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Gemeinschaft

Hemau feiert seine Bürger

Ehrungen, netzwerken, Wiedersehen und ein Rekord-Haushalt: Das und mehr gab’s beim Neujahrsempfang der Stadt.

Die Stadt Hemau hatte zum Neujahrsempfang geladen. Rund 500 Gäste waren gekommen.
Die Stadt Hemau hatte zum Neujahrsempfang geladen. Rund 500 Gäste waren gekommen.

Hemau.Die Stadt Hemau steuert in ein Jahr mit einem Rekord-Haushalt. „Der sprengt alles Dagewesene“, sagte Bürgermeister Hans Pollinger bei seiner Ansprache gestern Abend in der voll besetzten Tangrintelhalle. Vor den rund 500 geladenen Gästen des Neujahrsempfangs 2019 stellte er die ersten Eckdaten vor: Der Haushalt 2019 sei vorberaten. „Wir kratzen an der 30-Millionen-Euro-Grenze.“ Allein der Vermögenshaushalt schlage mit 12,5 Millionen zu Buche – doppelt so viel, wie in anderen Jahren. Und das alles stemme die Kommune ohne Kredite. Laut Pollinger ist das Ausdruck sparsamer Haushalts-Führung und bedeut eine enorme Schubkraft seitens einer prosperierenden Wirtschaftslage.

Catering: Die einen feiern, die anderen arbeiten: Robert und Bettina Tischler feierten erst ihren Geburtstag und übernahmen dann zusammen mit ihrem Team die Verköstigung der Gäste. Zuhause in Hohenschambach gehört Roberts Mutter die Gaststätte Zur Post.
Catering: Die einen feiern, die anderen arbeiten: Robert und Bettina Tischler feierten erst ihren Geburtstag und übernahmen dann zusammen mit ihrem Team die Verköstigung der Gäste. Zuhause in Hohenschambach gehört Roberts Mutter die Gaststätte Zur Post.

Der gemeinsame Start ins neue Jahr und Kontakte auffrischen – das ist Bürgermeister Hans Pollinger ein großes Anliegen. So lädt die Stadt jedes Jahr zum Neujahrsempfang in die Tangrintelhalle, um bei der Veranstaltung auch über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Lockerer Austausch

Ziel ist außerdem, das Gemeinschaftgefühl zu stärken und den Geladenen die Möglichkeit zu bieten, sich zwanglos in einer lockeren Atmosphäre auszutauschen. Gute Gespräche und persönlichen Begegnungen standen auch am Donnerstagabend nach dem offiziellen Teil im Mittelpunkt der großen Zusammenkunft.

Hemaus geehrte 2019

Der Empfang am Tangrintel, der als einer der größten im Landkreis Regensburg gilt, wird aber auch genutzt, um denen Anerkennung zu zollen, die sich in besonderer Weise für die Stadt und die Großgemeinde Hemau eingesetzt haben.

Am Eingang der Halle hatte der Bauhof einen hölzernen Torbogen installiert. Wer in die Halle wollte, musste da durch. Die drei Bürgermeister Hans Pollinger, Herbert Tischhöfer und Robert Pollinger begrüßten jeden Einzelnen und wünschten ein gutes neues Jahr.

Nachdem die Gäste Platz gefunden hatten, stieg erster Bürgermeister Hans Pollinger auch damit in seine Ansprache ein: „Ich bin gleich zu Beginn in ein Fettnäpfchen getreten“, sagte er. Grund sei die Datenschutzgrundverordnung – die Richtlinie der EU macht Behörden und Vereinen seit Inkrafttreten 2018 das Leben schwer. Kunden wollen beim Metzger nicht mehr mit Namen angesprochen werden, und in Wien stören plötzlich Namen auf Klingelschildern. Hinzu komme die politisch korrekte Anrede des dritten Geschlechts „divers“. „Wir haben Sie mit Namen angesprochen und vielleicht auch den einen oder anderen diskriminiert, weil wir ihn mit Herr oder Frau angesprochen haben. Haben wir sonst noch Sorgen?“. Ein weiteres Fettnäpfchen von 2018 wolle er nicht wiederholen. „Eine zu lange Ansprache.“

Seine Bilanz fiel positiv aus. Wie schon beim Stadtrat-Jahresschluss sagte Pollinger: „Wir sollten uns bewusst werden, dass wir seit geraumer Zeit von Erfolg sprechen.“ Erfolg sei eine subjektive Wahrnehmung, Ausdruck wirtschaftlichen Wohlergehens und des Lebens in der besten aller Zeiten. „Dennoch ist Erfolg nicht gleich Zufriedenheit. Warum tun wir uns so schwer mit dem Zufriedensein?“ Einerseits stehe das Streben nach immer noch noch mehr. Andererseits stünde das Sorgen um die Zukunft. Der Spagat zwischen Wachstum und Bewahren.

„Verstehen wir derzeit unsere Gegenwart? Gestalten wir derzeit unsere Zukunft? Oder beschäftigt uns zunehmend die Angst vor der Zukunft?“ Viele Fragen dieser Zeit seien auch die Angstmacher dieser Zeit.

Gäste: Neben Bürgern, Vereinsvertretern, Landrätin Tanja Schweiger, der Geistlichkeit und vielen anderen mischte sich auch Show-Biz unters Publikum: Multitalent Jürgen Kirner traf zum Beispiel den Geschäftsführenden Beamten der Stadt, Josef Wismüller, auf einen Plausch.
Gäste: Neben Bürgern, Vereinsvertretern, Landrätin Tanja Schweiger, der Geistlichkeit und vielen anderen mischte sich auch Show-Biz unters Publikum: Multitalent Jürgen Kirner traf zum Beispiel den Geschäftsführenden Beamten der Stadt, Josef Wismüller, auf einen Plausch.

„Wir sollten uns bewusst werden, dass wir seit geraumer Zeit von Erfolg sprechen können.“ Das war auch die Zusammenfassung der gemeindlichen Bilanz. „Kommunalpolitik ist keine Eintagsfliege.“ Sie basiere auf Kontinuität. Und, „kontinuierlich konnten wir uns weiterentwickeln“. Die Bürgerschaft wisse von dieser Entwicklung und sei Teil dieser Entwicklung. Pollinger verdeutlichte das mit einigen Kennzahlen.

Auf 93,3 Bürger kommt ein Baby

2018 gab es 102 Geburten in der Stadt. Zuletzt war die Zahl im Jahr 2000 über die 100er-Marke geklettert. Die Zahl der Einwohner stieg auf 9520. „Das erfordert attraktive Wohnbaupolitik.“ 1996 lebten 8060 sozialversicherungspflichtig Erwerbstätige in der Stadt. 2016 waren es bereits 8907 – ein Plus von 10,5 Prozent. Trotzdem müssten fast zwei Drittel, 59,8 Prozent, jeden Tag pendeln, weil sie außerhalb arbeiten. Das erfordere eine attraktive Gewerbeansiedlungspolitik. Der Bürgermeister lobte die Aktion des Fachgeschäftekreises Hemau: „Sei schlau, arbeite in Hemau“.

Pollinger schloss versöhnlich. „Wir können mit Zuversicht ins neue Jahr gehen. Wir haben es selber in der Hand. Ich wünsche uns allen weniger Angst und mehr Vertrauen.“

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