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Verkehr

Gelbe Rosen statt Knöllchen

Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung nutzten den Valentinstag für ein Dankeschön. Parksünder kamen ohne Strafe davon.
Von Sabine Norgall

Mit gelben Rosen bedankte sich Heike Knoll vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz am Valentinstag bei den Regenstaufer Autofahrern, die sich an die Regeln des ruhenden Verkehrs halten.  Fotos: Norgall
Mit gelben Rosen bedankte sich Heike Knoll vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz am Valentinstag bei den Regenstaufer Autofahrern, die sich an die Regeln des ruhenden Verkehrs halten. Fotos: Norgall

Regenstauf. Eine angenehme Überraschung hatte Heike Knoll, Mitarbeiterin im Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz, am Valentinstag für Regenstaufer Autofahrer in der Ortsmitte parat. Statt Strafzettel für Parksünder verteilte sie als Dankeschön gelbe Rosen und ein Lob auf grüner Karte an all die Verkehrsteilnehmer, die sich an die Regeln des ruhenden Verkehrs halten. Selbst Autofahrer, die ihre Parkscheibe vergessen hatten oder deren Parkzeit abgelaufen war, kamen am Valentinstag mit einer Verwarnung auf einer gelben Karte davon.

Falschparker kamen am Valentinstag mit einer Verwarnung davon. Foto: Norgall
Falschparker kamen am Valentinstag mit einer Verwarnung davon. Foto: Norgall

Drei Stunden war Heike Knoll in Regenstauf unterwegs, zuvor hatte sie schon in Nittenau und Zeitlarn Rosen verteilt. Im Landkreis waren am 14. Februar weitere Rosenkavaliere des Zweckverbands in Alteglofsheim, Barbing, Donaustauf, Hemau, Kallmünz, Mintraching und Schierling unterwegs.

Schnell nachgebessert

Die Dame im blauen Parka mit dem Wappen des Zweckverbands war für einige Regenstaufer am Mittwochnachmittag in der Ortsmitte eine eindeutige „Gedankenstütze“. Schon dabei, sich vom Auto zu entfernen, kehrte der ein oder andere schnell zu seinem Wagen zurück und murmelte: „Hab i jetzt mei Parkscheiben hin oder net?“

Sehen Sie im Video: Die Regenstaufer reagieren meist positiv auf die Verkehrsüberwachung:

Statt Strafzettel bekamen Regenstaufer Autofahrer als Dank eine Rose. Video: Norgall / Schnitt Grebler

Deutlich verärgerte Autofahrer, wie der junge Mann, der auf dem Behindertenparkplatz vor dem Blumengeschäft hält, weil er „nur mal schnell“ einen Valentinsstrauß kaufen will, sind laut Heike Knoll eher die Ausnahme. Der aber mault auch nach einem freundlichen Hinweis nach: „Weil die zwei Minuten jetzt einer gekommen wäre.“

Auch Verkehrssachbearbeiter Gerald Thierauf spielte den Rosenkavalier.
Auch Verkehrssachbearbeiter Gerald Thierauf spielte den Rosenkavalier.

„Zwei von Hundert fallen schon mal aus der Rolle“, ist die Bilanz von Heike Knoll. „I hol doch nur, I geh bloß schnell“, diese Quasi-Entschuldigung bekommt sie immer wieder zu hören. Gerade beim Parken auf Behindertenparkplätzen kennt sie da aber kein Pardon. Der ganz überwiegende Teil der Autofahrer hält sich jedoch an die Hinweisschilder oder ist auch bei einer Verwarnung einsichtig.

„Seit die Parkplätze in der Ortsmitte überwacht werden, findet man leichter einen Parkplatz.“

Josef Graf

So freut sich Josef Graf, der an diesem Tag sein Auto beim Platz am Wiser-Haus abgestellt hat, über die gelbe Rose und stellt fest: „Seit die Parkplätze in der Ortsmitte überwacht werden, findet man leichter einen Parkplatz.“

Autofahrer, die richtig parkten, freuten sich über die gelbe Rose. Foto: Norgall
Autofahrer, die richtig parkten, freuten sich über die gelbe Rose. Foto: Norgall

Einen Strafzettel hat er ebenso wie Monika Auburger, die am Marktplatz geparkt hat, noch nicht kassiert. Auburger freut sich über die gelbe Rose und versichert mit Verweis auf ihre Parkscheibe: „Ich halt mich immer daran.“ Bürgermeister Siegfried Böhringer und Verkehrssachbearbeiter Gerald Thierauf verweisen auf eine überwiegend positive Resonanz der Verkehrsüberwachung aus der Bevölkerung, auch wenn mancher erst durch einen Strafzettel „bekehrt“ wurde.

