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Sozial

Duggendorfer Schreiner hilft in Afrika

Horst Schönberger hat in Kenia eine Schule errichtet. Für die Finanzierung hat er eine ungewöhnliche Lösung.
Von Martina Neu

  • Viele Hände halfen beim Bau des Schulgebäudes in Kenia mit. Die 70000 Euro Baukosten finanzierte der Verein „Strahlende Kinderaugen“. Fotos: Schönberger
  • Handarbeit: Die Grundmauern für die Schule entstanden in Handarbeit. Einen Maschineneinsatz, wie er bei uns Standard ist, gibt es kaum. Aber die Leute haben zusammengeholfen und sich für das Projekt eingesetzt. Die Arbeitskräfte wurden angelernt. Fotos: Schönberger

Duggendorf.Die Frage, ob es Sinn macht, sich in einem fremden Land zu engagieren, stellen sich sicherlich viele. Für den Duggendorfer Schreiner Horst Schönberger war es keine Frage. Er musste und muss es einfach tun. Schon vor einigen Jahren engagierte er sich in Indien, unterstützte ein Waisenhaus und bildete Schreinerlehrlinge aus. Vor vier Jahren ist Schönberger dann mit Hans Gnann, einen guten Freund, nach Kenia gefahren. Er wollte sich das Land anschauen und Gnanns Kontakte vertiefen.

Schönberger fragte sich, woran es liegt, dass dieses Land nicht hochkommt. Er stellte fest, dass es viel Armut gibt und die Kinder nicht zur Schule gehen können. Dann lernte er den Gymnasiallehrer Orange Jahirus kennen, der sich sehr für Straßenkinder engagierte. Ein Jahr später hatte man schon ein Konzept erarbeitet.

Farbenfroh präsentiert sich die neue Schule in Mtwapa. Fotos: Schönberger
Farbenfroh präsentiert sich die neue Schule in Mtwapa. Fotos: Schönberger

In Deutschland wurde der Verein „Strahlende Kinderaugen“ gegründet und das „Deutsche Kenia Team“ aus der Taufe gehoben.

140000 Euro Baukosten

Schönberger macht gerne Musik und trat mit seinem Bruder Helmut und Hans Gnann in Benefizkonzerten in den verschiedensten Orten auf. Zum Teil wurden sie von Vertretern der Pfarreien angefragt, ob sie nicht bei ihnen spielen könnten. Bei diesen Auftritten wurde das Projekt „Strahlende Kinderaugen in Kenia“ vorgestellt und gesagt, wie die Leute helfen können. Oftmals wollen die Besucher auch wissen, was schon alles gemacht wurde. Vor zwei Jahren kam ein Großspender auf Schönberger zu und dann ging alles ziemlich schnell. In Mtwapa kaufte der Hilfsverein ein ca. ein Hektar großes Grundstück für rund 70 000 Euro und errichtete ein Schulgebäude.

Brunnen: Frisches, sauberes Wasser ist das A und O für das Projekt. So wurde eigens ein Brunnen gebaut, um die Schüler zu versorgen. Die meisten der Kinder kannten bisher sauberes Wasser kaum. Trotzdem fehlt es in der Schule noch an vielem. Fotos: Schönberger
Brunnen: Frisches, sauberes Wasser ist das A und O für das Projekt. So wurde eigens ein Brunnen gebaut, um die Schüler zu versorgen. Die meisten der Kinder kannten bisher sauberes Wasser kaum. Trotzdem fehlt es in der Schule noch an vielem. Fotos: Schönberger

Mtwapa liegt am Indischen Ozean ca. 30 Kilometer nördlich von Mombasa. Das „Deutsche Kenia Team“ wandte sich an die deutsche Regierung und erhielt eine Auslandsförderung. „Wir haben uns extra schulen lassen, damit die Anträge korrekt ausgefüllt sind“, erinnert sich Schönberger.

Mittlerweile konnte ein Teil der Schule für 200 Straßenkinder eingeweiht werden. Ohne diese Schule, die den Namen „The Precious Hope School“ trägt, hätten diese Kinder keine Chance auf Bildung erhalten. „Es war ein wunderschönes, emotionales Fest. Derzeit sind die ersten sieben Klassenzimmer fertig und die Vorschulkinder sind in einem Nebengebäude untergebracht“, erzählt Schönberger. Das Schulgebäude kostete ebenfalls rund 70 000 Euro.

Mieteinnahmen für die Schule

Allerdings braucht eine Schule laufend Mittel, damit sie geführt und die Lehrer bezahlt werden können. Aber was tun? Horst Schönberger entschloss sich vor eineinhalb Jahren, ein Mietshaus mit 16 Apartments zu bauen.

Horst Schönberger engagiert sich für Straßenkinder. Fotos: Schönberger
Horst Schönberger engagiert sich für Straßenkinder. Fotos: Schönberger

40 Prozent der Mieteinnahmen gehen an die Schule, um die laufenden Kosten zu decken. „In diesem Mietshaus können bis zu 100 Personen wohnen. Es wurde für kenianische Verhältnisse in einem gehobenen Stil gebaut. Wenn man bedenkt, dass viel Kenianer noch in Lehmhütten wohnen, haben sie hier wenigstens fließend Wasser, Strom und Toiletten“, so Schönberger. „Man kann sich kaum vorstellen, dass in so einem Apartment mit 15 Quadratmetern bis zu zehn Leute wohnen, aber das ist dort ganz normal.“

Als Nächstes ist die Erweiterung der Schule geplant, damit die Kinder länger zur Schule gehen und einen Abschluss machen können. Dafür werden ca. 100 000 Euro gebraucht. Schönberger und seine Mitstreiter betonen, wenn jungen Menschen Bildung ermöglicht werde, hätten sie eine Zukunft. Sie seien dann nicht der Prostitution oder Ausbeutern ausgeliefert. Aber man braucht Leute, die sich engagieren und das nicht nur finanziell.

Gesucht sind z. B. Handwerksmeister, die für einige Wochen nach Kenia gehen und ihr Können vermitteln. Dann könnten die Einheimischen selbst weiter machen, ist sich Schönberger sicher. In diesem schönen Land habe man die Chance, mit ein bisschen Einsatz viel zu erreichen.

Spenden für „Strahlende Kinderaugen in Kenia“, Verein: Leben im Licht e.V., IBAN: DE33750690610000039977, BIC: GENODEF1HEM werden gerne entgegengenommen. Infos: www.strahlende-kinderaugen-kenia.de.

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