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Politik

Herbe Kritik am Hagelstädter Rathauschef

Bei der Bürgerversammlung machten die Bewohner ihrem Ärger über Dr. Bernhard Bausenwein Luft. Er informiere viel zu knapp.
Von Theresia Luft

Auf dieser Fläche soll das neue Baugebiet „Eheweg-Süd“ entstehen.  Foto: Theresia Luft
Auf dieser Fläche soll das neue Baugebiet „Eheweg-Süd“ entstehen. Foto: Theresia Luft

Hagelstadt.Bei der Bürgerversammlung mit rund 70 Besuchern in der Aula der Grundschule ging es anfangs recht sachlich zu. Doch in der anschließenden Diskussion war jede Menge Kritik an der Arbeitsweise des amtierenden Bürgermeisters Dr. Bernhard Bausenwein zu hören. Er verspreche mehr, als er umsetze, hieß es in der Bürgerversammlung. Und es werde zu wenig abgesprochen.

Teilnehmer monierten, dass es seit Jahren kein Mitteilungsblatt mehr gebe, dass die Informationen aus dem Gemeinderat nicht mehr komplett auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht würden. Insgesamt informiere der Rathauschef nur sehr lückenhaft. Brigitte Forstner-Weinberger, die einen Forstbetrieb in Gailsbach hat und für den Maschinenpark einen überdachten Waschplatz bauen möchte, klagte über einige Verzögerungen.

Vorwurf: Gemeinde zögerte Bauvorhaben hinaus

Das Landratsamt habe geraten, den Bauantrag und den Entwässerungsplan zu trennen. Das aber sei nach einigem Hin und Her mit Geschäftsstellenleiter Harald Neussinger von der Gemeinde und dem Bürgermeister nicht zustandegekommen. „Wir haben, wie von der Gemeinde gefordert, die Gestattungsverträge unterschrieben, und die Formulierung machte eine Trennung der beiden Verfahren wiederum nicht möglich. Dadurch wird das ganze Bauvorhaben unnötig hinausgezögert“, schilderte Forstner-Weinberger, die verärgert wirkte.

Albert Kammermeier, der selbst 40 Jahre Gemeinderat war, sprach ein Infoblatt der Freien Wähler an. Diese hätten Bürgermeister Bausenwein schriftlich das Vertrauen entzogen. Kammermeier kritisierte es als „blamabel“, dass der Gemeindehaushalt 2019 noch nicht verabschiedet worden sei und Grundstücksangelegenheiten unnötig lange hinausgezögert würden. Eine fehlende Baulandpolitik stoppe das Gemeindewachstum, sagte er. Auch sei die Mehrzweckhalle nur eingeschränkt nutzbar gewesen. Die Vereine hätten sich wegen Nutzungsmöglichkeiten selbst beim Landratsamt erkundigen müssen. Das seien nur die relevantesten Kritikpunkte gewesen, sagte Kammermeier. Ein Vertreter des Theatervereins stellte fest, dass einfach die Unterstützung des Bürgermeisters in Sachen Mehrzweckhalle gefehlt habe.

Bürgermeister stellt sich vor Geschäftsstellenleiter

Dr. Bausenwein nahm den Geschäftsstellenleiter in Schutz und meinte, der fehlende Haushaltsplan sei kein Problem. Er stellte die Projekte, die in Hagelstadt sowie den Ortsteilen Langenerling und Gailsbach umgesetzt wurden oder noch in Gang sind, detailliert vor.

Die Vergabe von Grundstücken

  • Punktesystem:

    Auf die Frage nach dem Vergabemodus für Grundstücke in den neuen Baugebieten antwortete Bausenwein, voraussichtlich werde das, wie in den Nachbargemeinden, nach einem Punktesystem gehandhabt. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat.

  • Bauland:

    Es sei schwierig, weitere Flächen als Bauland auszuweisen, sagte der Bürgermeister.

In Hagelstadt ist das neue Baugebiet „Eheweg-Süd“ und in Langenerling die Bebauung rund ums Feuerwehrhaus auf den Weg gebracht worden. Bausenwein sagte, er finde das enorme Wachstum der Nachbargemeinden nicht optimal für Hagelstadt. Ein sinnvolles Wachstum der Gemeinde liege ihm jedoch Herzen.

Bürgermeister Bernhard Bausenwein sieht kaum die Möglichkeit, weiteres Bauland in Hagelstadt auszuweisen. Es gebe zu wenig Flächen oder Tauschgrundstücke, die sich für eine Bebauung eigneten. Ein Bürger schlug vor, doch auch Erbpachtgrundstücke in Betracht zu ziehen.

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