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Fasching

Clownstruppe gibt das Zugtempo vor

Die Spaßmacher marschieren an der Spitze des Hemauer Gaudiwurms. Die Männer mit den roten Nasen stimmen die Zuschauer ein.
Von Dietmar Krenz, MZ

Gerd Rödl (Bildmitte), Sepp Karl (li.) und Willi Meier sind die Rödl-Clowns und dürfen beim Hemauer Gaudiwurm am Sonntag nicht fehlen.
Gerd Rödl (Bildmitte), Sepp Karl (li.) und Willi Meier sind die Rödl-Clowns und dürfen beim Hemauer Gaudiwurm am Sonntag nicht fehlen. Fotos: MZ-Archiv

Hemau.Clowns üben auf viele Menschen eine große Faszination aus. Die Ursprünge dieser geheimnisvollen Figur sind ungewiss. Denn es ist schwer festzustellen, wann und wo der Clown geboren wurde. Eines steht aber fest: Der Spaßmacher mit der roten Pappnase schenkt Freude, Staunen, Lachen und auch Träume, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.

Beim Faschingsumzug in Hemau haben die Clowns eine lange Tradition. Seit Jahrzehnten marschieren sie mit der Startnummer 1 beim Gaudiwurm auf dem Tangrintel vorneweg. „Wir waren schon mal vier. Heute sind wir nur noch drei“, gesteht Gerd Rödl ein. Der gebürtige Hemauer ist bekennender Faschings-Fan und das schon seit mehr als fünf Jahrzehnten.

Die Familientradition fortgesetzt

Ein Bild aus längst vergangenen Tagen: Hans Rödl (re.) marschierte beim Hemauer Faschingszug schon immer vorneweg.
Ein Bild aus längst vergangenen Tagen: Hans Rödl (re.) marschierte beim Hemauer Faschingszug schon immer vorneweg. Foto: Rödl/Archiv

Kein Wunder, denn schon sein Vater Hans ging als Clown gemeinsam mit Karl Lochner bis Anfang der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts an der Spitze des Hemauer Faschingszugs. Der kleine Gerd durfte, so oft es nur ging, dabei sein. „So etwas lässt einen nicht mehr los“, lacht der heute 59-Jährige verschmitzt.

Bei seinem Kompagnon, Josef Karl, war es nicht viel anders. „Mir haben schon als kleiner Bub die Clowns an der Spitze des Zugs so gut gefallen, dass ich immer mitmachen wollte“, erzählt er. Seine Lieblingsverkleidung war deshalb auch stets das Clownskostüm. Zunächst marschierte er allein oder in anderen Gruppen mit. Als dann Gerd Rödl nach einer rund zehnjährigen Pause in die närrischen Fußstapfen seines Vaters trat, erfüllte sich auch ein Wunschtraum für Sepp Karl. Der heute 64-Jährige marschiert seit nunmehr 21 Jahren an der Spitze des Faschingszugs durch die Stadt. Wenn zwei wie Rödl und Karl zusammentreffen, kann nur eine lustige Truppe herauskommen.

„In früheren Zeiten war der Umzug noch ziemlich wild“, erinnert sich Rödl. Als Schrittmacher im bunten Kostüm einzuspringen, war die Idee von Hans Penzkofer, der ihn 1995 dazu animierte, den Zug anzuführen. Gesagt, getan. Seitdem setzt der 59-Jährige die Familientradition fort.

„Viele Leute wissen zwar, dass, wenn die Clowns kommen, der Umzug beginnt. Sie wissen aber kaum, dass wir die Schrittmacher für den Umzug sind. Zusammen mit den Ordnungskräften und dem städtischen Organisator Sepp Körbler geben wir das Tempo vor und sorgen auch immer wieder für Pausen“, teilt Gerd Rödl mit. Deshalb sollten in der Clowns-Gruppe auch nicht zu viele mitmarschieren, denn drei bis vier Leute seien genug.

Passauer kommt nach Hemau

Schirme sind das Markenzeichen der lustigen Truppe.
Schirme sind das Markenzeichen der lustigen Truppe.

