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Deuerling
Donnerstag, 16. August 2018 30° 1

Musik

Singkreis feiert mit „The Messiah“

Zum 50. des Deuerlinger Chors gibt es zwei Konzerte: das Händel-Oratorium und einen Querschnitt durch 50 Jahre Chorgesang.
Von Peter Pavlas, MZ

Robert Göstl probt mit seinen Sängerinnen und Sängern die Chorpartien des „Messias“ in der Aula der Deuerlinger Schule. Fotos: Pavlas
Robert Göstl probt mit seinen Sängerinnen und Sängern die Chorpartien des „Messias“ in der Aula der Deuerlinger Schule. Fotos: Pavlas

Deuerling.Seit 50 Jahren besteht der Singkreis Deuerling, und das Jubiläum wollen die dort beheimateten Laienchöre unter ihrem Leiter Professor Robert Göstl am 4. und 5. November mit zwei Konzerten in der Waldetzenberger Markuskirche feiern. Zum einen wird Händels Oratorium „The Messiah“ zu hören sein, zum anderen interpretieren Kinderchöre und Singkreischor einen Querschnitt durch die 50 Jahre des Bestehens und die vielen Veranstaltungen, mit denen die Deuerlinger ihren Zuhörern so viel Freude bereitet haben.

Der musikalische Bogen spannt sich von der frühen Gregorianik („Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Melchior Frank) über bekannte Klassiker („Ave verum“ von Wolfgang Amadé Mozart) und Romantiker („Denn er hat seinen Engeln“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy) bis zur Gegenwart („Die Gedanken sind frei“ von Oliver Gies). Für dieses Konzert ist der Eintritt frei. Spenden sind willkommen.

Lebenswerk der Eltern fortführen

Carsten Brunner ist Tenor und zuständig für alles Digitale wie auch die Homepage des Chors: „Ich stamme aus Erbendorf und bin seit zwei Jahren beim Singkreis, weil ich einen neuen Chor suchte. Das Singen ist für mich wie Wellness, es bläst mir das Hirn frei und ist Balsam für die Seele. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es mir wichtig, auch mal abschalten zu können.“
Carsten Brunner ist Tenor und zuständig für alles Digitale wie auch die Homepage des Chors: „Ich stamme aus Erbendorf und bin seit zwei Jahren beim Singkreis, weil ich einen neuen Chor suchte. Das Singen ist für mich wie Wellness, es bläst mir das Hirn frei und ist Balsam für die Seele. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es mir wichtig, auch mal abschalten zu können.“

Rund 2000 Einwohner hat Deuerling, 100 Mitglieder zählen die Chöre. Was bedeutet die Chorarbeit für dessen Leiter, Robert Göstl? „Sehr viel“, antwortet dieser, er mache dies sehr gerne. Einerseits fühle er die Verpflichtung, das Lebenswerk seiner Eltern fortzuführen und damit deren Bildungsauftrag. Dann fühle er sich aber auch in der Gemeinschaft seiner Sänger und Sängerinnen einfach wohl. Diese seien in manchen Fällen schon in der zweiten oder dritten Generation im Chor.

Sven Graf, sechste Klasse singt Sopran: „Seit einigen Wochen bin ich im Singkreis. Vorher war ich seit der ersten Klasse Mitglied im Kinderchor. Ein Freund hat mich dazu inspiriert. Jetzt habe ich also schon sechs Jahre Chorpraxis. Was mir hier so gefällt, ist, dass ich in den Proben immer Neues lerne und Altes verbessern kann. Ich liebe einfach die Chorproben.“
Sven Graf, sechste Klasse singt Sopran: „Seit einigen Wochen bin ich im Singkreis. Vorher war ich seit der ersten Klasse Mitglied im Kinderchor. Ein Freund hat mich dazu inspiriert. Jetzt habe ich also schon sechs Jahre Chorpraxis. Was mir hier so gefällt, ist, dass ich in den Proben immer Neues lerne und Altes verbessern kann. Ich liebe einfach die Chorproben.“

Seinen Studenten in Köln wolle er zudem authentische Erfahrungen aus der allwöchentlichen Chorarbeit präsentieren können. „Ich bin in Deuerling mit den Füßen am Boden und strecke mich dennoch zu den Sternen!“ Was den Chor so besonders mache, sei laut Göstl die Vielfalt der interpretierten Literatur, die der Chor nicht nur toleriere, sondern auch erwarte. „Neugierde als menschliche Grundeigenschaft möchte ich nähren, und Appetit machen auf eine weite musikalische Bandbreite.“ Dazu komme der soziale Zusammenhalt der Chormitglieder: Er sehe es als Aufgabe, Generationen beim Singen zusammenzuführen. Der Altersdurchschnitt betrage etwa 35 Jahre. Viele gesellschaftliche Schichten und Berufe seien vertreten.

