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Feuerwehr

Feuerwehren kämpften gegen starken Rauch

Als die Helfer in Duggendorf ankamen, brannte die Schreinerei lichterloh. Der Schaden wird auf fast eine Million geschätzt.
Von André Baumgarten, MZ

Duggendorf. Ein Großbrand hat in der Nacht auf Dienstag eine Schreinerei in Duggendorf völlig zerstört. Rund 160 Ehrenamtliche von 14 Feuerwehren waren laut einer Auskunft von Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer alarmiert worden, um das Feuer am Haidberg zu löschen. Ein großer, hellroter Feuerkegel war schon bei deren Anfahrt weithin sichtbar – beim Eintreffen loderten die Flammen bereits meterhoch aus dem Dach. Die Polizei bezifferte den Schaden vor Ort auf mindestens eine halbe Million Euro.

Gegen 1 Uhr nachts hatten Nachbarn das Unglück bemerkt. Sie sahen bereits erste Flammen aus dem Dach des Betriebes am Haidberg schlagen, wie die Beamten der Polizeiinspektion in Regenstauf unserem Medienhaus sagten. Die Integrierte Leitstelle in Regensburg löste daraufhin Großalarm für die Feuerwehren in der Region aus und beorderte unter anderem die zwei Drehleitern aus Beratzhausen und Burglengenfeld zum Einsatzort. Im Erstangriff galt der Fokus auf die Absicherung der umliegenden Gebäude in dem eng bebauten Wohngebiet. „Das ist ein schwieriges Gelände“, erklärte der zuständige Kreisbrandmeister Josef Pretzl. „Der Betrieb und auch die Örtlichkeit sind den Einsatzkräften aber bekannt.“

Weitere Bilder vom Brand in Haidberg sehen Sie in unserer Galerie:

Großbrand in Duggendorf

Löschwasser aus der Naab gepumpt

Mit besorgten Blicken verfolgten die Nachbarn die Löscharbeiten rund um die Schreinerei – einigen aus sicherer Entfernung an Fenstern, andere in ihren Hofeinfahrten und Gärten. Erst gut eine Stunde nach der Alarmierung gelang es, das Feuer wirksam zu bekämpfen. Dafür mussten die Ehrenamtlichen zunächst über mehrere Hundert Meter direkt von der Naab zwei dicke Schlauchleitungen zur Sicherstellung der Wasserversorgung an der Einsatzstelle aufbauen. Über mehrere Pumpen wurde das Wasser schließlich den Haidberg hinauf gepumpt. Einige Tanklöschfahrzeuge pendelten zwischen Hydranten und Brandort.

Ein Innenangriff im länglich gebauten Gebäude, das von mehreren Wohnhäusern umgeben ist, war laut Angaben von Kreisbrandrat Scheuerer nicht möglich. „Das war bereits zu instabil“, erläuterte der erfahrene Einsatzleiter. Das Feuer konnte nur von außen mit Wasser aus zahllosen Strahlrohren bekämpft werden; zudem von oben über die Drehleitern. Die Aktiven konnten sich aufgrund hoher Rauchentwicklung nur unter schwerem Atemschutz dem Gebäude näher. Zehn Trupps mit je drei Strahlrohren löschten das Flammenmeer.

Rund 160 ehrenamtliche Aktive von 14 Feuerwehren rückten zum Großbrand aus.
Rund 160 ehrenamtliche Aktive von 14 Feuerwehren rückten zum Großbrand aus. Foto: Baumgarten

Der größte Teil des Produktionsbereichs der Schreinerei sei bei dem Großbrand zerstört worden. Weite Teile des Daches brachen noch während der Löscharbeiten in sich zusammen. Sie hielten laut Scheuerer durch den Brand im Inneren und des Gewichts der darauf installierten Photovoltaikanlage nicht mehr stand. Die Ehrenamtlichen mussten die Dachhaut an mehreren Stellen öffnen, um die auch nach Stunden kräftezehrenden Einsatzes immer wieder neu aufflammenden Glutnester ablöschen zu können.

Wie der Kreisbrandrat im Gespräch mit unserem Medienhaus noch an der Einsatzstelle betonte, wird nach Ende der eigentlichen Löscharbeiten eine Brandwacht für das Objekt eingerichtet. „Aber das wird noch einige Stunden dauern“, resümierte er gegen 4 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt flammten einzelne Bereiche des Brandherdes immer wieder auf und mussten gelöscht werden.

Brandstiftung scheidet laut Kripo aus

Die Ursache des Großbrands in der Schreinerei blieb am Dienstag ungeklärt. Sicher ist inzwischen, dass Brandstiftung ausscheidet. „Die Brandermittler der Kriminalpolizei Regensburg können eine Fremdeinwirkung und fahrlässiges Handeln als Brandursache ausschließen“, heißt es dazu wörtlich im Polizeibericht. Derzeit wird eine technische Ursache in Betracht gezogen. Wegen des hohen Zerstörungsgrads am Brandort hält die Kriminalpolizei weitere Ermittlungen für erforderlich. Die Fachleute korrigierten auch den Schaden nach oben. Die Rede ist nun von einem oberen sechsstelligen Bereich.

Die Schreinerei brannte in der Nacht auf Dienstag vollständig aus. Der Schaden liegt bei fast einer Million Euro.
Die Schreinerei brannte in der Nacht auf Dienstag vollständig aus. Der Schaden liegt bei fast einer Million Euro. Foto: Baumgarten

Die Schreinerei am Haidberg wird bereits in zweiter Generation geführt und besteht seit fast einem halben Jahrzehnt an diesem Ort. Die Familie ist Arbeitgeber für rund zehn Mitarbeiter, die in der Werkstatt mit modernsten Fertigungsmaschinen – unter anderem ein spezielles computergesteuertes CNC-Bearbeitungszentrum für Holz – arbeiteten. Spezialisiert hatten sich die Inhaber auf Innenausbau, Laden- und auch Möbelbau. In der Nacht auf Dienstag wurde das alles leider ein Raub der Flammen.

Großbrand zerstört eine Schreinerei

Die Einsatzkräfte vor Ort

  • Feuerwehren:

    Im Einsatz waren die Aktiven aus Kallmünz, Duggendorf, Wolfsegg, Holzheim, Beratzhausen (mit Drehleiter), Wischenhofen, Burglengenfeld (mit Drehleiter), Brunn, Fischbach-Schirndorf, Heitzenhofen, Hochdorf, Frauenberg, Pielenhofen sowie Dallackenried. In Summe waren 160 Ehrenamtlichen bei dem Brand gefordert.

  • Einsatzleitung:

    Die Landkreisführung der Feuerwehr war mit Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer, Kreisbrandinspektor Thomas Dietz und Kreisbrandmeister Josef Pretzl leitete den Einsatz der Ehrenamtlichen. Deren Arbeit wurde mit zwei Rettungswagen (BRK und Johanniter), koordiniert vom Einsatzleiter Rettungsdienst, zudem abgesichert. (ba)

Kürzlich tagten Kommandanten und Vorsitzende der Feuerwehren im Landkreis Regensburg. Die Details lesen Sie hier.

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