Mehr Falschparker im Sommer

Maximilian Köckritz, Geschäftsstellenleiter des Zweckverbands, hat die Zahlen für Regenstauf ausgewertet. 2015, als der ruhende Verkehr nur ein halbes Jahr kontrolliert wurde, gab es 650 Verstöße, 2016 waren es 2000. Weil es im Sommer 2017 zu einem längeren krankheitsbedingten Ausfall bei den Kontrollen kam, wurden im Vorjahr nur 790 Verstöße geahndet. Vor allem am Vormittag zwischen 8 uns 11.30 Uhr sowie am Nachmittag zwischen 14 und 18 Uhr kommt es zu mehr Falschparkern. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Im Winter gibt es die wenigsten, im Frühjahr und Herbst mehr und im Sommer die meisten. Die Schwerpunkte der Parkraumüberwachung liegen am Marktplatz, in der Hauptstraße, im Bereich des Ärztehauses und bei den Schulen.

Wenn die Zeit abgelaufen ist, nützt auch die Parkscheibe nichts. Foto: Norgall
Wenn die Zeit abgelaufen ist, nützt auch die Parkscheibe nichts. Foto: Norgall

Im fließenden Verkehr wurden 2015 genau 1750 Verstöße geahndet (bei 43 Messungen). 2016 waren es 2100 Verstöße (56 Messungen) und im Vorjahr 3300 (77 Messungen). Insgesamt wird derzeit abwechselnd an 43 Messstellen der fließende Verkehr kontrolliert. Wo gemessen wird, darauf können auch die Bürger Einfluss nehmen, sagt Verkehrssachbearbeiter Thierauf.

Kein Einfluss auf Strafzettel

Werden ihm Punkte gemeldet, an denen besonders gerast wird, so lässt er dort eine Woche lang eine verdeckte Messung durch den Zweckverband vornehmen. Dabei werden anonym per Radar nur die Geschwindigkeiten oder Fahrzeugtypen erfasst. Bestätigt die Messung den Verdacht, dass zu schnell gefahren wird, muss das Polizeipräsidium Oberpfalz der Einrichtung einer Messstelle zustimmen. Gemessen wird auch in den Ortsteilen. Derzeit sind Messstellen an den Schulbushaltestellen in Kühtal und Heilinghausen beantragt.

„Wir haben keinerlei Möglichkeit der Einflussnahme. Es verschwindet kein Knöllchen, weil einer den Bürgermeister gut kennt.“

Verkehrssachbearbeiter Gerald Thierauf

Wo und wann gemessen wird liegt allein im Ermessen des Zweckverbands, der als neutrale, übergeordnete Behörde fungiert. Gerald Thierauf ist darüber froh: „Wir haben keinerlei Möglichkeit der Einflussnahme. Es verschwindet kein Knöllchen, weil einer den Bürgermeister gut kennt.“

Gute Bilanz

  • Rückblick:

    Im November 2014 war Regenstauf Gründungsmitglied des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit in der Oberpfalz (ZV KVS). Die tatsächliche Überwachung begann im Mai. Damals waren elf Gemeinden Mitglied, heute sind es 51. Im Laufe des Jahres werden weitere hinzukommen.

  • Kontrolle:

    Jeweils 20 Stunden Überwachung für den ruhenden Verkehr und 20 Stunden für den fließenden Verkehr hat Regenstauf derzeit gebucht.

  • Kosten:

    Pro Überwachungsstunde für den ruhenden Verkehr zahlt Regenstauf 30 Euro, für den fließenden Verkehr 100 Euro an den Zweckverband. Hinzu kommen Bearbeitungsgebühren je Fall. Kosten und Einnahmen durch Bußgelder heben sich weitgehend auf.

  • Meßstellen:

    Aktuell wird im Markt der fließende Verkehr abwechselnd an 43 Meßstellen kontrolliert. Zwei weitere Meßstellen sind laut Verkehrssachbearbeiter Gerald Thierauf in der Genehmigungsschleife.

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