Rosa Ferstl aus Schacha singt Alt 1: „Ich suchte einen Chor, der mich gleichzeitig fordert und fördert, und den habe ich jetzt gefunden. Ein tolles Erlebnis war unsere Fahrt nach Sardinien vor einem Jahr, wo wir Chorkollegen aus der ganzen Welt trafen. Bei vier Auftritten sangen wir Carl Orff oder etwa „And so it goes“ von Billy Joel, das auch die Kings Singers in ihrem Programm haben.“
Rosa Ferstl aus Schacha singt Alt 1: „Ich suchte einen Chor, der mich gleichzeitig fordert und fördert, und den habe ich jetzt gefunden. Ein tolles Erlebnis war unsere Fahrt nach Sardinien vor einem Jahr, wo wir Chorkollegen aus der ganzen Welt trafen. Bei vier Auftritten sangen wir Carl Orff oder etwa „And so it goes“ von Billy Joel, das auch die Kings Singers in ihrem Programm haben.“

Einige Highlights aus der Oratorienliteratur habe man im Singkreis schon gesungen, wie Mendelssohns „Elias“ oder das Mozart-Requiem. Aus dem Chor sei der Wunsch nach dem „Messias“ gekommen, und dem habe Göstl gern entsprochen. „Der Chorpart ist leistbar, aber zugleich fordernd. Das Stück soll gleichzeitig für unser Publikum attraktiv sein, aber auch tiefergehend. Als Kirchenmusiker bekenne ich mich aber auch zum theologischen Gehalt des Oratoriums, zur Zusammenführung des Alten und des Neuen Testaments.“

Eine Karriere mit vielen Stationen

Heidrun Pirnay aus Brunn ist Mezzosopran: „24 Jahre bin ich schon dabei und ich könnte so manche Geschichte erzählen. Jedes Mal wenn unser Chorleiter etwas Neues präsentiert, denke ich: Das klappt nie, und dann funktioniert es doch wunderbar. Ich fühle mich sehr wohl in dieser Altersmischung zwischen 12 und 80 Jahren und beim gemeinsamen Fortgehen nach den Proben.“
Heidrun Pirnay aus Brunn ist Mezzosopran: „24 Jahre bin ich schon dabei und ich könnte so manche Geschichte erzählen. Jedes Mal wenn unser Chorleiter etwas Neues präsentiert, denke ich: Das klappt nie, und dann funktioniert es doch wunderbar. Ich fühle mich sehr wohl in dieser Altersmischung zwischen 12 und 80 Jahren und beim gemeinsamen Fortgehen nach den Proben.“

Robert Göstls Werdegang hat sich nach dem Studium aufs Lehramt Grundschule mit der Zeit herauskristallisiert: Er ist nun Professor für Kinderchorleitung/Singen mit Kindern. Zuvor absolvierte er ein Studium der Kirchenmusik und des Chordirigierens, war zehn Jahre lang Leiter der Vorchöre und Chorpädagoge in der Grundschule der Domspatzen. Nach Lehraufträgen an den Hochschulen in Regensburg und Würzburg und Referenten- und Jurytätigkeit wurde er Dirigent des Deutschen Jugendkammerchores (2010 bis 2014), von vox animata, dem Singkreis Deuerling und wirkte als Gast im In- und Ausland. Göstl ist Autor der Bücher „Singen mit Kindern“ und „Chorleitfaden“, Band 1 und 2, sowie der DVD (beides ConBrio, Regensburg) sowie zahlreicher Fachbeiträge. 2008 erfolgte die Berufung zum Professor an die Hochschule für Musik in Köln. Göstl ist Mitglied im Artistic Council des europäischen Netzwerks von Profichören, Tenso.

Die Jubiläums-Konzerte

  • Oratorium:

    Der Singkreischor aus 56 Jugendlichen und Erwachsenen führt am Samstag, 4. November, um 19.30 Uhr in der Kirche St. Markus in Waldetzenberg eine auf etwa 90 Minuten gekürzte Fassung von Händels „The Messiah“ auf. Die Solisten sind Beate Griesbeck und Berthold Schindler. Das Orchester setzt sich aus Kräften aus der Region zusammen. Die Leitung hat Roland Göstl. Nummerierte Platzkarten sind im Vorverkauf sowie an der Abendkasse erhältlich. Kartenbestellung unter Tel. (09 41) 46 71 77 77, unter Tel. (0 94 98) 85 35 oder unter festkonzert@web.de. Der „Messias“ gehört bis heute zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik des christlichen Abendlandes. Es umfasst in drei Teilen die christliche Heilsgeschichte von den alttestamentlichen Prophezeiungen bis zum Leben Jesu.

  • Best of:

    Am Sonntag, 5. November, bringen um 17 Uhr Chor und Kinderchor des Singkreises in St. Markus bei freiem Eintritt „Das Beste aus 50 Jahren“ zu Gehör. Spenden sind hochwillkommen. Der Schwerpunkt liegt auf a-cappella-Stücken, Musik also, die den Singkreis seit nunmehr einem halben Jahrhundert prägt und auszeichnet. Die musikalische Vielfalt, die der Chor stets gepflegt hat, steht im Mittelpunkt.

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