Einer davon ist der Enkel von Josef Karl, Dennis Ziegaus. Ein weiterer ist der Polizeibeamte Willi Meier aus Passau. Die Urlaubsbekanntschaft von Gerd Rödl reist alle Jahre wieder in die Oberpfalz, um beim Faschingszug dabei zu sein. Bis ins Jahr 2005 war ein Schrittmacher auch der verstorbene Martin Schuster.

Seit die Stadtverwaltung die Organisation übernommen hat, hat sich viel zum Positiven verändert, sagen beide. Aus den paar Gruppen, hauptsächlich aus den Vereinen, die wild durch Hemau gezogen sind, ist ein bestens organisiertes Spektakel geworden. Der Postbeamte und der ehemalige Zivilangestellte der Standortverwaltung der Bundeswehr loben die bestens vorbereitete Veranstaltung. Trotz ihrer langjährigen Erfahrung und der vielen Umzüge freut sich das Duo alle Jahre wieder auf den Faschingssonntag. „Auch wettermäßig haben wir schon alles mitgemacht, von der Gänsehaut bis zur Hitzewelle“, sagt Rödl. Während in früheren Jahren in den Sonntag rein gefeiert wurde, lässt es die Clowns-Truppe inzwischen etwas ruhiger angehen.

Der Startschuss für den großen Auftritt fällt am Mittagstisch, wenn im Hause Rödl gemeinsam gegessen wird. Im Anschluss geht es ans Eingemachte. „Dann ziehen wir unsere Kostüme an und schminken uns. Eine echt lästige Malerei“, sagt Karl. Dabei helfen ihnen auch die Frauen. Allerdings haben sie in den letzten Jahren schon so viel Routine gekriegt, dass sie sich selbst schminken können.

Der Hemauer Gaudiwurm

  • Termin:

    Sonntag, 26. Februar, Startschuss ist um 14 Uhr. Die Aufstellung erfolgt am Volksfestplatz.

  • Teilnehmer/Wagen:

    46 gemeldete Gruppen, darunter rund 20 Wagen, eine Pferdekutsche und drei Musikkapellen. Insgesamt werden mehr als 1600 Teilnehmer am Gaudiwurm erwartet.

  • Organisator:

    Josef Körbler von der Stadtverwaltung Hemau

  • Moderation:

    Die Moderation am Stadtplatz übernehmen Joseph Bader und Klaus Schmidmeister.

  • Nachfeier:

    Nach dem Gaudiwurm gibt es ein Faschingstreiben am Stadtplatz.

  • Unterstützung:

    Neben Mitgliedern der zwölf Gemeindefeuerwehren sind die FFW Laaber, das THW Laaber, die BRK-Bereitschaften Hemau und Undorf, sowie die Polizei im Einsatz. (wd)

Lampenfieber marschiert mit

Wer is wer?
Wer is wer?

Um 13.15 Uhr geht es auf den Volksfestplatz und um 14 Uhr erfolgt der Startschuss. Dann marschiert die Hemauer Clowns-Truppe an der Spitze des Gaudiwurms, schwenkt die Schirme und stimmt mit „Tangri, Tangri“ oder „Helau-Hemau“-Rufen die Zuschauer auf das närrische Spektakel ein. „Wir machen kurze Pausen, verzögern den Zug und versuchen so, die Lücken zwischen den Gruppen zu schließen. „Dazu gehört auch etwas Erfahrung“, weiß Karl.

Trotz der großen Routine marschiert immer auch etwas Lampenfieber mit. „Das ist eigentlich erst vorbei, wenn der Zug sicher am Ziel angekommen ist“, verrät das Duo. Nach getaner Arbeit ging es in früheren Zeiten auf Tour durch die Hemauer Gaststätten, aber auch damit ist es ruhiger geworden – „wir werden nicht jünger“. Aber die eine oder andere Einkehr gehört ebenso dazu, wie die Teilnahme am Faschingstreiben auf dem Stadtplatz.

Für den Tangrintel gehören die „Rödl-Clowns“ als Tempomacher seit Jahren zu den festen Größen beim Zug. Und wenn es nach Gerd Rödl und Josef Karl geht, soll dies noch lange so bleiben. „So lange ich laufen kann, mache ich weiter“, meint Rödl und Karl ergänzt: „Solange uns die Leute akzeptieren, bin auch ich mit dabei.“

Was ist im Fasching in der Region geboten? Alle Informationen auf Mittelbayerische Maps:

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