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Befragung

Brennberg: Senioren wollen zuhause leben

Eine Bürgerwerkstatt in sammelte Ideen von Rentnern. Ins Heim wollen viele erst, wenn es gar nicht mehr geht.
Von Resi Beiderbeck

Gemeinderätin Helga Adlhoch und Anja Preuß vom Institut „AfA“ sammelten die Anregungen und notierten sie auf großen Plakaten.  Foto: Beiderbeck
Gemeinderätin Helga Adlhoch und Anja Preuß vom Institut „AfA“ sammelten die Anregungen und notierten sie auf großen Plakaten. Foto: Beiderbeck

Brennberg.Unter Hochspannung stand Olga Wanninger, die gemeindliche Kümmerin für Seniorenbelange, eine halbe Stunde vor Beginn der „Bürgerwerkstatt“ im Wagner-Saal. Die ältere Generation war eingeladen worden, für Kaffee und Kuchen hatte man gesorgt – aber würde auch jemand kommen? Die Sorge war unbegründet, wie sich bald zeigte, denn an die 50 „SilverAger“ nahmen das Angebot, von Anfang an mitzuwirken, gerne an. „Einen schönen Kindergarten haben wir jetzt, aber als nächstes sind wir Senioren dran“, war kürzlich bei der Einweihung von „St. Raphael“ gefordert worden.

Und siehe da: Schon geht es los mit der Frage nach deren Wünschen. Man wolle die ältere Generation nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern auf dem gemeinsamen Weg zur Entscheidungsfindung mitnehmen, sagte Wanninger. Als Begleiterin des vom Freistaat Bayern initiierten Modellprojekts „Aktive, generationenfreundliche Gemeinde“ erklärte sie, was unter dem Sammelbegriff „Wohnen und Leben in Brennberg“ alles vorstellbar ist. Details diskutierten die Damen und Herren in den besten Jahren dann intensiv in drei Gruppen.

ÖPNV-Angebot reicht nicht aus

Vieles von dem, was genannt wurde, hat man schon öfter angesprochen. So ging es wieder einmal um das unbefriedigende Angebot des ÖPNV. Hier scheint Besserung zu nahen, wie Bürgermeisterin Irmgard Sauerer berichtete. Beim „Mobilitätstreffen“ mit dem RVV hofft sie am 2. Dezember Erfolge im Hinblick auf das Modell „Rufbus“ zu erzielen.

Das Modellprojekt

  • Ziel:

    Das Modellprojekt „Aktive, generationenfreundliche Gemeinde“ will das Seniorenpolitische Gesamtkonzepte konkret umsetzen. Um die kommunale Seniorenpolitik voranzubringen, hat die Gemeinde eine Projektbegleiterin eingestellt.

  • Kümmerin:

    Olga Wanninger nimmt sich Themen wie „kommunale Altenhilfekonzepte“, „Weiterentwicklung von Betreuungsformen für ältere Menschen“ oder „Neue Wohnformen im Alter“ an.

„Wo kaufen Sie zurzeit ein und wie kommen Sie da hin?“, lautete eine weitere Fragestellung angesichts der Tatsache, dass es in Brennberg seit Mai keinen Lebensmittelladen mehr gibt. Dabei zeigte sich, dass zum Einkaufen vorwiegend mit eigenem Pkw nach Falkenstein oder Wörth gefahren wird. Neue Medien könnten älteren Mitbürgern vielfachen Nutzen bringen, vorausgesetzt, sie wüssten sich dieser zu bedienen. Man kann sich hier vorstellen, Jugendliche als „Trainer“ zu gewinnen oder eine Art Digital-Cafe als niederschwelliges Angebot ins Leben zu rufen. Regelmäßige Sprechstunden der „Kümmerin“ wurden befürwortet.

Senioren fordern bezahlbare Appartements

Barrierefreies Wohnen in 40 Quadratmeter großen Appartements mit angeschlossenem Gemeinschaftsraum – auch für diese Idee konnten sich Zuhörer erwärmen. Dabei stelle sich aber die Preisfrage, meinten etliche Senioren. „Mehr als 500 oder 600 Euro darf so ein Appartement nicht kosten, sonst kann sich das niemand leisten“, so der Tenor. Ohnehin war immer wieder der Satz zu hören: „Erst dann, wenn es gar nicht mehr anders geht, verlasse ich mein Zuhause.“

Fahrdienste, Mittagessen, Tagesstätte, Gemeinschaftsraum – die Liste erstrebenswerter Hilfsangebote ist lang. Was umgesetzt werden kann, wird Olga Wanninger in enger Abstimmung mit ihren Gemeinderatskollegen klären, damit die Bürger in und um Brennberg auch im Alter zufrieden in der eigenen Gemeinde leben können.

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