MyMz
Anzeige

Kultur

Turniergilde bot Spektakel in Donaustauf

Großer Applaus vor ausverkauftem Haus: Akteure in Höchstform, Top-Choreografien und tolle Bühnenbilder begeistern die Fans.
Von Petra Schmid, MZ

Wunderbare Turner-Show
Wunderbare Turner-Show Foto: P. Schmid

Donaustauf.Ohne die Burgruine wäre Donaustauf um eine Attraktion ärmer. Vor allem wäre wohl das Sportspektakel 2015 nicht unter dem Motto „1101 Jahre Burg“ gestanden. Denn gerade dieses Motto trug wohl zum grandiosen Erfolg der Turnergala bei. Sportliche Höchstleistungen sowie Augenblicke zum Lachen und Staunen gehören zum Sportspektakel in Donaustauf dazu. Doch heuer gab es besonders großen Applaus bei den einzelnen Nummern, sogar Zugabe-Rufe noch während der Show waren zu hören.

Kein Wunder: Künstlerischer Leiter Otmar Hintermeier, quasi der Vater des Spektakels, übertraf sich mit seinem Team wieder einmal selbst und schaffte es, das Event zum Jubiläum vor zwei Jahren noch einmal zu toppen. Von den Besuchern war dies in der Pause oft zu hören. Viele gerieten geradezu ins Schwärmen. Moderatorin Sabine Hrach, die als Burgführerin das gesamte Publikum durch die kurzerhand in die Sporthalle versetzte Burg führte, begeisterte mit ihrem trockenen Humor. In den vielen Jahrhunderten habe sie noch nie so viele Gäste bei einer Burgführung gehabt, freute sie sich zur Begrüßung. Zu treffen seien junge und alte Ritter, große und kleine Burgfräuleins und vor allem auch etliche Geister, warnte sie.

Die Lacher hatte sie auf ihrer Seite, als sie Heinz Erhardts Gedichte zu „Ritter Fips“ zitierte. Zum neugeborenen Ritter wusste sie: „Die Rüstung muss, ist man noch klein, besonders unten rostfrei sein.“ Herzhafte Lacher waren ihr Lohn dafür. Die Burgführerin ist beim Turnerevent keine Unbekannte, sie führte bereits mehrfach durchs Programm und steht ansonsten auch für Theatraubling auf der Bühne.

Alle Generationen

Die kleinen und großen Darsteller beeindruckten nicht nur durch ihre Akrobatik, sondern auch durch ihre fantasievollen und stimmigen Kostüme. Es tummelten sich auf den Turnmatten und an den Geräten unter anderem kleine Burghexen, Bauernkinder oder auch Ritterknappen. Dass gerade diese im Turnen so firm seien, verwundere nicht, denn wenn man jahrhundertelang eine Burg verteidigen müsse, dann liege einem das Turnen einfach im Blut. „Überzeugen Sie sich selbst“, forderte die Moderatorin auf. Sie hatte nicht zu viel versprochen. Hier zeigte sich, dass Hintermeier und Co. nicht nur Turnmeister sind, sondern auch handwerkliches Geschick aufweisen. Denn beispielsweise der nachempfundene Burgbrunnen entstammt der „Werkstatt Hintermeier“ und das transportable Reck für die Knappen entwarf Turnerurgestein Horst Vogel – und Norbert Spannberger baute es. Kein Wunder also, dass die Jungen daran turnen, als wären sie schon am Reck „geboren“. Vogel, der mit Sohn Wolfgang die Nummer einstudierte, ließ seine Jungs während des Auftritts nicht aus den Augen und lobte am Schluss: „Das haben sie alle sehr gut gemacht!“ Stolz sind sie freilich alle, die vielen Übungsleiter und Trainer, die mit den Akteuren die Auftritte vorbereiten und meist wohl nervöser sind als die Sportkünstler selbst.

Auch heuer sorgten Akrobaten der Uni Regensburg für zusätzliche Höhepunkte. Ob dies nun der atemberaubende Auftritt des Vertikaltuchkünstlers war oder der Auftritt der „Donaupiraten“ mit ihrem alten Schiff – die aufwändigen Hebefiguren und sportlichen Höchstleistungen sorgten für Begeisterungsstürme. Oft hatte man den Eindruck, die Piratinnen würden geradezu ins Publikum springen.

Prominenz aus dem Häuschen

Unter den Gästen waren auch Donaustaufs drei Bürgermeister Jürgen Sommer, Wolfgang Weigert und Brigitte West. Restlos begeistert lobten sie das Turnspektakel. Man erwarte den Auftritt seines Kindes mit einem ganz anderen Gefühl, gestand Sommer, dessen Tochter diesmal mitwirkte. Es sei wieder einmal ein fantastischer Abend zum Staunen und Entspannen gewesen, schwärmte der Rathauschef.

Auch Vize Weigert sprach von einem hervorragenden Ereignis. Alle zwei Jahre zeige die Turnabteilung welch’ außergewöhnliches Potenzial in den Sportlern stecke. Vor rund 15 Jahren habe er zusammen mit seinem Vater einmal bei einer Karatenummer mitgewirkt, erzählte er. „Das war kein Vergleich, mit dem, was uns heute geboten wurde“, sagte er anerkennend. „Otmar Hintermeier hat es wieder einmal geschafft, das letzte Spektakel wieder zu toppen“, begeisterte sich West. Sie sehe immer mit etwas Wehmut zu, denn früher sei sie als Übungsleiterin dabei gewesen, sagte sie. „Ich bin sehr zufrieden, es ist sehr gut gelaufen“, zog Hintermeier Fazit und lobte sein Team für den tollen Einsatz. Alles laufe wie am Schnürchen und sei so eingespielt, dass es wie von selbst laufe. An diesem Samstag ist die letzte Vorstellung. Sie ist natürlich ausverkauft.

Sportspektakel in Donaustauf

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht