MyMz
Anzeige

Baumaßnahme

Spatenstich für die „Premiumbrücke“

Die neue Naabbrücke soll nächstes Jahr fertiggestellt werden. Eine fast unendliche Geschichte neigt sich ihrem Ende entgegen.
Von Martina Neu, MZ

Nach einem Vierteljahr Bauzeit erfolgt jetzt der Spatenstich für die drei Millionen Euro teure Naabbrücke Duggendorf.
Nach einem Vierteljahr Bauzeit erfolgt jetzt der Spatenstich für die drei Millionen Euro teure Naabbrücke Duggendorf. Foto: Neu

Duggendorf.Die Naabbrücke in Duggendorf, die Klein-Duggendorf (links der Naab) mit dem Hauptort rechts der Naab seit Jahrzehnten verbindet, ist marode und wird derzeit neu gebaut.

Offizieller Baubeginn war bereits im Mai, jetzt trafen sich die beteiligten Firmen mit Bürgermeister Thomas Eichenseher zum Spatenstich auf der Brückenbaustelle. Neben dem Brückenbau wurden der Bau der Rampen und Straßenanbindungen separat ausgeschrieben, berichtete das Gemeindeoberhaupt.

Das Gesamtvolumen der Maßnahme mit Baunebenkosten wurde mit ungefähr drei Millionen Euro angesetzt. Finanziert wird das Bauwerk mit einem Zuschuss des Freistaats Bayern in Höhe von rund 65 Prozent, aus Rücklagen der Gemeinde Duggendorf sowie der Aufnahme eines 20-jährigen Kredits in Höhe von 700 000 Euro zu 1,69 Prozent zinsgebunden.

Neue Brücke ist zweispurig

Bei der neuen Brücke entschied sich der Gemeinderat für eine zweispurige Ausführung, da man dadurch Zugriff auf zwei Fördertöpfe hat. Obwohl die Brücke durch diese „Premiumausführung“ insgesamt teurer wird, liegen die Kosten für den Gemeindesäckel trotzdem niedriger, als wenn wir uns für eine einspurige Variante entschieden hätten, sagte Thomas Eichenseher. Die Baukosten liegen hier bei rund 2300 Euro pro Quadratmeter Brückenfläche und somit bei einer gesamten Bauwerkslänge von rund 100 Metern in einer wirtschaftlichen Größenordnung.

Aktuell liegt man sehr gut im Bauzeitenplan. Begünstigt durch die trockene Witterung und dem daraus folgenden extrem niedrigen Wasserspiegel der Naab konnten die Bauarbeiten bisher zügig ohne Behinderungen durchgeführt werden, resümierte Eichenseher. Jeden Tag verfolgen die Duggendorfer den Baufortschritt ihrer neuen Brücke. Schließlich sind viele Bewohner mit der alten Brücke, welche die Naab jahrzehntelang überspannt hatte, groß geworden.

Der nächste Höhepunkt, bei dem es einiges zu sehen gibt, ist Ende November, wenn der Überbau der neuen Brücke auf die bis dahin fertiggestellten Pfeiler abgesenkt wird. Allerdings muss man dann schon etwas Zeit mitbringen, denn die Absenkung wird mehrere Stunden andauern. Die Brücke soll zwischen den Wiederlagern bis Weihnachten weitgehend fertiggestellt sein, so Eichenseher.

Langfristige Zufahrt

Kiebitze verfolgen stets aufmerksam die Bauarbeiten.
Kiebitze verfolgen stets aufmerksam die Bauarbeiten. Foto: Neu

Im nächsten Jahr erfolgen die Vergabe und Ausführung der Straßenbaumaßnahmen mit der Erstellung der Rampen. Dem Gemeinderat war es besonders wichtig, dass durch die neue Brücke eine langfristige unbeschränkte, zweispurige Zufahrt in den Ortsteil Duggendorf links der Naab sichergestellt wird.

Beim Pressetermin wurde die gute Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten, sowohl während der Planungsphase, als auch während der bisherigen Bauzeit hervorgehoben. Nur so kann die geplante Bauzeit von acht Monaten für den Brückenrohbau beziehungsweise die Zeit von zwölf Monaten bis zur Gesamtfertigstellung der Brücke in extrem kurzer Zeit realisiert werden.

Eine fast unendliche Geschichte geht ihrem Ende entgegen. Die Naabbrücke, die seit November 1962 täglich ihren Dienst tut, beschäftigt die Bewohner und den Gemeinderat schon seit einigen Jahren. Ging man anfangs noch davon aus, dass eine Sanierung ausreichen würde, so wurde man ein paar Monate später eines Besseren belehrt. Vorangegangen waren turnusmäßige Untersuchungen im Februar 2013, die alle fünf Jahre durch einen Gutachter durchgeführt werden müssen. Diese ergaben, dass die Brücke in einem schlechteren Zustand ist, als man bisher angenommen habe. Dann wurde ein Statiker beauftragt, der die Brücke neu berechnen sollte, um auf diese Weise die Tonnagenbelastung sicherzustellen.

Weitere Untersuchungen brachten ein erschütterndes Ergebnis. Teile der Brücke wurden geöffnet, dabei wurde festgestellt, dass Eisen, die im Plan eingezeichnet waren, gar nicht da waren. Die damalige Baufirma hatte diese Eisen auch nicht verrechnet. Die wesentliche Erkenntnis der Nachberechnungen ergab, dass sämtliche Werte für die Tragfähigkeit des Bauwerks am untersten Limit der Zulässigkeit sind.

Gutachter war entsetzt

Der festgestellte Wert der Biegestabilität lag bei 2,39, sollte jedoch für diese Brücke kleiner als 1,0 sein, was den Gutachter regelrecht entsetzte, so der damalige Bürgermeister Josef Mandl. Die Erkenntnis aller Untersuchungen: Das Bauwerk ist instabil und sollte für den Verkehr nicht mehr freigegeben werden. Der Gutachter empfahl, die Brücke abzureißen und neu zu bauen. Da man Klein-Duggendorf jedoch nicht vom Hauptort abschneiden wollte – eine Abfahrt in Richtung Wolfsegg wäre zwar möglich, aber umständlich –, hat man eine Sofortmaßnahme zur provisorischen weiteren Nutzung ausgearbeitet. Dabei wurden Stahleinlagen quer zur Fahrbahn eingearbeitet und mit den Hauptträgern verankert.

Als weiterer Schritt wurde im Juli 2013 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, welche Brücke sich die Gemeinde leisten könne. Gebaut wird nun die neue Naabbrücke mit einer Gesamtlänge von rund 85 Metern und einer Breite von 9,50 Metern, wobei die Fahrbahnbreite 6,50 Meter beträgt.

Der Brückenbau

  • Bauarbeiten:

    Die Unterbauten sollen bis Mitte August hergestellt werden, der Überbau soll bis Mitte November fertig sein. Die Kappen und Geländer möchte man bis Mitte Juni 2016 fertig haben.

  • Die alte Brücke:

    Der Abbruch der alten Brücke soll in einem Jahr, im Juli 2016, erfolgen. Die Brückenplanung, Bauoberleitung und Projektüberwachung der neuen Brücke liegen beim Ingenieurbüro Franz Pfülb.

  • Kosten:

    Gebaut wird die Brücke von der Firma Strabag aus Roding, die den Zuschlag für 1 720 000 Euro erhalten hat. Somit blieb man unter der Kostenschätzung.

  • Überwachung:

    Die Bauüberwachung erfolgt durch das Ing.-Büro U.T.E. Ingenieur GmbH Regensburg. (lmn)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht