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Gründungsfest

Frauenbund Sünching feiert 100-Jähriges

Ein Verein für soziale Themen feiert am Sonntag, 19. Mai, Jubiläum. Die Mischung der Generationen bewegt viel im Ort.
Gabriele Thomann

Beim Gründungsfest vor 50 Jahren zeichnete der Sünchinger Frauenbund engagierte Frauen aus. Auguste Butzmann, Maria Geser, Maria Simeth, Maria Eisenberger, Maria Meier, Anna Strohmeier und Magarethe Zitzlsperger (von links) zählten dazu.  Foto: Repro Gabriele Thomann
Beim Gründungsfest vor 50 Jahren zeichnete der Sünchinger Frauenbund engagierte Frauen aus. Auguste Butzmann, Maria Geser, Maria Simeth, Maria Eisenberger, Maria Meier, Anna Strohmeier und Magarethe Zitzlsperger (von links) zählten dazu. Foto: Repro Gabriele Thomann

Sünching.Am 6. Januar 1919 versammelten sich in Sünching 101 Frauen mit dem Ziel, soziale und karitative Aufgaben zu übernehmen und Veranstaltungen für religiöse und kulturelle Fragen durchzuführen. Dies war die Grundsteinlegung für den Katholischen Frauenbund Sünching. Am Sonntag feiert die Bewegung das 100-jährige Bestehen.

Es war Sofie Zitzelsberger, die als erste den Katholischen Frauenbund in Sünching leitete. Zwei Jahre später übernahm Gabriele Freifrau von Hoenning O’Carroll den Vorsitz und behielt diesen bis 1954. Die Chronik berichtet aus dieser Zeit über die ins Leben gerufene Ambulante Hauskrankenfürsorge, deren Schwester Albina Weißenberger so manchem Sünchinger noch guter Erinnerung ist. Dieser Schwester wurde in einem Baugebiet sogar eine Straße gewidmet.

Neubeginn im Jahr 1954

Das Schmalzgebäck am Sünchinger Markt vom Frauenbund ist mittlerweile legendär - hier beim Markt 2018 Foto: Gabriele Thomann
Das Schmalzgebäck am Sünchinger Markt vom Frauenbund ist mittlerweile legendär - hier beim Markt 2018 Foto: Gabriele Thomann

Wie andere christliche Vereine musste auch der Frauenbund während der Nazizeit seine Aktivitäten einstellen. Diese schwere Zeit wurde mit 40 treuen Mitgliedern überstanden, bis 1954 nach dem Tod der Freifrau von Hoenning O’Carroll Margarete Zitzelsperger den Vorsitz übernahm. Schon im Dezember 1954 folgte die Weihe der eigenen Standarte. Das 50-jährige Gründungsfest wurde gebührend gefeiert.

Zu den Aktivitäten des Frauenbundes zählten religiöse Vorträge, besinnliche Adventfeiern sowie fröhliche Faschingsveranstaltungen. Mit dem Beitritt zur Hausfrauenvereinigung konnte das Programm noch erweitert werden. Beim 60-jährigen Gründungsfest im Jahr 1979 wurde die damalige Vorsitzende Margarete Zitzelsperger mit der Goldenen Ehrennadel der Katholischen Frauenbundes ausgezeichnet.

Waltraud Altmann, Rosi Wolf und Monika Miller führen derzeit den Frauenbund in Sünching. Foto: Gabriele Thomann
Waltraud Altmann, Rosi Wolf und Monika Miller führen derzeit den Frauenbund in Sünching. Foto: Gabriele Thomann

Ihre Nachfolge trat Maria Fertig an, die den heute noch legendären Verkauf von Kaffee und Kuchen am Sünchinger Markt einführte. Lange Jahre fand dieser im Pfarrheim statt, seit einigen Jahren öffnet die Montessori-Schule ihre Türen und bietet den Frauen einen großen Raum. Das selbst gemachte Schmalzgebäck, die vielen leckeren Torten und Kuchen sind am Marktsonntag nicht mehr wegzudenken. Ins Leben gerufen wurde auch das Frauenturnen.

Das Festprogramm am 19. Mai

  • 9.45 Uhr:

    Aufstellung im Pfarrgarten zum Kirchenzug

  • 10 Uhr:

    Feierlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche mit Weihbischof Dr. Josef Graf. Die musikalische Umrahmung übernimmt die Gruppe „Frischer Wind“.

  • Anschließend:

    Festzug ins Gasthaus Englberger, gemeinsames Mittagessen, Grußworte, Festrede, Ehrungen, Kaffee und Kuchen

1984 übernahm Gudrun Dreyer die Geschicke des Vereins, die abermals frischen Wind in den Katholischen Frauenbund brachte. Unter ihrer Führung wurden 1996 die Mutter-Kind-Gruppen gegründet. 2000 übernahm Irene Herbst die Führung des Vereins. In Ihre Amtszeit fiel auch die Feier des 90-jährigen Jubiläums. Dieses wurde mit über 130 Damen und viel Prominenz ausgiebig gefeiert. Nur sechs Vorsitzende gab es bis zu diesem Jubiläum. MdL Sylvia Stierstorfer sagte damals, dass der Verein zu einer Zeit gegründet wurde, als das Frauenwahlrecht gerade einmal eingeführt wurde. Als Geburtstagsgeschenk brachte sie damals eine Einladung in den Bayerischen Landtag für die Frauen mit.

Team übernahm die Führung

Die Standarte mit dem Bildnis der Madonna von Perugino ist das Wahrzeichen des Frauenbunds Foto: Repro Gabriele Thomann
Die Standarte mit dem Bildnis der Madonna von Perugino ist das Wahrzeichen des Frauenbunds Foto: Repro Gabriele Thomann

2016 gab Irene Herbst ihr Amt ab, der Frauenbund tat sich schwer, eine neue Vorsitzende zu finden. Rosi Wolf, Waltraud Altmann und Monika Miller übernahmen dann gemeinsam das Steuer, das sie vorerst noch bis 2020 in Händen halten. Dann wird wieder versucht, jüngere Nachfolgerinnen zu finden. Jüngere Mitglieder gibt es auf jeden Fall doch schon einige, die sich teils auch sehr aktiv im Verein einbringen. Die gesunde Mischung zwischen den Generationen bewegt im Ortsgeschehen so einiges. Ob Ausflüge, Theater, Basteln, Kochkurse, religiöse Themen, Seniorenbetreuung oder Mutter-Kind-Gruppe, alles wird engagiert angegangen und umgesetzt.

Hier betont Vorstandsmitglied Rosi Wolf aber besonders, dass es ohne die Mithilfe vieler weiterer Mitglieder nicht so gut funktionieren würde. Auch bei der Planung der 100-Jahr-Feier war eine stattliche Anzahl an Damen beteiligt. Die Jubiläumskerze wurde bereits vor kurzem geweiht. Rosi Wolf und das Team arbeiten momentan noch an einer kleinen Festschrift, die sie den Gästen am Sonntag überreichen werden. Darin enthalten sind Erinnerungen, Bilder und Informationen über 100 Jahre Frauenbund

Beim Festgottesdienst wünschen sich Rosi Wolf, Monika Miller und Waltraud Altmann viele Besucher in der Kirche, die weltliche Feier findet in kleinem Rahmen mit Mitgliedern und Ehrengästen statt. Anlässlich des Geburtstages werden am Nachmittag dann auch verdiente und langjährige Mitglieder geehrt.

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