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Politik

Lern-Campus für Donaustauf

Der Marktrat beschloss den Neubau eines Kinderhauses. Hier sollen Schule, Kindergarten und Krippe untergebracht werden.
Von Petra Schmid

  • Einen Lern-Campus will Donaustauf auf der Freifläche hinter der bestehenden Schule errichten. Foto: Armin Weigel/dpa
  • Die Sanierung der bestehenden Schule käme zu teuer. FotoS: Petra Schmid

Donaustauf.Die Grundschule in Donaustauf stand in den letzten Jahren oft im Fokus des Marktrats. Zuerst gab es Pläne, eine Gemeinschaftsschule anzusiedeln. Als es von den übergeordneten Stellen kein grünes Licht dafür gab, machte man sich daran, die Grundschule zukunftsfest zu machen. Eine Sanierung und die Etablierung der offenen Ganztags-Grundschule wurden in Betracht gezogen. Ortstermine und Gespräche mit den Schulverantwortlichen vor Ort und in übergeordneten Stellen fanden zwischenzeitlich statt.

Bereits im Mai und August vergangenen Jahres stellte der Donaustaufer Architekt Joachim Gutthann Pläne und Konzepte zu einer Sanierung sowie alternativ zu einem Neubau vor. Längst ist bekannt, dass die Kapazitäten bei der Betreuung nicht ausreichen und das Schulgebäude schon Jahrzehnte auf dem Buckel hat und den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht.

Altbau aus dem Jahr 1968

Gutthann stellte im Marktrat die Idee vor, einen „Kinder-Campus“, der aus mehreren Gebäuden besteht, zu schaffen. Neben Kindergarten sollen hier auch Kinderkrippe und Grundschule in mehreren Häusern an einer kompakten Stelle sein. Von einer Sanierung der Grundschule, die aus dem Jahr 1968 stammt, riet der Bauexperte ab, denn aus seiner Sicht sei ein Neubau sinnvoll, hatte Gutthann im vorigen Jahr hervorgehoben. Umgesetzt werden soll das Projekt auf der Freifläche hinter der Schule in der Größe von rund 12 000 Quadratmetern.

In der jüngsten Sitzung des Marktrats wurden nun die Weichen dafür gestellt. Der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Georg Weigert erläuterte, dass der neue geplante Kindergarten nördlich der Schule an der Jahnstraße entstehen solle. Diese Maßnahme werde bereits umgesetzt. Weigert erklärte erneut, wenn die Grundschule saniert werde, würden die Gegebenheiten den heutzutage erforderlichen pädagogischen Anforderungen nicht gerecht.

Außerdem müsse der laufende Schulbetrieb während der Bauphase erfolgen, hob der Verwaltungsangestellte hervor und ergänzte: „und dies über mehrere Jahre“. Auch gehe er davon aus, dass eine Barrierefreiheit der Schule nur schwierig herzustellen sei. Das Thema „Altlasten“ dürfe man ebenfalls nicht aus den Augen lassen.

Die Kosten für eine Sanierung der Grundschule habe der Architekt im vergangenen Jahr mit rund zwölf Millionen Euro angegeben und die Kosten für den Neubau des „Lern-Campus“ hatte er Fachmann mit 12,2 Millionen Euro veranschlagt, fasste Weigert zusammen.

Als Vorgehensweise schlug der Verwaltungsmitarbeiter zunächst den Grundsatzbeschluss über einen Neubau oder einer Sanierung der Grundschule vor und riet zur Durchführung eines Architektenwettbewerbs. Als nächstes stünde dann die Einholung der schulaufsichtlichen Genehmigung, die Erstellung eines Finanzierungskonzepts und die Ausschreibung und Durchführung der Baumaßnahme an, zählte Weigert auf. Derzeit würden rund 130 Schüler die Grundschule besuchen und der Entwurf für die offene Ganztagsschule sei auf 200 Kinder ausgelegt. Dies sei laut Rücksprache mit der Regierung der Oberpfalz ausreichend, erläuterte er.

Furcht vor Altlasten

Jenö Mihalyi zweifelte die angegebenen Kosten für die Sanierung und für den Neubau an. Nicolai Bube betonte, dass er sich klar für einen Neubau ausspreche, denn der Bestand sei für einen modernen Schulbetrieb nicht geeignet. 3. Bürgermeisterin Brigitte West sprach sich eindeutig für die Durchführung des Architektenwettbewerbs aus. Um in den Genuss einer Förderung zu kommen, habe der Markt Donaustauf seiner Meinung nach keine Auswahlmöglichkeiten, denn es käme dann nur ein Neubau in Frage, meinte Martin Sendlbeck.

Bürgermeister Jürgen Sommer befürchtete, dass bei einer Sanierung einige versteckte gefährliche Stoffe zutage kommen würden. Hier solle man besser nicht rumwühlen. Auch könne der Bestand nicht die für die offene Ganztagsschule notwendigen Räume, wie Differenzierungsräume bieten. „Ich gehe davon aus, dass bei einer Sanierung der Grundschule wohl nur die Außenhülle stehenbleiben würde“, hob Sommer hervor.

Zum Zeitplan sagte Weigert, dass die Verfahrensdauer rund acht bis neun Monate betrage und man wohl Ende 2019 einen Sieger des Architektenwettbewerbs habe und dann 2020 mit der Realisierung beginnen könne.

Diese Beschlüsse fasste der Marktrat

  • Neubau:

    Der Marktrat Donaustauf fällte ohne Gegenstimmen den Grundsatzbeschluss, dass anstatt einer Sanierung der bestehenden Schule im angrenzenden Areal ein Neubau erfolgen soll.

  • Wettbewerb:

    Ebenfalls ohne Gegenstimmen fällte der Marktrat Donaustauf die Entscheidung, die Verwaltung zu beauftragen, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Man kam überein, dass der Wettbewerb offen ausgeschrieben wird.

  • Grundlagen:

    Mit dem einstimmigen Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans „Schulanlage“ schuf der Marktrat die Grundlagen zur Umsetzung des Schul- und Kindergartenneubaus.

  • Betreuung:

    Ohne Gegenstimmen stimmte der Marktrat den notwendigen Befreiungen für den Antrag auf Neubau eines Kindergartens mit Kinderhort zu. Das gemeindliche Einvernehmen zum Antrag wurde somit erteilt. (lps)

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