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Finanzen

A3: Schallschutz käme teuer

Die Gemeinde Brunn müsste die Kosten für einen Lückenschluss an der Autobahn bei Frauenberg wohl selbst tragen.
Von Manfred Kox

Das Foto zeigt eine Lärmschutzwand auf der Autobahn A7. Die Gemeinde Brunn müsste für einen Lückenschluss an der A3 bei Frauenberg die Kosten selbst tragen.  Foto: Daniel Karmann/dpa
Das Foto zeigt eine Lärmschutzwand auf der Autobahn A7. Die Gemeinde Brunn müsste für einen Lückenschluss an der A3 bei Frauenberg die Kosten selbst tragen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Brunn.Bürgermeister Karl Söllner informierte auf der diesjährigen Bürgerversammlung die Brunner über den aktuellen Status der Gemeinde, die Ereignisse des letzten Jahres und die Planungen für die Zukunft. Bei den Finanzen zeigten die vorgelegten Tabellen, dass die Einnahmen dank höheren Steueraufkommens gestiegen sind, doch tut der Gemeinde die Kürzung der Schlüsselzuweisung um über 100 000 Euro weh. Söllner konnte den Grund dafür auch nicht erklären, denn nach seiner Meinung ist Brunn nicht so finanzstark, dass die Maßnahme gerechtfertigt wäre.

Bei den Ausgaben belastet die stark gestiegene Kreisumlage den Etat. Die VG-Umlage ist etwa gleich geblieben. Der Bürgermeister bezeichnete die Verwaltung als „preiswertes Rathaus“. Der Aufwand entsteht durch Personalkosten und Investitionen. Rund 87,5 Euro je Einwohner werden aufgebracht. Trotzdem ist Karl Söllner überzeugt, dass kleine Gemeinden die Arbeit für diesen Betrag nicht leisten könnten, und dass der Zusammenschluss der drei Gemeinden eine gute Entscheidung war. Die Aufgaben wachsen weiter und die Lasten werden auf mehrere Schultern verteilt.

Die Verschuldung sank unter 400 000 Euro. Der Kauf der Hofstelle in Frauenberg schlug mit 562 000 Euro zu Buche. Dem dafür aufgenommenen günstigen Kredit steht aber ein echter Wert gegenüber, der jederzeit auch veräußerbar wäre. Ohne das Darlehen liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 370 Euro (mit bei 728 Euro). Vergleichbare Gemeinden haben im Schnitt 601 Euro Schulden je Einwohner.

Einwohnerzahl liegt bei 1490

Der Schulverband steht inzwischen besser da. Die Schulden werden abgebaut und die Umlage steigt nicht mehr. Das dreigliedrige System verursacht Mehrkosten, die ein konzentrierter Standort nicht hat. Ob hier künftig organisatorische Änderungen erfolgen, weiß man noch nicht.

Mehr Informationen und alle Berichte zum Ausbau der A3 finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Die Einwohnerzahl liegt bei 1490. Die Geburtenrate beträgt rund ein Prozent ziemlich gleichmäßig in allen Ortsteilen. In der Gemeinde wohnen 29 Asylbewerber, von denen bisher neun anerkannt sind und damit als Fehlbeleger eine Wohnung benötigen. Die Bevölkerungsstruktur ist inzwischen sehr bunt. 130 Personen (acht Prozent) aus 26 Nationen wohnen in der Gemeinde.

Ein neuer Gelenklader wurde angeschafft, um den steigenden Anforderungen gewachsen zu sein. Mit Andreas Schoirer kam auch ein neuer Mitarbeiter für den Bauhof.

Die Abwasserpreise werden alle vier Jahre neu errechnet. Sie betragen jetzt 2,99 Euro je cbm, Niederschlagswasser 0,26 Euro je cbm. Die Kosten entstehen durch Spülungen, Energieverbrauch, Kamerabefahrungen usw. Söllner bat zum wiederholten Male darum, die Abwasseranlage nicht zur Müllentsorgung zu missbrauchen. Die Behandlung in der Kläranlage ist sehr kostenintensiv. 330 000 Euro kostete das neue Löschfahrzeug für Frauenberg. Der Bürgermeister unterstützt die Feuerwehrler gerne, da die Mitglieder ihre Freizeit zum Wohle der Bürger einsetzen und immer zur Verfügung stehen. Dafür sollen sie auch gut ausgerüstet sein. Die Weiterführung der Staatsstraße Richtung Wischenhofen wird weiter angestrebt, die Riedstraße und der Hochweg werden wegen des derzeit hohen Preisniveaus wohl verschoben. Die GVS Eglsee Brunn könnte 2019 ertüchtigt werden.

Einen Teil der Hofstelle in Frauenberg möchte die Gemeinde für eine Seniorenbetreuungseinrichtung verwenden. Die Kinderbetreuung muss ausgeweitet werden. 40 Kinder besuchen den Kindergarten in Eglsee, 33 gehen in auswärtige Einrichtungen. Der geplante neue Kindergarten in Frauenberg kostet etwa 1,15 Millionen Euro und soll im September 2019 fertig sein.

Baugebiete in Vorbereitung

Neue Baugebiete sind in Vorbereitung. In Frauenberg „Süd-Ost“ und in Brunn „Eiche II“. Die Lärmbelastung durch die A 3 in Frauenberg ist nach wie vor unzumutbar. Der notwendige Lückenschluss zwischen den bestehenden Lärmschutzwällen ist dringend erforderlich. Bürgermeister Söllner konnte trotz aller Bemühungen keine Zusage von der Autobahnverwaltung für eine Maßnahme erhalten. Hier greift eine für alle unverständliche Regelung. Während heute bei AB-Bauten immer Schallschutzanlagen vorgesehen werden, sind Strecken aus der Zeit vor 1973 nur bei deutlicher Überschreitung der Grenzwerte förderfähig. Die Gemeinden müssen also im Normalfall die Kosten selbst tragen, auch wenn sie, wie in Frauenberg, seinerzeit ohne gefragt zu werden durch die AB geteilt wurden. Die Gemeinde Brunn sieht das als große Ungerechtigkeit.

Technologie

  • Internet:

    Beim Internet ist Brunn schon lange aktiv. Das alte Schulhaus und der Jugendraum in Eglsee werden zu kostenfreien W-Lan-Hotspots ausgebaut.

  • Breitband:

    Mit der R-Kom wird das Breitbandnetz auf den neuesten Stand gebracht und im Mobilfunkbereich steht der Ausbau auf die 5-G-Technik bevor. (lox)

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