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Jubiläum

Frauenpower seit 100 Jahren

Der Katholische Frauenbund Sünching feierte den 100. Geburtstag. Irene Herbst wurde zum neuen Ehrenmitglied ernannt.
Von Gabriele Thomann

Die geehrten Frauen des Frauenbundes – rechts außen sitzt Elisabeth Strohmeier, die seit 65 Jahren dem Verein die Treue hält.  Foto: Gabriele Thomann
Die geehrten Frauen des Frauenbundes – rechts außen sitzt Elisabeth Strohmeier, die seit 65 Jahren dem Verein die Treue hält. Foto: Gabriele Thomann

Sünching.„Nur wer bewegt, kann andere bewegen“, lautet das Motto der aktuellen bundesweiten Frauenbundkampagne. In Sünching bewegte sich beim Katholischen Frauenbund am Sonntag so einiges. Über 100 Frauen trafen sich zum Empfang des Weihbischofs Dr. Josef Graf im Pfarrgarten. Von den Kommunionkindern bekam dieser eine Kerze geschenkt.

Mit einem feierlichen Einzug ins Gotteshaus begann das 100. Jubiläum des Sünchinger Frauenvereins. Der Weihbischof ließ das Entstehen des Katholischen Frauenbundes Revue passieren. Waren es 1903 in Köln starke Frauen, die den Nöten der Zeit aufgeschlossen gegenüberstanden und sich engagierten, ist es auch heute noch Aufgabe, für die nachfolgenden Generationen die entscheidenden Impulse zu geben. Kirche und Frauen – ein momentanes Reizthema, auf das der Bischof lange einging. „Es hat sich einiges zugespitzt“, sagte Dr. Graf in seiner Festpredigt.

Graf: Frauen sind wertvoll

Der Festzug mit Blasmusik zum Gasthaus Englberger  Foto: Gabriele Thomann
Der Festzug mit Blasmusik zum Gasthaus Englberger Foto: Gabriele Thomann

Er dankte den Sünchinger Frauen dafür, dass sie den Gottesdienst aktiv und in der Kirche mitfeierten. Graf steht zu den Lehren der Kirche und für die ausschließliche Weihe von Männern. Frauen sind für ihn aber wertvolle Trägerinnen des Glaubens und er zollte ihnen für ihr Wirken größte Wertschätzung. Nach der Festpredigt brachten die Frauenbundfrauen als Symbole Rosen, den Frauenbundschal, Brot und Wein zum Altar. Der Weihbischof segnete dann das Erinnerungsband, das von der ehemaligen Vorsitzenden Maria Fertig gestiftet wurde. Die musikalische Umrahmung des Festgottesdienstes übernahm die Gruppe „Frischer Wind“.

Mehr Bilder vom Jubiläum des Frauenbund Sünching sehen Sie hier:

100 Jahre Frauenbund Sünching

Nach dem kirchlichen Teil folgte ein Festzug mit Blasmusik zum Gasthaus Englberger. Die Damen in weißen Blusen und dem blauen Tuch, marschierten mit. Das Vorstandschaftsteam um Rosi Wolf, Monika Miller und Waltraud Altmann hatte zusammen mit vielen Helferinnen für ein schönes Ambiente im Saal gesorgt. Besonders stolz ist der Verein auf das neue Roll-Up, das extra für das Jubiläum angeschafft wurde. Gestärkt durch Kalbsbraten und Knödel kamen dann die Ehrengäste zum Zug. MdL Sylvia Stierstorfer sagte in ihren Grußworten, dass in Sünching beim Frauenbund schon immer Großartiges geleistet wurde.

Der Weihbischof segnet das von Maria Fertig gestiftete Erinnerungsband, das von Monika Miller getragen wurde.  Foto: Gabriele Thomann
Der Weihbischof segnet das von Maria Fertig gestiftete Erinnerungsband, das von Monika Miller getragen wurde. Foto: Gabriele Thomann

Dies ginge aber nur, wenn die Frauen zusammenhalten. Auch wenn die Frauen in der Politik und Wirtschaft oft noch unterrepräsentiert seien, werden Maßstäbe gesetzt. Zum 90-jährigen Jubiläum vor zehn Jahr hatte Stierstorfer eine Einladung in den Bayerischen Landtag im Gepäck. Und auch 2019 durften sich die Frauenbundfrauen über eine solche Einladung freuen. Landrätin Tanja Schweiger ging auf die Einführung des Frauenwahlrechts und die vielen positiven Veränderungen in den 100 Jahren ein. Der Frauenbund hat viel mitgewirkt. Die Idee des Frauenbundes ist aber auch heute noch genau so wichtig wie damals und nach wie vor modern. Tanja Schweiger nahm den Ball ihrer Vorrednerin auf und lud spontan ins Landratsamt ein.

Frauenbund bewegt etwas

Diözesanvorsitzende Karin Schlecht baute auf die Kampagne „Nur wer bewegt, kann andere bewegen“ auf. Der Frauenbund bewegte in 100 Jahren viel für die Würde der Frau, ist gleichzeitig aber auch spirituelle Heimat. Schlecht wünschte den Sünchinger Frauen, dass auch sie weiterhin gemeinsam viel bewegen.

Als einziger männlicher Redner im Festreigen trat Bürgermeister Robert Spindler ans Pult. Er schaute auf die Vergangenheit des Vereins in Sünching zurück und wusste zu berichten, dass es neben hauswirtschaftlicher Fortbildung sogar Schlachtkurse für die Damen gab. Die gibt es zwar heute nicht mehr, die Back- und Kochkurse beim Frauenbund erfreuen sich aber nach wie vor größter Beliebtheit. Spindler würdigte das große ehrenamtliche Engagement des Frauenbundes im Ort, sei es im Altenheim, im Heimatmuseum, beim Kinderhilfsverein oder beim Sünchigner Markt.

Als letzte Rednerin ging Vorstandssprecherin Rosi Wolf auf die Chronik des Vereins ein. Die Gründerinnen waren Gabrielle von Hoenning O’ Carroll und Sophie Zitzelsberger, es gab in 100 Jahren nur wenig Führungswechsel. Jede der Damen aber prägte den Verein auf ihre eigene Weise, sei es durch die Einführung des Kaffee- und Kuchenverkaufs beim Sünchinger Markt, dem Kinderturnen oder der starken Mitgliedergenerierung. In den Jahren 2000 bis 2016 führte Irene Herbst den Frauenbund. Für ihr Wirken wurde sie beim Gründungsfest zum Ehrenmitglied ernannt. Am längsten beim Verein ist Elisabeth Strohmeier. Sie hält der Frauenvereinigung seit 65 Jahren die Treue.

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