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Theater

„Sommernachtstraum“ auf Burg Brennberg

Im Juni feiert das Shakespeare-Stück Premiere. Den agilen Kobold spielt ein Zwölfjähriger. Statisten fehlen noch.
Von Resi Beiderbeck

  • „Wo ist denn dieser Puck schon wieder?“, fragt Regisseur Georg Blüml hier spielerisch. Foto: Beiderbeck
  • Sylvia Schiegl fungiert als Regieassistentin und kümmert sich außerdem um die aufwendige Kostümierung der Darsteller. Foto: Beiderbeck
  • Janis Großkopf ist auf der Bühne ein echtes Naturtalent. „Ein begabtes Kind“, schwärmt Regisseur Georg Blüml. Foto: Beiderbeck
  • Renate Brandl koordiniert als Regieassistentin die Probenpläne mit Rücksicht auf die terminlichen Möglichkeiten der Akteure. Foto: Beiderbeck

Brennberg.Im idyllischen Ambiente der Burg Brennberg hat am 11. Juni Shakespeares temporeiche Komödie „Ein Sommernachtstraum“ Premiere. In der Bearbeitung von Regisseur Georg Blüml kommt das amüsante Verwirrspiel um allerlei Liebesturbulenzen zur Aufführung. Helena liebt Demetrius, der Hermia begehrt, die wiederum in Lysander verliebt ist; dazu ein Elfenpaar im Rosenkrieg und eine bevorstehende Fürstenhochzeit.

Ja, es geht um die Liebe in dieser schwülen Sommernacht. Die Hormone werden Purzelbäume schlagen bei allerlei Wirrungen am Hofe und Intrigen in der Elfenwelt. Burg Brennberg wird zu einem Wäldchen bei Athen, in dem wilde Verfolgungsjagden und allerlei Verwandlungen stattfinden.

Bühne wird unterhalb des Burgturms aufgebaut

Zu diesem Zweck wird es eine Hauptbühne und zusätzlich eine Vorbühne geben. Anders als bei der Reimar-Inszenierung im Jahr 2016 wird im kommenden Jahr nicht vor dem „Oberen Schloss“, sondern auf der Anhöhe unterhalb des Burgturms und auf der davor liegenden Naturbühne gespielt. Die Zuschauer sitzen im Burghof mit Blick nach Süden und dem Burgstadl im Rücken. Elfenwesen werden als Ausdruck beseelter Natur eine große Rolle einnehmen, allen voran ihr König Oberon, dargestellt von Eva Schreier.

Als Elfenkönigin Titania wird Klaus Wenk auf die Bühne kommen – eine verkehrte, spannende Welt also. Es wandeln Elfenwesen mit mystischen Namen wie Spinnweb, Bohnenblüte oder Senfsamen. Im Mittelpunkt des prickelnden Spiels um die Liebe steht Lysander (Matthias Großkopf). Er wird geliebt von Hermia (Elena Großkopf), Tochter der Egeia (Olga Wanninger). Um sie bewirbt sich aber auch Demetrius (Michael Weber), in den wiederum Helena (Daniela Schiegl) verliebt ist. Als Philostrat, Meister für Vergnügung an Theseus Hof, kommt Hans-Michael Schreier ins Spiel. Theseus bereitet sich also auf seine Hochzeit mit der Amazonen-Königin Hippolyta vor. Unterdessen liegt im Wald vor der Stadt der Elfenkönig Oberon im Zwist mit Titania. Um sie gefügig zu machen, will er sie mit einem Liebesbann belegen. Dafür wird der Saft einer bestimmten Blume einem Schlafenden auf die Lider geträufelt. Beim Erwachen verliebt dieser sich in das erste Wesen, das er erblickt. Die Turbulenzen nehmen ihren Lauf.

Bei der Hochzeitsfeier führen unfreiwillig komische Athener Handwerker eine Tragödie auf, die zur Komödie gerät. Auch hier ist die Besetzung mit „Zimmermann“ Korbinian Fink, „Weber“ Thomas Buchhauser, „Blasebalgflicker“ Stefan Schichtl, „Kesselflicker“ Vincent Wolf, „Schreiner“ Johannes Kiesl und „Schneider“ Johannes Oettl wunderbar gelungen.

„Puck“ zu besetzen war schwierig

Wichtig war es dem Regisseur, den richtigen „Puck“ zu finden, jenen agilen Kobold, der die Hühner scheucht, die Bauern ärgert und kichernd alles durcheinanderbringt. Dieser Poltergeist, „der nachts die Mädchen an den Haaren reißt, der Milch versauert, in der Mühle steckt, der gern im frischen Bier die Hefe weckt, der in der Mehlschwitz diese Klumpen macht, Nachtwandrer irreführt und dann noch lacht“, wird von dem zwölfjährigen Janis Großkopf dargestellt. Schon bei den ersten Leseproben erwies er sich als hervorragende Wahl. Er ist der jüngste Darsteller mit einer Sprechrolle und meistert seine schwierigen Satzgirlanden fulminant.

Ganze Familie ist theaterbegeistert

Dabei ist der Text in Shakespeare’scher Hochsprache richtig schwierig: „Ich hetz und fetz euch kreuz und quer, über Pflock, über Pfahl, durch Gebüsch und Gemäuer, und blök und bell und brenn und brumm und husch als Pferd, Hund, Wolf, Bär, Feuer durch den Busch“. Wer solch schwierige Satzgebilde ausdrucksstark hinbekommen will, muss sich den Atem gut einteilen. Mit Begeisterung übt Janis seine Passagen und wird vom Regie-Trio mit Lob überschüttet. Die theaterbegeisterte Familie Großkopf aus Mintraching – mit Brennberger Wurzeln – ist im Stück komplett vertreten mit Elena und Matthias als Liebende, Janis als Puck, seiner Schwester Hanna im Gefolge am Herzogshof und Bastian, dem Jüngsten, als Grasbüschel-Elf.

Alle wichtigen Rollen sind vergeben, aber junge und alte Statisten fürs Gefolge am Herzogshof sind willkommen. „Und eine Souffleuse oder einen Souffleur suchen wir auch noch“, lässt Regieassistentin Renate Brandl wissen.

Nach der Premiere am 11. Juni folgen weitere Aufführungen am 12., 19., 20., 21. Juni sowie am 3., 4., und 5. Juli. Tickets zum Preis von 17 Euro (ermäßigt: 8 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei) gibt es bei der VG-Geschäftsstelle in Wörth, in der Gemeindekanzlei Brennberg und hier online.

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