MyMz
Anzeige

Internet

Flottes Netz für Neumarkt und Regensburg

Die Laber Naab Infrastruktur GmbH hat den Masterplan für die Gemeinden vorgestellt. Mit ihm soll Breitbandausbau gelingen.
Von Heiner Stöcker

René Meyer, Geschäftsführer der Laber Naab Infrastruktur GmbH, sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. Foto: Heiner Stöcker
René Meyer, Geschäftsführer der Laber Naab Infrastruktur GmbH, sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. Foto: Heiner Stöcker

Beratzhausen.Das Internet bestimmen längst den Alltag – sowohl im privaten Umfeld mit Streaming-Diensten, dem Internet der Dinge oder Online-Spielen als auch auf professioneller Ebene, wenn Firmen Gigabyte an Daten hin und her schieben. In der Stadt kein Problem – auf dem Land ist das schnelle Internet ein Standortfaktor, den Unternehmen kritisch mit einplanen.

Die Gigabit-Gesellschaft stellt eine fortgeschrittene Informationsgesellschaft dar, die vollständig von Informations- und Kommunikationstechnik durchdrungen ist. „Menschen, Maschinen, Dinge und Prozesse werden nahtlos miteinander vernetzt sein“, schreibt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in seinem Eckpunkte-Papier Zukunftsoffensive Gigabit-Deutschland.

Diesen Herausforderungen stellt sich ein Verbund von ostbayerischen Kommunen: Die Laber Naab Infrastruktur GmbH ist eine Kooperation der Kommunen Brunn, Deuerling, Duggendorf, Hemau, Hohenfels, Holzheim am Forst, Kallmünz, Laaber, Lupburg, Nittendorf, Parsberg und Velburg. „Und nun ist uns ein Meilenstein gelungen“, sagte Max Knott, der Aufsichtsratsvorsitzende der GmbH.

Analyse und Planung

Die Laber-Naab Infrastruktur GmbH hat mit ihren Mitgliedskommunen in den vergangenen Monaten am Bundesförderprogramm „Beratungsleistung“ teilgenommen, den Glasfaserausbau für das schnelle Internet genau untersucht und die weitere Vorgehensweise für eine flächendeckende Glasfaserversorgung konzipiert. Zur Vorstellung der Breitbandmasterpläne und Sachberichte waren am Mittwoch alle Bürgermeister und Breitbandpaten sowie Vertreter der Kommunen und Landkreise nach Beratzhausen geladen.

Max Knott, Aufsichtsratsvorsitzender der Laber Naab Infrastruktur GmbH: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Jetzt muss Zug um Zug an die LNI gemeldet werden, wo gebaut wird, damit die Infrastruktur geschaffen werden kann.“
Max Knott, Aufsichtsratsvorsitzender der Laber Naab Infrastruktur GmbH: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Jetzt muss Zug um Zug an die LNI gemeldet werden, wo gebaut wird, damit die Infrastruktur geschaffen werden kann.“

Um den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsdatennetze voranzubringen, hat die Bundesregierung ein Förderprogramm eingeführt. Mit Hilfe dieser öffentlichen Gelder können Kommunen ein Gesamtkonzept entwickeln, um sukzessive alle Hausadressen mit einem gigabitfähigen Anschluss auszustatten: mit einem Next Generation Access – kurz NGA.

Die Laber Naab Infrastruktur GmbH (LNI) hat die Förderabwicklung und Koordination der Arbeiten für ihre Gesellschafterkommunen übernommen. Beauftragt für die Realisierung der Planung hat sie die Firma Fiber Concept GmbH aus Regensburg. Projektleiter Karlheinz Grund und Martin Kaiser stellten der Versammlung ihre Ergebnisse vor. „Das ist eine Grobplanung, die Sie in der Schublade haben“, sagte Grund. Wann immer eine Kommune eine Straße, einen Kanal, einen Radweg oder irgendein anderes Tiefbauvorhaben plant, „dann können Sie den Masterplan aus der Schublade holen, und prüfen, ob eine Mitverlegung von Glasfaserkabeln vorgesehen ist“, sagte Grund.

