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Bühne

Brennberg: Theater-Revival an Pfingsten

Seit der Auflösung des „Waldler Bauerntheaters“ öffnete sich kein Vorhang mehr. Jetzt starten Burschen und Mädchen neu.
Von Resi Beiderbeck

Am 31. Mai wird das „Geheimnis vom Schallerhof“ gelüftet. Dabei wird es reichlich Gelegenheit zum Lachen geben. Foto: Beiderbeck
Am 31. Mai wird das „Geheimnis vom Schallerhof“ gelüftet. Dabei wird es reichlich Gelegenheit zum Lachen geben. Foto: Beiderbeck

Brennberg.Im Gasthaus „Zur Burg“ wird wieder Theater gespielt: „Das Geheimnis vom Schallerhof“ hat am 31. Mai Premiere und verspricht, eine übermütige Gaudi zu werden. Am 21. Oktober 2012 öffnete sich der Vorhang im Saal des Gasthauses „Zur Burg“ das letzte Mal. Zwei Jahre später löste sich das „Waldler Bauerntheater“, das dort jahrzehntelang Applaus geerntet hatte, auf.

Niemand hätte damals für möglich gehalten, dass es am 31. Mai 2019 erneut eine Premiere auf diesen Bühnenbrettern geben könnte, diesmal inszeniert von Brennbergs Jugend. Der traditionsreiche Katholische Burschenverein spielte bisher im „Unteren Dorf“, im Saal des Gasthauses Hirschberger, und zwar schon seit genau 70 Jahren!

Theatertradition der Burschen

Mit 700 Komödien, Dramen und Singspielen hat das „Waldler“ Bauerntheater 65 Jahre lang das Publikum unterhalten. Aber das Interesse im Ensemble ließ nach. Im April 2014 wurde der Theaterverein schließlich aufgelöst. Foto: Beiderbeck
Mit 700 Komödien, Dramen und Singspielen hat das „Waldler“ Bauerntheater 65 Jahre lang das Publikum unterhalten. Aber das Interesse im Ensemble ließ nach. Im April 2014 wurde der Theaterverein schließlich aufgelöst. Foto: Beiderbeck

Wie aus der Chronik hervorgeht, führte der Verein „Das Postgeheimnis“ im Gründungsjahr 1905 auf, aber wo das stattfand, ist nicht überliefert. Es folgten viele religiöse Stücke, Lustspiele und Schwänke wie „Der Liperl“ oder „Die verkehrte Braut“, Schattentheater wie „Das tapfere Schneiderlein“ und sogar Singspiele. Des Öfteren führte man mehrere Stücke im Jahr auf, manchmal sogar zwei verschiedene am selben Tag.

Während des 2. Weltkrieges wurde der Burschenverein verboten und das gesellschaftliche Leben kam zum Erliegen. Sechs Mitglieder mussten an der Front ihr Leben lassen. Die Überlebenden rafften sich im Mai 1949 auf, um den Verein zu erneuern. Zusammen mit dem neuen Vorsitzenden Eduard Schmidbauer fassten sie den Plan, Theater zu spielen, um endlich wieder Einnahmen zu erzielen.

Nach 70 Jahren musste sich der Burschenverein eine neue Bühne suchen, weil der Saal im Vereinslokal jetzt endgültig gesperrt ist. Die Chance, in dem vor zehn Jahren renovierten Gasthaus „Zur Burg“ zu spielen, ist ein Glücksfall.  Foto: Beiderbeck
Nach 70 Jahren musste sich der Burschenverein eine neue Bühne suchen, weil der Saal im Vereinslokal jetzt endgültig gesperrt ist. Die Chance, in dem vor zehn Jahren renovierten Gasthaus „Zur Burg“ zu spielen, ist ein Glücksfall. Foto: Beiderbeck

Der billigste und einfachste Weg wäre gewesen, auf der bestehenden Bühne im Gasthaus „Zur Burg“ zu spielen. Dieser Plan musste aber aufgegeben werden, da man Spannungen zwischen der damaligen „Katholischen Spielgruppe“ und dem „Boxclub Typhon“ befürchtete. Also einigten sich die Burschen darauf, die heutige „Holzofenkuchl“ als Vereinslokal zu wählen. In dessen Saal bauten sie mit viel Mühe eine Bühne ein.

Fortan wurde dort zusammen mit den Mädchen jedes Jahr um Pfingsten Theater gespielt. Beliebt waren Stücke von früher wie „Schatzerl mach auf“ oder „S’ Dirndl von der Au“. Riesigen Erfolg hatte das Jubiläumstheater im Jahr 2004, als ehemalige Mitglieder „Gemeinderat auf Urlaubsreise“ spielten. Der Saal war bei jeder Vorstellung besetzt bis auf den allerletzten Hocker. Über 300 Gäste pro Inszenierung, das war auch in den vergangenen Jahren keine Seltenheit.

