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Finanzen

Bahn frei für Bankenfusion

Die Raiffeisenbank Hemau-Kallmünz stimmt dem Zusammenschluss mit Parsberg-Velburg zu. Nicht jeder ist damit glücklich.
Von Alfons Beil

Das Bankgebäude der künftig unter „Oberpfälzer Jura
Das Bankgebäude der künftig unter „Oberpfälzer Jura" firmierenden Raiffeisenbank Foto: Alfons Beil

Hemau.Die Raiffeisenbanken Hemau-Kallmünz und Parsberg-Velburg haben ihre Fusion zur Raiffeisenbank „Oberpfälzer Jura" auf den Weg gebracht. Nach regen Diskussionen bei der Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Hemau-Kallmünz in der Tangrintelhalle stimmten 345 der anwesenden Mitglieder mit 83,95 Prozent für die Fusion.

Groß war das Interesse der Mitglieder der Raiffeisenbank Hemau-Kallmünz an der Generalversammlung. Aufsichtsratschef Hans Pollinger mahnte, man solle den Veränderungen des Bankenwesens ins Auge sehen. Darum erfolge aus der Verantwortung heraus dieser Schritt. Alle Vorstände der neuen Bank kämen jeweils aus den eigenen Reihen und stammten aus der Region. Das sei ein klares Bekenntnis zum ländlichen Raum zwischen den Ballungszentren Nürnberg und Regensburg. „Die Raiffeisenbank Oberpfälzer Jura ist unsere Bank“, stellte er heraus. Er ging auf zwei ausscheidende Aufsichtsräte ein. Alois Frank scheidet als Aufsichtsrat aus, die Position wird nicht nachbesetzt. Wiedergewählt wurde Siegfried Moser aus Painten.

Vorstandschef Klaus Federholzer erklärte, dass es gelungen sei, im Kerngeschäft erfolgreich zu bleiben. Die Bilanzsumme sei auf 469 Mio. Euro gestiegen. Das betreute Kundenvolumen liege bei 888 Mio. Euro. Die Dividende blieb konstant bei fünf Prozent.

Weniger Baustoffe verkauft

Zur Fusion mit der Raiffeisenbank Parsberg-Velburg sagte Federholzer, dass man sich fitmachen wolle für den schwierigen Wettbewerb. Vorstand Stephan Paulus informierte über das Warengeschäft. Die Folgen des trockenen Sommers habe die Warenabteilung zu spüren bekommen: Es wurde weniger Getreide und Raps geerntet. Der Agrarstandort Pfraundorf ging vollständig in Betrieb. Obwohl viel gebaut wurde, sei der Umsatz mit Baustoffen zurückgegangen. Viele Gebäude würden nicht von einheimischen Baufirmen erstellt, sondern von überregionalen Fertigbaufirmen und die Baustoffe andernorts gekauft.

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Paulus informierte über die Beweggründe und Chancen der Fusion. Veränderungen in der Bankenwelt, Kundenanforderungen, demografischer Wandel, Digitalisierung und Finanzmarktregulierungen seien Treiber. Im Umfeld der beiden Banken habe es bereits Fusionen gegeben. Würde man, so Paulus, den Schritt nicht gehen, könnte das Haus sehr wahrscheinlich geschluckt werden. Die beiden Banken hätten ihre Wurzeln im selben Wirtschaftsraum, sie grenzten direkt aneinander an, hätten eine ähnliche geschäftspolitische Ausrichtung, verfügten über das klassische Warengeschäft und seien betriebswirtschaftlich gesund. Laut Paulus wolle Hemau-Kallmünz nicht in Regensburg integriert werden, das Gleiche gelte für Parsberg-Velburg in Neumarkt.

Umstrittener Brief

Es folgte eine teils emotionale Diskussion. Karl Söllner interessierte sich für neue Geschäftsfelder. Andere Banken seien risikofreudiger. Michael Weigert war strikt gegen eine Fusion und trug einen Brief von Norbert Frühwald vor, worin dargestellt wurde, dass Hemau in allen Positionen besser sei als Parsberg und der Sitz trotzdem dorthin gehe. Federholzer erklärte, ein inhaltlich gleicher Brief sei bei der Fusion einer anderen Raiffeisenbank vorgetragen worden. Jedenfalls verschenke sich die Bank nicht an die Parsberger, umgekehrt gelte das Gleiche.

Die Mitglieder stimmten der Fusion zur „Raiffeisenbank Oberpfälzer Jura" zu. Dazu mussten die Parsberger Aufsichtsräte neu gewählt werden. Aufsichtsräte sind Roland Lehner, Franz Ehrensberger, Anton Ferstl, Peter Krotter und Konrad Mages. Künftig bestimmen die Vertreter der Mitglieder. Diese müssen gewählt werden. Mit Birgit Luge (Hemau), Heinrich Zenger (Kallmünz), Franz Brandl (Velburg) und Ernst Hierl (Parsberg) wurde ein Wahlausschuss gegründet.

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