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Theater

Musical verzaubert Hagelstadt

Die Theaterfreunde stehen seit 40 Jahren auf der Bühne. Zum Jubiläum investieren sie 50 000 Euro in „My Fair Lady“.
Von Petra Schmid

Die letzte Probe vor der Premiere – die Darsteller sind hochmotiviert Foto: Aichinger
Die letzte Probe vor der Premiere – die Darsteller sind hochmotiviert Foto: Aichinger

Hagelstadt.Aufwendige Kostüme, Musik, die ins Ohr geht, Gesang und Tanz gehören zu einem Musical. „My Fair Lady“ gehört wohl zu den bekanntesten – zumindest die Verfilmung mit Audrey Hepburn als Eliza Doolittle und Rex Harrison als Professor Higgings haben viele bestimmt schnell im Kopf. Wer sich das Musical an einem der zwölf Vorstellungsterminen ansieht, wird begeistert sein. Die Mittelbayerische Zeitung durfte in der heißen Probenphase dabei sein und bereits einen kleinen Vorgeschmack von der aufwendigen Inszenierung erhalten.

Wer zu den Glücklichen gehört, der sich rechtzeitig eine Eintrittskarte der 2400 Stück sichern konnte, kann sich auf ein beeindruckendes Erlebnis freuen. Für ihre schauspielerische Leistung ist das Ensemble der Hagelstädter Theaterfreunde längst im ganzen Landkreis bekannt. Mit vielen, vielen Stücken beeindruckten sie ihre treuen Fans in den vergangenen vier Jahrzehnten.

Musical war Traum der Theaterfreunde

Unter anderem brachten sie „Elisabeth“ auf die Bühne. Und heuer zum 40. Jubiläum haben sich die Theaterfreunde einen Traum erfüllt. Schon länger würden sie mit dem Gedanken spielen, ein Musical aufzuführen, erzählt Vereinschefin Sophie Wittmann, die freilich auch selbst auf der Bühne steht. „Damit wollen wir auch unseren Besuchern etwas für ihre oft jahrzehntelange Treue zurückgeben und natürlich ist es auch ein Geschenk an uns selbst“, erklärt Wittmann. Besonders freut sie und ihr Team, dass der Löwenanteil der 2400 Karten bereits innerhalb kürzester Zeit verkauft wurde. Karten gibt es nur noch für die Premiere am morgigen Freitag, 25. Oktober und für die letzte Vorstellung am 16. November, verkündet sie. Kaufen kann man diese auch nur noch bei der Raiffeisenbank, hebt Wittmann hervor.

Musik, Gesang und Schauspiel greifen bei den Hagelstädter Theaterfreunden perfekt ineinander – monatelang haben sie alles einstudiert. Foto: Aichinger
Musik, Gesang und Schauspiel greifen bei den Hagelstädter Theaterfreunden perfekt ineinander – monatelang haben sie alles einstudiert. Foto: Aichinger

Ein riesiges Lob gibt es von der Vereinschefin für ihr Ensemble. Die 17 Darsteller, die bei „My Fair Lady“ auf der Bühne stehen, arbeiten seit Januar an ihren Gesangseinlagen bei den regelmäßigen Chorproben und die Tanz- und Bewegungseinlagen werden ebenfalls schon seit Januar einstudiert, verrät Wittmann.

Jeder, der auf der Bühne steht, hat dieses Mal nicht nur eine Sprechrolle, sondern der gesangliche Part wurde oben drauf gesattelt, hebt Wittmann hervor und sagt lachend: „Wie es bei einem Musical nun einmal ist.“

Dafür müssen die Hagelstädter Theaterfreunde tief in die Tasche greifen. Denn mit nahezu 50 000 Euro Produktionskosten zähle dieses Musical zu den aufwendigste Produktionen in der 40-jährigen Geschichte, sagen sie.

Unterhaltung

Theaterfreunde bereiten Jubiläum vor

In diesem Jahr kommt die Geschichte der „Geierwally“ auf die Bühne. Für 2019 ist „Pygmalion“ geplant.

50 Kostüme wurden entworfen und geschneidert, aufwendige Bühnenbilder gebaut. Damit bei der Premiere und den weiteren Aufführungen alles wie am Schnürchen klappt, führt dieses Mal Berufsschauspieler Johannes Aichinger Regie und für die Choreografie wurde Musicaldarstellerin und Tänzerin Julia Anna Friess engagiert.

Großes Lob für die Truppe

Von beiden Profis gibt es großes Lob für ihre Truppe. Sie hätten in den vergangenen Wochen und Monaten wahnsinnige Entwicklungen durchlaufen. Gerade in der Choreographie habe sich sehr viel bewegt.

My Fair Lady in Hagelstadt

  • Aufführungen:

    Auf der Bühne in der Mehrzweckhalle wird „My Fair Lady“ gespielt am Freitag, 25. Oktober, 1. / 8. und 15. November; Samstag, 26. Oktober, 2. / 9. und 16. November; Sonntag, 27. Oktober, 3. und 10. November; Donnerstag, 30. Oktober. Die Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr, sonntags um 18 Uhr

  • Darsteller:

    Willi Wittmann, Gisela Meier, Margarete Fellner, Michael Cencic, Gerhard Krizan, Maria Fellner, Ursula Haimerl, Sophie Wittmann und Konstantin Sprenger.

  • Chorensemble:

    Bettina Aigner, Helga Ascher Grammer, Margarete Fellner, Ursula Haimerl, Antonia Maier, Bärbel Schnabl, Sophie Wittmann, Ben Huf, Rudolf Pöppel, Vinzenz Schnabl und Norbert Werber.

  • Leitung:

    Johannes Aichinger (Regie) und Susanne Meier (Assistenz), Maria Fellner (Einstudierung Chor), Julia Anna Fries (Choreographie). Neben den geschneiderten Kostümen, die Heinz Beck entwarf, stammen sie aus dem Fundus der Theaterfreunde und vom Kostümverleih in Eggenfelden.

Aus einer anfänglichen „Steifheit“ habe sich eine Gewandtheit entwickelt, schwärmt Friess. Das Kompliment geben die Darsteller zurück. Es sei zwar anstrengend, aber die Arbeit habe enormen Spaß gemacht. Beispielsweise Vinzenz Schnabl und Norbert Werber, die zu den fünf neuen Ensemblemitgliedern für diese Inszenierung gehören, räumten ein, dass es etwas ganz anderes sei, wenn man in ein Musical eingebunden ist.

Gesanglich sind beide keine Anfänger, der eine ist Mitglied einer Chorgemeinschaft und der andere ist ehemaliger Domspatz. Es sei aber ganz etwas anderes nicht in seinem „sicheren“ Chorumfeld, sondern in Bewegung und gemischt verteilten Stimmen zu singen. Hier könne man sich bei einer Schwäche nicht hinter einem Kollegen verstecken, meinen sie. Ein wenig Lampenfieber stelle sich sicherlich kurz vor dem Auftritt ein, verraten sie. Und dies sei gut so, denn ein wenig Aufregung gehöre dazu, ansonsten würde die Lebendigkeit fehlen, hebt Regisseur Aichinger hervor.

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