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Brauchtum

Die Bergkirchweih wurde zum Volltreffer

Schon vor 200 Jahren wurde der Bereich im Hemauer Zentrum für die „Kirta“ genutzt. Jetzt lebte die Tradition mit wieder auf.
Von Bernhard Seiberl, MZ

Traditioneller Volkstanz für jedermann wurde am Fuße des Bergkircherls geboten.
Traditioneller Volkstanz für jedermann wurde am Fuße des Bergkircherls geboten. Foto: Seiberl

Hemau. Bei bestem Wetter konnte am Fuße des Bergkircherls Kirchweih gefeiert werden. Bereits seit dem späten Vormittag spielte am Sonntag die Stadtkapelle Hemau zünftig auf, so dass die Tische um den historischen Weismannstadel im Nu besetzt waren. Die beiden Organisatoren, Thomas Semmler und Stefan Mirbeth, stets mit einem Faible für Historisches und Kulturelles ausgestattet, freuten sich über die vielen Besucher aus Nah und Fern.

„Traditionen zu bewahren und zu erhalten, wie hier am Fuße des Bergkircherls mit seinem Namenspatron Bartholomäus, ist unser Anliegen. Bereits vor 200 Jahren wurde dieses Areal schon zur Kirchweih genutzt“, informierte Stefan Mirbeth. Mit der Verpflichtung der Stadtkapelle Hemau und den Tanngrindler Musikanten sei ein musikalischer Volltreffer gelungen. „Es gibt handgemachte Volksmusik ohne Mischpult und Lautsprecher. Zu den Volkstänzen steht ein Tanzboden zur Verfügung, die Freunde der Volksmusik wissen dieses zu schätzen“, so die Organisatoren.

Die Tanngrindler Musikanten stellten ihre neue CD vor.
Die Tanngrindler Musikanten stellten ihre neue CD vor. Foto: Seiberl

Die Tanngrindler Musikanten stellten bei diesem Anlass ihre neue CD vor. Chef Frieder Roßkopf erklärte, mit der CD „Hokuspokus“ „wollen wir die Tanzbodenmusik unserer erfolgreichen musikalischen Zeit auf einem Tonträger erhalten“. Applaus erhielt Roßkopf, als er das Verschwinden der Volks- und Blasmusik aus den herkömmlichen Radiosendern kritisierte. Vielleicht bringt die Digitalisierung wieder eine Verbesserung, hofft er.

Zu Gast auf der Bergkirchweih waren auch die Töchter Anne und Ulrike des früheren Berufsmusikers Josef Smasals. Auf die Spur des einstigen böhmischen Musikers stieß Roßkopf, als ein Notenblatt von ihm entdeckte. Über das Internet stöberte Roßkopf die Töchter in Oberhausen auf und erhielt von ihnen Notenmaterial des Vaters, das die beiden auf dem Dachboden entdeckten. Die Musik ihres Vaters konnten sie nun auf der Kirchweih live erleben.

Ortsheimatpfleger Dr. Thomas Feuerer sagte, ihm liege diese Veranstaltung sehr am Herzen. Als Kulturreferent des Landkreises habe er sich auch im Veranstaltungskalender „Kultur in alten Mauern“, des Landkreises aufgeführt. Die Veranstaltung trage zur Stadelerhaltung bei. „Die Abrissplanung ist längst ad acta gelegt.“ Der Weismannstadel ist bereits Bestandteil regelmäßiger kultureller Veranstaltungen geworden. Der Blaumannstadel soll es noch werden.

Die Bergkirchweih finde wieder auf dem historischem Biergartengelände um das Bergkircherl statt, betonte Feuerer. „Die Veranstalter Stefan Mirbeth und Thomas Semmler haben uns mit ihren Visionen wieder ein Stück Heimat geschenkt“, so der Historiker bei seinem Grußwort.

Die Organisatoren Thomas Semmler und Stefan Mirbeth (von links)
Die Organisatoren Thomas Semmler und Stefan Mirbeth (von links) Foto: Seiberl

Bürgermeister Hans Pollinger, meinte, er wolle bei seinem Grußwort zur Gratulation der neuen CD nicht in das Fettnäpfchen treten und zu lange reden. „Unverständlich war mir zunächst jedoch der Name der neuen CD „Hokuspokus“, bekannte Pollinger. „Denn bodenständige Musik ist kein Hokuspokus.“ Die Tanngrindler Musikanten machten schließlich Volksmusik für den „Tangrintler Menschenschlag“, die weit über die Region hinaus geschätzt werde.

Den Gästen gefiel es auf der Bergkirchweih:

Mariele Mayer
Mariele Mayer Foto: Seiberl

Mariele Mayer: Die Tanngrindler Musikanten kennen wir schon lange. Wenn Tanzlmusi gespielt wird, sind wir als Volkstanzfreunde dabei.

- Aushilfspfarrer Vivien d. Somda
- Aushilfspfarrer Vivien d. Somda Foto: Seiberl

Pfarrer Vivien d. Somda: Den Namenspatron feiern wir auch bei uns zu Hause. Allerdings tanzen wir bereits schon während des Gottesdienstes.

- Ingrid Lamatsch Vorsitzende des Trachtenvereins aus Fürth
- Ingrid Lamatsch Vorsitzende des Trachtenvereins aus Fürth Foto: Seiberl

Ingrid Lamatsch: Wir kennen und schätzen die Tanngrindler Musikanten schon seit 15 Jahren. Gespannt sind wir auf die neue CD.

Bert Spangler aus Rufenried
Bert Spangler aus Rufenried Foto: Seiberl

Bert Spangler: Ich besuchte die Bergkirchweih damals schon beim Kollmer. Bereits seit meiner Jugend bin ich ein Fan der Blasmusik.

Jacqueline Hofmeister
Jacqueline Hofmeister Foto: Seiberl

Jacqueline Hofmeister: Ich freue mich sehr, dass die Tradition der Bergkirwa mit unserem schönen Bergkircherl fortgeführt wird.

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