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Neujahrsempfang

Martin Weber warb für Demokratie

Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei schwärmte in Donaustauf für Europa. Aber es müsse daran gearbeitet werden.
Von Petra Schmid

Bürgermeister Jürgen Sommer lauscht dem Festredner Manfred Weber. Foto: Petra Schmid
Bürgermeister Jürgen Sommer lauscht dem Festredner Manfred Weber. Foto: Petra Schmid

Donaustauf.Der Neujahrsempfang des Markts Donaustauf ist seit mehr als zehn Jahren feste Einrichtung zu Jahresbeginn. In den vergangenen Jahren verpflichtete Bürgermeister Jürgen Sommer eine ganze Reihe von Festrednern. Beispielsweise Landtagspräsidentin Barbara Stamm, IHK-Präsident Peter Esser, Bischof Rudolf Voderholzer, Prof. Dr. Heinrich Oberreuter und im vergangenen Jahr stand Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg und Vize-Präsident des Deutschen Städtetages, am Rednerpult.

Heuer, im Jahr der Europawahl, besuchte Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender im Europäischen Parlament und Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, den Neujahrsempfang im Bürgersaal in Donaustauf. Mit den Worten: „Wir wissen es zu schätzen, dass wir den wohl zukünftigen EU-Kommissionspräsidenten zu Gast haben“, übergab Sommer das Wort an den Festredner.

In seiner Rede machte der Ehrengast zunächst einen „Rundflug“, wie er es bezeichnete, durch Europa. Er kam dabei auf den Brexit zu sprechen. Er erlebe selten, dass Menschen sagen würden, es sei clever, was die Briten da machen. „Oder blicken Sie nach Frankreich“, forderte er auf und erklärte, auch hier gebe es Bewegungen, die einen Austritt aus der Europäischen Union fordern würden. Auch Italien und Polen nannte Weber als Beispiele. Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass es in unserem eigenen Land Monate gedauert habe, bis sich eine Regierung gebildet habe und dabei sei Deutschland ein stabiles Land, hob er hervor. Wenn man schaue, was in der vergangenen Zeit in Europa erreicht worden sei, könne man optimistisch in die Zukunft blicken, aber es müsse gemeinschaftlich daran gearbeitet werden, forderte Weber.

Wachstum von zehn Prozent

Im Jahr 2008 sei die Wirtschaft mit minus fünf Prozent eingebrochen und nach zehn Jahren Krisenmanagement könne man nun ein Wirtschaftswachstum von zehn Prozent vorweisen, so der Europapolitiker. „Wir Europäer können viel leisten, wenn wir die Partnerschaft praktizieren“, verkündete Weber. Es sei nie versprochen worden, dass es keine Probleme in der EU mehr gebe, sondern, dass man diese gemeinsam besser lösen könne.

Die Herausforderungen und Aufgaben seien vielfältig, er wolle nur einige Schlagworte nennen, wie etwa Globalisierung, Digitalisierung oder Klimaschutz. Man werde sich auch in Zukunft schützen müssen, mahnte Weber. Man dürfe nicht naiv sein und müsse das Know-how in bestimmten Wirtschaftszweigen vor feindlicher Übernahme schützen. Künftig könne man beispielsweise bei Handelsvereinbarungen einen entsprechenden Passus aufnehmen, dass Produkte nur geliefert werden dürften, wenn keine Kinder dafür arbeiten mussten, schlug Weber vor. Dafür erntete er Applaus. Zum Thema Digitalisierung meinte er, dass die Entwicklungen der Zukunft eine so gewaltige Wucht haben würden, die in Gänze nicht abzusehen sei. Es sei abzusehen, dass es nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer geben werde. Hier solle man überlegen, ob nicht diejenigen, die damit viel Geld verdienen, denen helfen sollten, die dadurch verlieren.

Ihn verwundere oft die Einstellung zur EU, wenn eine Einzelentscheidung nicht gefalle, lehne man die EU ab. Aber im Gegenzug sei man nicht gegen Deutschland, weil in Berlin eine unglückliche Entscheidung gefällt werde, so Weber.

Gesunder Patriotismus sei nötig

Stellvertretender Landrat Willi Hogger freute sich, dass er wieder zum Neujahrsempfang kommen durfte und sagte, dass die Taktung der RVV-Busse verdichtet werde. Zuvor hatte Bürgermeister Sommer in seiner Neujahrsansprache betont, dass ein gesunder Patriotismus gebraucht werde, darum habe der Markt eine Bayern-, Deutschland- und Europafahne angeschafft. Neidisch habe er immer auf seine Amtskollegen, beispielsweise in Italien und Frankreich geblickt – diese würden bei offiziellen Anlässen eine Schärpe in den Landesfarben tragen, verriet der Rathauschef. „Ich finde, der Staat muss Staat machen“, fasste er zusammen.

Die drei Fahnen würden künftig sein Büro schmücken, kündigte Sommer an. Er appellierte: „Gehen Sie am 26. Mai zur Wahl und zeigen Sie damit, dass Sie zu diesem Staat, zu Bayern, zu Deutschland und unserem Europa stehen.“

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