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Tradition

Boshaft und bodenständig unterhalten

Norbert Neugirg undTanngrindler Musikanten begeisterten im Zehentstadl. „Brauerei auf dem Tangrintel“ gab den Rahmen vor.
Von Beate Popp, MZ

  • Norbert Neugirg eingerahmt von den Tanngrindler Musikanten. Gemeinsam begeisterten sie das Publikum im Zehentstadl. Fotos: Popp
  • Impulsiv
  • Nachdenklich
  • Empört
  • Gewitzt

Hemau.Anlässlich der Ausstellung „Brauereien auf dem Tangrintel“ präsentierte der Kulturstadel einen launig bierigen Kabarett-Abend mit bodenständiger Musik der Tanngrindler Musikanten und dem Kabarettisten Norbert Neugirg. Der für provokante Sprüche bekannte Kommandant der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ beschäftigte sich, ganz wie es seine Art ist, bierernst mit dem Glanz und Ende der einst großen Hemauer Brautradition. Unterstützt wurde er dabei von den Tanngrindler Musikanten, denen dieses kulturgeschichtliche Thema schon seit langem sehr am Herzen liegt, wie die Musikanten versicherten. Der Zehentstadel war restlos ausverkauft. Die passenden oberpfälzer Schmankerl bot die Familie Tischler (Posthalter) aus Hohenschambach.

In Hemau gab es seit dem späten Mittelalter ein Braurecht aller Bürger. Von wirtschaftlicher Bedeutung wurde es jedoch erst mit dem Siegeszug des Bieres in Bayern als geschätztes Nahrungsmittel seit dem 16. Jahrhundert. 1998 wurde mit der Brauerei Donhauser der letzte Brauereibetrieb in Hemau eingestellt.

Nachdem die „Tanngrindler Musikanten“ zünftig aufgespielt hatten, begann Neugirg, bestens bekannt vom Franken-Fasching, mit seinen bekannt frechen Sprüchen wie die „Hemauer Stadtgrabenscheißer“ sein umfangreiches Programm. Er hob in seinem bissigen Repertoire die Brauereigeschichte von Hemau hervor. Aber auch die Politiker der Tangrintelstadt wurden mit frechen Sprüchen nicht verschont: „Unter Bürgermeister Pollinger ging zwar die letzte Brauerei zugrunde, aber wenn Hemau wieder braut, dann gibt es einen Pollingers Gedächtniskrug. Ist der Sud dann auch noch so sauer – Prost Hemauer!“ Der Buchautor und Verserlreimer Neugirg rezitierte Gedanken zu den Themen unserer Zeit und dazwischen hinterfotzige Reime wie „Der Zoigl ist Kommunbraubier, der, als altes Elixier, in Kommunbrauhäusern angerührt, seit 1400 dazu führt, dass ihn gleich, was drinnen schwimmt, die Menschheit arglos zu sich nimmt!“ Als Kopie eines bayerischen Politikers hielt der Kabarettist eine politische Bierzeltansprache und betonte, dass „wir in Bayern unsere Nasen überall dort haben, wo andere einen Wind lassen!“

Dazwischen bot ihm Dr. Frieder Roßkopf immer wieder Kontra: „Wos kanns für Norbert besseres geben, als von der eignen Bosheit zu leben!“ Mit musikalischen Stücken, darunter „alls blos koa Wassa niat“ und „drunten vor da Wirtshaustür“ begeisterten die Musikanten das Publikum.

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