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Beratung

Neue Firma will sich in Brunn ansiedeln

Die Gemeinde verzeichnet großes Interesse für das Grundstück im Gewerbepark. Eine Verpackungsfirma liegt gut im Rennen.
Von Manfred W. Kox

Eine Computeranimation zeigt das geplante Hochregallager einer Verpackungsfirma aus der Nähe. Animation: bildstaerke.de
Eine Computeranimation zeigt das geplante Hochregallager einer Verpackungsfirma aus der Nähe. Animation: bildstaerke.de

Brunn.Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Brunn präsentierten die Experten Georg Braun und Hans Schiessl das Ergebnis ihrer monatelangen Arbeit. Sie haben alle Straßen und Wege neu beurteilt, vermessen und bewertet. Alte Unterlagen, auf die sie sich stützen konnten, waren unvollständig, so dass auch sehr viel Grundlagenarbeit nötig war. Mit den Widmungen, die im Gemeinderat beschlossen wurden, erfolgte die jeweilige Einstufung als Gemeindeverbindungsstraße, Ortsstraße, Feld- und Waldweg usw. Für Planungen stehen nun zuverlässige Unterlagen zur Verfügung, was die Arbeit in Zukunft vereinfacht. Bürgermeister Karl Söllner konnte schon bei Besprechungen erfolgreich auf die genauen Daten zurückgreifen.

Für einen Anbau gaben die Gemeinderäte ihre Zustimmung. Eine Lagerhalle lehnten sie mehrheitlich ab, da sie bei dem Objekt im Außenbereich eine Reihe von Voraussetzungen nicht erfüllt sahen. Wichtig seien die Bedürfnisse der Allgemeinheit, es müsse ein Flächennutzungsplan bestehen, Ökoausgleichsflächen müssten zur Verfügung stehen und die Erschließung müsse wirtschaftlich sein. Die Agrarstruktur dürfe nicht verschlechtert und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt werden, so die Räte. Befürchtet wird die Entstehung einer Splittersiedlung und dass durch mehr Verkehr und die Unübersichtlichkeit der Straße an dieser Stelle ein Gefahrenpunkt geschaffen wird.

Zusätzliche Arbeitsplätze erhofft

Nachdem im Gewerbegebiet „Breiten Nord“ nur noch ein Grundstück für eine Ansiedlung zur Verfügung steht, soll nun der Bereich „Breiten Süd“ verkauft werden. Der Eigentümer möchte die Fläche nicht erschließen oder selbst nutzen, sondern sie im Ganzen verkaufen.

Die Gemeinde bemüht sich seit langer Zeit, Firmen zu finden, die den Vorstellungen aller Beteiligen entsprechen. Die Erfahrungen in „Breiten Nord“ hätten gezeigt, dass eine Ansiedlung ohne zusätzliche Verkehrsbelastung in Brunn und höhere Emissionen möglich sei. 43 000 Quadratmeter beträgt die Gesamtfläche, von denen der Bebauungsplan 32 000 qm Gewerbefläche zulässt. Söllner möchte die Attraktivität Brunns als ländliches Gebiet steigern und zitierte Studien, nach denen dies besonders durch die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort möglich sei.

Sechs Firmen seien für die Ansiedlung interessiert: ein Kartonagenhersteller aus Österreich, der schon eine Filiale im Raum Regensburg besitzt, ein weltweit tätiger Online-Händler, der viele Mitarbeiter und Fahrzeuge einsetzt, ein Logistikunternehmer, ein Autohofbetreiber, ein Lebensmittelhersteller und ein Kfz-Händler mit Umschlagplatz.

Söllner hat eine erste Bewertung der Firmen vorgenommen. Hierbei habe er die Kriterien zugrunde gelegt, die aus Sicht der Gemeinde von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören u. a. die Versiegelung der Fläche, die Verkehrsbelastung, die Abwassersituation, der Landschaftsschutz, die Wertschöpfung, die Zukunftsaussichten und die zu erwartende Gewerbesteuer. Nach dieser Rechnung sei im Augenblick die Verpackungsfirma aus Österreich besonders geeignet. Diese möchte ein Hochregallager errichten. Es soll 120 Meter lang, 25 Meter breit und 37 Meter hoch werden. Dazu kommt eine Halle von 83 x 55 Meter. Die Investitionssumme liege bei ca. zehn Millionen Euro. 40 Arbeitsplätze würden geschaffen.

Geringe Emissionen angekündigt

An- und Abfahrt erfolgten nur direkt von und zur Autobahn. Die Emissionen seien gering und die Zukunftsaussichten der Branche bestens, da mit dem steigenden Versandhandel besonders Kartonagen benötigt würden und diese mit einer hohen Recyclingquote auch für die Umwelt vorteilhaft seien.

Die Höhe des Baukörpers sei auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Der Bürgermeister veranschaulichte die Anlage mit computeranimierten Ansichten von unterschiedlichen Standorten und wollte so die Baumassen in ihrer Wirkung relativieren. Die Anlage wäre danach vorstellbar. In Gesprächen mit übergeordneten Stellen seien keine Einwände erhoben und ihm Zustimmung signalisiert worden. Der Bürgermeister wurde vom Gemeinderat beauftragt, mit allen Interessenten weiter zu verhandeln.

Die 115 Meter lange Dorfstraße in Frauenberg wurde endgültig gewidmet und heißt nun „Am Weiher“ .

Söllner vermeldete, dass die Schlüsselzuweisung in diesem Jahr um 153 000 Euro steigen. Das ermögliche eine bessere Finanzierung der Vorhaben, doch wies er auch darauf hin, dass Baumaßnahmen aufgrund der Auslastung der Firmen wesentlich teurer werden. Deshalb müsse überlegt werden, was verschoben werden kann.

Die Arbeiten am neuen Kindergarten haben begonnen. Die Gemeinde ist froh, dass die höhere Schlüsselzuweisung die zu erwartenden konjunkturbedingten Mehrkosten bei Bauinvestitionen tragen hilft. Foto: Kox
Die Arbeiten am neuen Kindergarten haben begonnen. Die Gemeinde ist froh, dass die höhere Schlüsselzuweisung die zu erwartenden konjunkturbedingten Mehrkosten bei Bauinvestitionen tragen hilft. Foto: Kox

Der Haushalt für 2019 wurde nochmals durchgesprochen. Dabei beläuft sich der Verwaltungshaushalt auf ca. 2,4 Mio. und der Vermögenshaushalt auf ca. 3,1 Mio. Euro. Die Räte wurden gebeten, die einzelnen Posten nochmals durchzusehen und eventuelle Ergänzungen vorzuschlagen.

Anlieger mit in der Pflicht

  • Strassen:

    Die Reparatur von Straßenschäden, das Tor zum Labertalradweg, das Überlaufbecken und die Doline waren Themen, die von den Gemeinderäten in die Diskussion gebracht wurden.

  • Hilfe:

    Dabei machte die Verwaltung darauf aufmerksam, dass die Sinkkästen in Gullys von den Anliegern zu reinigen sind. Söllner meinte, dass man den Bürgern wohl ein Werkzeug zur Verfügung stellen sollte.

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