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Gemeinderat

Der Breitbandausbau wird teuer

Um die Erschließung soll sich die Gemeinde Brennberg selbst kümmern.
Von Resi Beiderbeck

45 Anwesen warten noch immer auf Breitband.  Foto: Beiderbeck
45 Anwesen warten noch immer auf Breitband. Foto: Beiderbeck

BRENNBERG.Auf die „große Politik“ sind die Gemeinderäte nicht gut zu sprechen, denn das sogenannte „Beistellungsmodell“ bei der Breitbanderschließung wird für die Gemeinde teuer und riskant. Dennoch gibt es derzeit keine Alternative. Ein Großteil aller Anwesen in der Gemeinde Brennberg ist bereits mit Breitband erschlossen. Aber 45 Häuser und Höfe warten noch immer darauf, endlich adäquates Internet zu bekommen. Diese „weißen Flecken“ liegen von Hamberg bis Heilsberg, von Hintergrub bis Zumhof weit verzweigt im Gemeindegebiet und sind für kommerzielle Anbieter uninteressant. Markterkundungen brachten keine Resonanz und die Bürger warten weiter darauf, endlich an die Neuzeit angebunden zu werden.

Wer nun darauf hoffte, der Freistaat würde sich darum kümmern, hat sich getäuscht. Zwar gibt es das Programm „Höfe-Bonus“, um das sich Brennberg auch beworben hat. Jedoch bringt diese Lösung finanzielle Unwägbarkeiten und jede Menge Aufwand mit sich. Als „unwirtschaftliche Gemeinde“ kann Brennberg nichts anderes machen als die Erschließung selbst in die Hand zu nehmen. „Das ist überhaupt nicht unsere Aufgabe, aber was bleibt uns denn übrig?“, fragte Bürgermeisterin Irmgard Sauerer am Dienstag bei der Gemeinderatssitzung resigniert. So beschloss man einstimmig, Ausschreibung und Bau in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Ledermann, der Verwaltung und dem künftigen Betreiber selbst zu veranlassen.

Nach Ermittlung der sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ gewährt der Freistaat dann einen Zuschuss von 80 Prozent der Kosten. Für die Gemeinde bleibt die Investition eines sechsstelligen Betrages unbekannter Höhe, der letztendlich das Vermögen eines Aktienkonzerns erhöhen wird. Denn nach Fertigstellung gehen die verbauten Teile in das Eigentum des Betreibers über.

In Brennbergs Finanzplanung wird das Vorhaben ein gewaltiges Loch reißen. „So viel zu dem Versprechen von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land – hier im ländlichen Raum sind wir also wieder mal die Deppen“, so lautete der Tenor im Gemeinderat. Ob die Leitungen wie andernorts schon geschehen an bestehenden Masten aufgehängt oder in der Erde verbuddelt werden, ist derzeit genau so offen wie der Zeitplan.

Zugestimmt hat der Gemeinderat den Bauanträgen von Klaus Beer, der in Frauenzell einen Dachgeschossausbau plant, und von Corinna Weininger, die in Grubfeld einen Unterstand zur Pferdehaltung und einen Weidezaun errichten möchte. Positiv beschieden wurde die Voranfrage von Landwirt Andreas Adlhoch, der in Wernetsgrub ein Betriebsleiterwohnhaus bauen will. Beim Gastspiel von Martina Schwarzmann blieben 4000 Euro Gewinn übrig. Daraus erhält der maßgeblich beteiligte Trachtenverein 1500 Euro für die Jugendarbeit.

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