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Wirtschaft

Alte Fabrik zu neuem Leben erweckt

In Laaber hat Hans Jürgen Schwarzmann eine Textilfabrik für seinen Onlinehandel umgebaut und neue Arbeitsplätze geschaffen.
von Paul Neuhoff

Die Firma Schwarzmann GmbH hat neu gebaut. Helle und große Hallen prägen jetzt das Ortsbild am westlichen Ortsausgang von Laaber. Foto: Paul Neuhoff
Die Firma Schwarzmann GmbH hat neu gebaut. Helle und große Hallen prägen jetzt das Ortsbild am westlichen Ortsausgang von Laaber. Foto: Paul Neuhoff

Laaber.Im Markt Laaber fällt am westlichen Ortsausgang ein langgestrecktes Firmengebäude mit einem markanten Eingangsportal auf. In diesem Bauwerk wurden etwa sechzig Jahre lang Stoffe bedruckt und die hochwertigen Produkte in viele Länder versandt. Bis zu sechzig Personen fanden darin eine Beschäftigung. Durch den Konkurrenzdruck aus Fernost wurde es für das Unternehmen zunehmend schwieriger, Absatzmärkte zu halten oder neu zu erschließen. Im Jahre 2007 musste der Inhaber letztendlich die Einstellung der Produktion verkünden. Die Jahre danach verfielen die Fabrikhallen teilweise. Dächer wurden undicht und auf den Freiflächen sammelten sich so manche Abfälle. Gerüchte kamen im Ort auf, dass in den Gebäuden umweltschädliche Produktionsmittel lagern und vor sich hinrotten.

Rasante Entwicklung

 Das seit Jahrzehnten bestehende markante Eingangsportal wurde von der Firma Schwarzmann nicht verändert. Dahinter verbirgt sich eine großzügige Empfangshalle. Früher war dies der Eingang zu einem Stoffstudio. Foto: Paul Neuhoff
Das seit Jahrzehnten bestehende markante Eingangsportal wurde von der Firma Schwarzmann nicht verändert. Dahinter verbirgt sich eine großzügige Empfangshalle. Früher war dies der Eingang zu einem Stoffstudio. Foto: Paul Neuhoff

Nach fünf Jahren des Dornröschenschlafs regte sich ab 2012 wieder Leben. Die Firma Schwarzmann GmbH unter dem Inhaber Hans Jürgen Schwarzmann hatte das Areal gekauft, um mehr Platz für den expandierenden Onlinehandel zu haben. Aus den „Ruinen“ der alten Fabrik entstanden in der folgenden Zeit in fast rasanter Geschwindigkeit neue und größere Hallen. Hans-Jürgen Schwarzmann hat für unsere Zeitung die Türen seines Betriebs geöffnet und auch Hintergrundinformationen preisgegeben.

Der studierte Betriebswirt und IT-Fachmann hat sich auf den Versand von Industriesalzen oder auch Salz aus dem Toten Meer, auf Reinigungsmittel, wie Zitronensäure, Natron oder Essigsäure spezialisiert. Der Beginn des Internethandels liegt etwa zehn Jahre zurück.

Die Firma Schwarzmann hat einige der alten Gebäude abgerissen und durch neue, hohe und lichtdurchflutete Hallen für die Lagerung und Verarbeitung errichtet. Das abgebildete Bauwerk setzt den vorläufigen Schlusspunkt in der baulichen Neuausrichtung des Betriebs. Foto: Paul Neuhoff
Die Firma Schwarzmann hat einige der alten Gebäude abgerissen und durch neue, hohe und lichtdurchflutete Hallen für die Lagerung und Verarbeitung errichtet. Das abgebildete Bauwerk setzt den vorläufigen Schlusspunkt in der baulichen Neuausrichtung des Betriebs. Foto: Paul Neuhoff

Damals habe man in einer kleinen Halle in Regensburg mit etwa zwanzig Aufträgen pro Tag begonnen. Durch aufmerksames Beobachten der Kundenwünsche schnellten die Bestellungen in die Höhe. Im Raum Hemau fand die junge Firma in einem Bauernhof größere Räume, die aber bald auch zu klein wurden.