70 Jahre lang spielte der Burschenverein auf der selbst gebauten Bühne im Saal des Gasthauses Hirschberger Theater. Nach dem Krieg sehnten sich die Menschen nach Unterhaltung und fanden sie bei Stücken wie „Die Almrausch-Liesl“, aufgeführt im Jahr 1955. Foto: Beiderbeck
70 Jahre lang spielte der Burschenverein auf der selbst gebauten Bühne im Saal des Gasthauses Hirschberger Theater. Nach dem Krieg sehnten sich die Menschen nach Unterhaltung und fanden sie bei Stücken wie „Die Almrausch-Liesl“, aufgeführt im Jahr 1955. Foto: Beiderbeck

Seit heuer ist dieser Saal aber endgültig gesperrt. Was tun? Vorsitzender Andreas Seidl beriet sich mit seinem Team und schnell war der Wunsch geboren, künftig im wunderbar renovierten, gemütlichen Saal des Gasthauses „Zur Burg“ zu spielen. Wirtin Linda Griesbeck war einverstanden und so proben die jungen Leute nun seit Wochen bei rundum komfortablen Bedingungen. Was 1949 nicht klappte, wird also jetzt doch noch Wirklichkeit.

Für das Pfingsttheater 2019 wurde ein „vogelwildes“ Stück ausgesucht, das auf Situationskomik setzt und die Leute zum Lachen bringt. „Das Geheimnis vom Schallerhof“ beginnt mit einer Krise. Gemeindeschreiber Witzig (Andreas Mühlbauer) tut es furchtbar leid, dem Schaller-Bauern (Manuel Beiderbeck) und seiner Ehefrau (Jenny Wintermeier) mitteilen zu müssen, dass Vetter Kuno Birnstingl (Andreas Seidl) jetzt den Hof übernimmt, so wie es im überraschenden Testament bestimmt war.

Michael Breu (rechts im Bild) spielte schon einmal auf der Bühne im Gasthaus „Zur Burg“. 2010 stellte er im Waldler-Jugendtheater bei den „Bremer Stadtmusikanten“ vor ausverkauftem Saal einen Räubergesellen dar. Heuer kommt er als „Nachbar Fabian“ zurück. Foto: Beiderbeck
Michael Breu (rechts im Bild) spielte schon einmal auf der Bühne im Gasthaus „Zur Burg“. 2010 stellte er im Waldler-Jugendtheater bei den „Bremer Stadtmusikanten“ vor ausverkauftem Saal einen Räubergesellen dar. Heuer kommt er als „Nachbar Fabian“ zurück. Foto: Beiderbeck

Das ganze Dorf überlegt nun, wie man diesen Kuno so schnell wie möglich wieder loswerden könnte, sollte er es in Betracht ziehen, den Hof tatsächlich übernehmen zu wollen. So lassen sich Opa Valentin (Sebastian Aumer), Magd Rosi (Lena Beiderbeck), Knecht Konrad (Robin Schiegl), Nachbarin Leni (Magdalena Beck), Nachbar Fabian (Michael Breu) und die Dorfbewohner einiges einfallen.

Rizinusöl und Poltergeist

Angefangen von einer „weißen Frau“, die nachts umgeht, Poltergeistern, einem wilden Stier, Rizinusöl bis hin zum Kräuterweiblein wird allerhand aufgeboten, um Kuno zu vertreiben. Hinter den Kulissen wirken Christina Seidl (Regie), Nadine Beiderbeck (Souffleuse), Alexander Meister (Technik), Selina Kosowski (Maske und Frisuren).

Premiere des Lustspiels in drei Akten aus der Feder von Andrea Döring ist am Freitag, 31. Mai, um 20 Uhr. Weitere Aufführungen gibt es am 2. Juni um 20 Uhr, am 8. Juni um 15 und 20 Uhr, am 9. und 10. Juni jeweils um 20 Uhr. Einlass ist zur Abendvorstellung um 18.30 Uhr und zur Nachmittagsvorstellung um 14 Uhr.

Platzkarten zum Preis von sieben Euro können jeweils direkt an der Abendkasse, aber auch im Vorverkauf, erworben werden. Gelegenheit dazu ist am 19. und 26. Mai um 10 Uhr sowie am 20., 23., 24., 27., 28. und 30. Mai um 18.30 Uhr im Gasthaus „Zur Burg“.

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