweise Gold, Silber und Bronze bei Meisterschaften, sei es nun auf bundesweiter Ebene, oder auf internationaler Ebene in Europa und in der Welt gesammelt. Sein Sportgerät ist nicht die klassische Luftpistole, sondern das große Kaliber; Waffen, wie der Revolver Smith & Wesson, oder Waffen aus der Reihe der Polizei-Pistolen.

Training und Wettkampf: Michael Paa schießt mit schweren Waffen. Foto: Paa
Training und Wettkampf: Michael Paa schießt mit schweren Waffen. Foto: Paa

Hinter dem Sportler Paa steckt allerhand, nicht nur die mentale Stärke in seinem Schießsport, die er in seiner eigenen Firma, der „PAA Shooting Academy“, fokussiert. Paa wächst in Bernhardswald auf, lernt den Beruf eines staatlich geprüften Elektrotechnikers, macht nebenbei den Rettungsassistenten beim Roten Kreuz und engagiert sich aktiv bei der Feuerwehr: „Immer, wenn ich zu Hause bin, rücke ich auch mit aus.“

Den Spaß am Schießsport entdeckt Paa erst spät. „In meiner Technikausbildung ging es ja um das Analysieren von Prozessen und deren Verbesserung. Letztendlich wollte ich das mit dem Schießsport umsetzen.“ Die klassische Luftpistole spricht ihn damals nicht an, die schwere Waffe ist dem angehenden Techniker lieber. Mit 19 Jahren geht er nach Tegernheim, macht dort im Verein die ersten Schießübungen und macht die Waffensachkundeprüfung.

Mit Disziplin zum Weltmeister

„Die ersten Wettkämpfe waren nicht so berauschend“, erinnert sich Paa. Ungenügend für das Selbstverständnis des Bernhardswalders. Er lernt autodidaktisch, macht schon bald seine Sportmunition selber.

Das intensive Training geht auf, er wird regelmäßig Vereinsmeister, gewinnt Bezirksmeisterschaften, misst sich bald national mit den Besten in Deutschland: „Das ist dann tatsächlich durch die Decke gegangen und ich habe gemerkt, dass ein gewisses Talent in mir schlummert“, sagt er. In der Rangliste klettert er nach oben, ist inzwischen in der höchsten Klasse, die sich „Highmaster“ nennt, angelangt, feiert Erfolge in Europa und bei Weltmeisterschaften. Nicht nur in einer Disziplin wird er Weltmeister. Die Frage nach dem Erfolg beantwortet Michael Paa mit dem Zusammenspiel aus Technik und Medizin. „Beim Schießen ist die Medizin enorm wichtig“, betont Paa. „Wenn ich beim Schießen an der Linie stehe, stimmt der Zucker- und Wasserhaushalt, ich bin auch mental gut eingestellt.“

Natur und Sport

  • Jäger:

    Er kümmert sich auch um die Rehkitzrettung. Das hat er mit Drohne und Wärmebildkamera bereits unter Beweis gestellt.

  • Hobby:

    Der Sport auf Skater-Rollen hat es ihm angetan. Auch im Skaterhockey war er aktiv.

  • Academy:

    Sie ist ein staatlich anerkannter Bildungsträger. Information darüber unter www.michael-paa.de.

Paa hält sich fit und hat ein gutes Team um sich: einen Physiotherapeuten und zahlreiche Ärzte. Seine Muskeln trainiert er beim täglichen Umgang mit dem Sportgerät und bei häufigen Waldgängen als Jäger.

Rückhalt findet er bei seinen Eltern. „Auch wenn sie Waffen ablehnen, tragen sie meinen Sport mit.“ Ohnehin ist die Akzeptanz seines Sports ein Thema, das ihn beschäftigt und zu dem er schon Interviews gegeben hat.

Als Ausbilder tätig

Das Image des Schießsports mit schweren Waffen ist nicht das allerbeste. Zu Unrecht, sagt Paa. „In Deutschland sind die Waffengesetze extrem streng und in meiner Ausbildungsfirma unterrichte ich als staatlich anerkannter Bildungsträger Sportschützen, Jäger oder Polizeibeamte im sicheren Umgang mit der Waffe.“ Das macht er weltweit, Paa ist bekannt in der Branche. Bleibt da noch Zeit für den Sport? Unbedingt, betont Paa. „Es macht einfach Spaß, sich mental den hohen Anforderungen etwa bei Weltmeisterschaften zu stellen und dort auch erfolgreich zu sein.“ Und wohin geht die Reise des Weltmeisters Michael Paa? „Volle Konzentration auf die breite Basis meiner Academy“, sagt er. Dazu schreibt er ein Buch über sein Sportthema: „Ich sehe mich als Multiplikator, als Aufklärer.“

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