Auf der Suche nach einem geeigneten Objekt stieß Hans Jürgen Schwarzmann auf die aufgelassene Textilfabrik in Laaber, die dann 2012 den Besitzer wechselte.

Quirin Schwarzmann überwacht die Abfüll- und Verpackungsstraße. Das System läuft vollautomatisch. Am Ende werden Ein-Kilogramm-Beutel in passende Kartons verpackt und Adressdaten aufgedruckt. Mitarbeiter stapeln die Päckchen auf Paletten. Foto: Paul Neuhoff
Quirin Schwarzmann überwacht die Abfüll- und Verpackungsstraße. Das System läuft vollautomatisch. Am Ende werden Ein-Kilogramm-Beutel in passende Kartons verpackt und Adressdaten aufgedruckt. Mitarbeiter stapeln die Päckchen auf Paletten. Foto: Paul Neuhoff

Wie Schwarzmann erklärte, sei es keine einfache Entscheidung gewesen. Die Gebäude waren voll mit Produktionsmittel, wie Fässer mit Farbpulver oder mit Tausenden von leeren Papprollen, auf denen ursprünglich die Stoffe aufgerollt waren. Zudem war zum Kaufzeitpunkt auch nicht sicher, ob es sich nicht doch um eine umweltgefährdende Altlast handelte. Diese Sorge habe sich als unbegründet erwiesen. Intensive Untersuchungen des Gebäudes und des Untergrunds hatten keinerlei Hinweise auf Altlasten ergeben. „Die Aktionen haben uns eine Stange Geld gekostet, aber jetzt herrscht Gewissheit, dass keine Verunreinigungen vorlagen“, so Schwarzmann.

Praktizierte Nachhaltigkeit

Knapp zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Betrieb tätig. Diese kümmern sich um den Versand oder bearbeiten, wie hier, an modernen Stationen die Retouren. Für Pausen steht eine firmeneigene Ruhezone zur Verfügung. Foto: Paul Neuhoff
Knapp zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Betrieb tätig. Diese kümmern sich um den Versand oder bearbeiten, wie hier, an modernen Stationen die Retouren. Für Pausen steht eine firmeneigene Ruhezone zur Verfügung. Foto: Paul Neuhoff

Beeindruckend wurde es beim Rundgang durch den neuen Betrieb. Wo früher dunkle, mit Gegenständen aller Art vollgestellte, relativ niedrige Hallen waren, eröffnen sich dem Besucher jetzt hohe, helle Räume, die durch die hellen Holzbinder als Dachträger den Eindruck von Weite vermitteln. Knapp zwanzig Beschäftigte und eine vollautomatische Abfüll- und Verpackungsanlage sorgen dafür, dass aus den Salzen und Reinigungsmitteln, die in „Big Packs“ ankommen, kleine, von den Verbrauchern gewünschte Einheiten von einem Kilo werden und diese dann zuverlässig an den Kunden weitergehen.

Hans Jürgen Schwarzmann ist der Inhaber der Firma. Foto: Paul Neuhoff
Hans Jürgen Schwarzmann ist der Inhaber der Firma. Foto: Paul Neuhoff

„Wir sind jetzt bei etwa 450 Bestellungen pro Tag angelangt,“ merkt Schwarzmann nicht ohne Stolz an. „Das Hören auf die Kundenwünsche und eine zuverlässige Belegschaft, die sich in der familiären Betriebsatmosphäre mit sehr flexiblen Arbeitszeiten wohlfühlt, sind Säulen, die zum Erfolg beitragen“, so Schwarzmann.

Großen Wert lege er auch auf Nachhaltigkeit. Daher sind die Verpackungen aus Zuckerrohrgranulat, das von einer Firma aus Konzell zur Verpackungsfolie verarbeitet wird. Auf der Innenseite ersetzt eine hauchdünne, aufgedampfte Glasschicht das übliche Aluminium. Zur Firmenphilosophie gehöre es auch, heimische Firmen zu unterstützen. Selber habe er bei der Firmenübernahme auch große Unterstützung Rathaus und Marktrat erhalten. Bürgermeister Hans Schmid wiederum sagt, dass er froh sei, dass Schwarzmann den Schritt des Firmenkaufs gewagt und damit wieder Arbeitsplätze geschaffen habe.

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