Franz Hofmeister, Breitbandpate Hemau: „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts. Wie es letztendlich bei der Umsetzung aussieht, kann ich nicht sagen. Es ist ja erstmal nur eine Grobplanung – man hat etwas in der Hand. “
Franz Hofmeister, Breitbandpate Hemau: „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts. Wie es letztendlich bei der Umsetzung aussieht, kann ich nicht sagen. Es ist ja erstmal nur eine Grobplanung – man hat etwas in der Hand. “

Mittelfristig wird das den Kommunen viel Geld sparen, sagte Max Knott im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung. „Wenn man im Nachhinein zum Beispiel eine Straße noch mal aufreißen muss, weil ein Datenkabel rein soll, dann ist das unwirtschaftlich.“

Knapp 40 Partner bis 2019

Schon heute vertritt die Laber Naab Infrastruktur GmbH die angeschlossenen Kommunen und tritt als passiver Netzbetreiber auf dem Markt auf. Geschäftsführer René Meyer rechnet damit, dass sich bis 2019 knapp 40 Kommunen zumindest vertraglich an das Unternehmen gebunden haben werden. Sie wenden sich an die Tochtergesellschaft des Wasserzweckverbands Laber-Naab, weil sie ähnliche Sorgen haben. Meist strukturelle Probleme, und bei technischen und rechtlichen Themen den Ausbau betreffend, ist eine kleine Gemeinde alleine kein gleichwertiger Gesprächspartner für die oft überregionalen Großkonzerne. Somit trat die Idee zur Gründung einer Gigabit-Gesellschaft auf den Plan.

Ulrich Brey, Bürgermeister Kallmünz: Bürgermeister Kallmünz: „Wir sind wirklich sehr glücklich, dass das Konstrukt so entstanden ist. Jede Gemeinde hat profitiert – auch finanziell. Und es hat lange gedauert, dass der Landkreis mit aufgesprungen ist.“
Ulrich Brey, Bürgermeister Kallmünz: Bürgermeister Kallmünz: „Wir sind wirklich sehr glücklich, dass das Konstrukt so entstanden ist. Jede Gemeinde hat profitiert – auch finanziell. Und es hat lange gedauert, dass der Landkreis mit aufgesprungen ist.“

„Die Gründung der Laber Naab Infrastruktur GmbH war eine wegweisende Entscheidung der Kommunen“, sagte René Meyer. Statt sich den großen Netzanbietern auszuliefern, setzten die auf Unabhängigkeit. „Ziel ist es, mit den weiteren Kommunen im Landkreis Regensburg und auch in den Landkreis Neumarkt noch zu expandieren, um hier kommunale Infrastruktur zu schaffen, die dann später letztendlich an Internet-Service-Provider vermietet wird. Damit schafft man nachhaltig Werte, die im Eigentum der Kommune bleiben und den Bürgern zur Verfügung gestellt werden.“ Die GmbH arbeitet da vor allem mit drei Internet-Anbietern zusammen: der R-Kom aus Regensburg, Brandl Services aus Postbauer-Heng und der Firma inexio/Quix aus Saarlouis. Aktive Kundenverträge der Partner wird das Netz der GmbH bis Jahresende 450 haben. „Die Zahl könnte noch größer sein – aber das wächst.“ Um das voranzubringen will Meyer das Marketing ausweiten und auch die Provider in die Pflicht nehmen, ihr Angebot weiter zu bewerben und den Vertrieb zu intensivieren. „Denn das Netz ist da – die Kunden müssen es nur wissen.“

Die Laber-Naab-Infrastruktur GmbH will die Region für die Gigabit-Gesellschaft fit machen. Foto: Heiner Stöcker
Die Laber-Naab-Infrastruktur GmbH will die Region für die Gigabit-Gesellschaft fit machen. Foto: Heiner Stöcker

„Jetzt liegt der Ball wirklich bei den Kommunen“, sagte Meyer der Mittelbayerischen Zeitung im Blick auf den NGA-Masterplan. „Die sind dran, uns zuverlässig Bauvorhaben zu melden, damit wir prüfen können, ob eine Mitverlegung von Glasfaserkabeln Sinn macht, damit unser Netz weiter wachsen kann.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht