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Planung

Die Dorferneuerung geht weiter

Gailsbach soll besser vor Schäden gewappnet werden. Mehr als der Schutz vor 30-jährlichem Hochwasser ist aber nicht drin.
Von Michael Jaumann, MZ

Michael Kraus und Robert Lepar vom Amt für Ländliche Entwicklung zeigen, wo das nördliche Hochwasserrückhaltebecken platziert werden soll. Auf Wunsch der Gailsbacher soll dort auch ein Bereich eingerichtet werden, der im Winter zum Eisstockschießen dienen kann.
Michael Kraus und Robert Lepar vom Amt für Ländliche Entwicklung zeigen, wo das nördliche Hochwasserrückhaltebecken platziert werden soll. Auf Wunsch der Gailsbacher soll dort auch ein Bereich eingerichtet werden, der im Winter zum Eisstockschießen dienen kann. Fotos: Jaumann

Hagelstadt.Dorferneuerung ist ein langwieriger Prozess. Wenn am kommenden Dienstag in einer Teilnehmerversammlung im Gasthaus Limmer die Hochwasserschutzmaßnahmen am Gittinger Bach und am Gittinger Weg sowie die Planungen für die Hochwasserrückhaltebecken rings um Gailsbach öffentlich vorgestellt und diskutiert werden, sind vielleicht Zuhörer dabei, die am Beginn der Planungen noch gar nicht auf der Welt waren.

1998 haben die in der Teilnehmergemeinschaft zur Dorferneuerung zusammengeschlossenen Grundstücksbesitzer beschlossen, möglichst alle Gailsbacher in die Planungen einer zukunftsweisenden Dorfentwicklung einzubeziehen. Drei Viertel der Dorfbewohner hatten sich in der Folge Gedanken über die Zukunft des Dorfs gemacht und ein Leitbild entwickelt, wie sich das Zusammenleben im Dorf gestalten soll.

In den folgenden Jahren wurden somit nicht nur Flächen von fast 6,5 Hektar landschaftspflegerisch umgestaltet und ein Nahwärmenetz aufgebaut. Auch im sozialen Bereich traten die Gailsbacher für ihr Dorf ein. So wurde etwa im vergangenem Jahr das Gailsbacher Gemeinschaftshaus eingeweiht. Insgesamt wurde in dem sogenannten Verfahren Gailsbach II eine Summe von 3,1 Millionen Euro investiert. Das Amt für Ländliche Entwicklung hat den Betrag mit 1,9 Millionen Euro gefördert.

Bei der Dorferneuerung entstand auch ein Gemeinschaftshaus.
Bei der Dorferneuerung entstand auch ein Gemeinschaftshaus. Foto. Jaumann

Damit ist es aber noch nicht genug. 2013 hat die Teilnehmergemeinschaft unter dem Eindruck von Starkregenereignissen beschlossen, einen Hochwasserschutz in die Dorferneuerung einzuarbeiten. So unscheinbar der Gittinger Bach sich durch Gailsbach schlängelt, so bedrohlich kann das Gewässer zusammen mit dem Moosgraben werden. Als in den vergangenen Jahren bei Starkregen immer wieder Fluten von den umliegenden Hängen in den Ort schossen, richteten die außer Rand und Band geratenen Bäche im Ort erhebliche Schäden an.

Der Gittinger Bach ist normalerweise ein schmales Gewässer. Aber bei Starkregen sorgen er und der Moosgraben in Gailsbach für große Schäden.
Der Gittinger Bach ist normalerweise ein schmales Gewässer. Aber bei Starkregen sorgen er und der Moosgraben in Gailsbach für große Schäden. Foto: Jaumann

Einen Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser werden die Planungen der Büros Wöhrmann und EBB nicht bewirken. Einen solchen Schutz hatten die Gailsbacher vor Jahren wegen der nötigen massiven Verbauungen abgelehnt. Die fünf Rückhaltebecken rund um Gailsbach und verschiedene kleinere Verbesserungen sollen aber – je nach Maßnahme – einen Schutz vor 10-jährlichen bis 30-jährlichen Hochwässern bieten, versichern Michael Kraus und Robert Lepar vom Amt für Ländliche Entwicklung, das für die Plangenehmigung und die Förderung zuständig ist.

Wenn die Entwurfsplanung, die am Dienstag ab 19 Uhr vorgestellt wird (die Pläne hängen bereits ab 18.30 Uhr aus), Gefallen findet, kann in den Jahren 2018 und 2019 mit dem Bau begonnen werden. Von den zwei Millionen Euro, die einschließlich Planung fällig werden, können – abhängig von Fördertöpfen – 50 bis 70 Prozent bezuschusst werden. Nach einem Vierteljahrhundert könnte die Dorferneuerung Gailsbach dann 2022 tatsächlich rechtlich abgeschlossen sein.

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