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Die MZ hilft beim besser Lesenlernen

Der Hemauer Rektor bietet auf der MZ-Homepage Artikel zum Üben an. Sie sollen Schülern helfen, Texte besser zu verstehen.
Von Dietmar Krenz, MZ

Das Lesen und Verstehen von Texten ist ein zentrale Schlüsselkompetenz des heutigen Kulturzeitalters.
Das Lesen und Verstehen von Texten ist ein zentrale Schlüsselkompetenz des heutigen Kulturzeitalters. Fotos: Krenz/dpa

Hemau.Kevin, Achtklässler an einer Mittelschule und Martina, die die siebte Klasse einer Realschule besucht, sind frustiert. Die beiden haben immer wieder Schwierigkeiten, Texte zu erfassen, Informationen einzuordnen sowie Ursachen, Folgen und Gegenmaßnahmen daraus abzuleiten. Auch eine Unterscheidung zwischen Information und Meinung ist für Kevin und Martina zumeist nicht klar erkennbar.

Viele Ausdrücke, Begriffe, Fremd- oder Schlüsselwörter verstehen sie nicht, komplexere Sätze durchschauen sie nicht sofort. Tabellen, Schaubildern oder Diagrammen können die beiden nur ansatzweise Informationen entnehmen. Zudem lassen bei langen Textpassagen und Sinneinheiten oft Konzentration und Gedächtnis nach.

Wichtige Voraussetzung

„Lehrkräfte stellen in der Tat fest, dass junge Leute zunehmend mit Wortwahl, Ausdruck, Satzbau, flüssigem Lesen und gleichzeitigem Behalten sowie der Unterscheidung von Wesentlichem und Unwesentlichem Probleme haben“, sagt Rektor Dr. Erwin Geitner. „Oft können sie sich sprachlich nur sehr unbeholfen ausdrücken, mit Fragen zum Text wenig anfangen und verlieren schnell den Überblick über das Gelesene“, erklärt der Leiter der Schulen am Mönchsberg in Hemau.

Der Hemauer Schulleiter Dr. Erwin Geitner will mit der MZ-Aktion anhand gezielter Lernstrategien und Arbeitstechniken Schüler lesefit machen.
Der Hemauer Schulleiter Dr. Erwin Geitner will mit der MZ-Aktion anhand gezielter Lernstrategien und Arbeitstechniken Schüler lesefit machen.

Dabei seien Lesen und das Verstehen von Texten Schlüsselkompetenzen in unserer heutigen Wissensgesellschaft. „Der größte Teil des Wissens wird in Texten übermittelt“, sagt der engagierte Rektor. Lesekompetenz sei somit eine wichtige Voraussetzung für das Lernen, den Erfolg im Beruf und die persönliche Stellung innerhalb der Gesellschaft.

„Beim Lesen geht es nicht nur um das bloße Entziffern von Buchstaben und Texten, sondern vor allem um das Verstehen von inhaltlich wesentlichen Aussagen, das Analysieren und kritische Hinterfragen von Meinungen und darum, auch zwischen den Zeilen lesen zu können“, ergänzt Bildungsexperte Ludwig Haas aus Nittendorf. Dies gelte sowohl für den Umgang mit literarischen Texten als auch für die Arbeit an Sach- und Gebrauchstexten. Internationale Vergleichsergebnisse würden zeigen, dass im Grundschulbereich die Leseleistungen in Deutschland weit über dem internationalen Durchschnitt liegen.

Diese Leseleistungen lassen später im Sekundarbereich (Jahrgangsstufen 5. bis 10. Klasse) aber erheblich nach. Die PISA-Studien der OECD sind internationale Schulleistungsuntersuchungen, die seit dem Jahr 2000 in dreijährlichem Turnus in den meisten Mitgliedsstaaten der OECD und einer zunehmenden Anzahl von Partnerstaaten durchgeführt werden und die zum Ziel haben, alltags- und berufsrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten Fünfzehnjähriger zu messen.

Laut der PISA-Studie fallen noch weitere Ergebnisse auf: Jungen schneiden seit jeher schlechter ab als Mädchen. Zwischen den einzelnen Schularten ist bei der Lesekompetenz eine enorme Leistungsstreuung vorhanden, wobei die Lesekompetenz an Gymnasien erwartungsgemäß am höchsten ausfällt. „Diese Kompetenz hängt unter anderem eng mit der sozialen Herkunft der Schüler zusammen, wobei besonders schwache Leistungen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu registrieren sind“, teilt Schulleiter Geitner mit.

„Lesekompetenz stellt sich aber nicht von selbst ein“, sagt er. Sie müsse Schritt für Schritt geübt und gesichert werden. „Wer lesekompetent sein will, muss nicht nur fähig sein, Texten selbstständig Informationen zu entnehmen und diese miteinander verknüpfen zu können. Er muss zudem über ein Grundlagenwissen zu Texten, deren Inhalten, Strukturen und sozialhistorischer Dimension verfügen, und begründete Schlussfolgerungen ziehen können.“

Fragenkatalog mit Tipps und Hilfen

Um all diese Ziele zu erreichen, bedarf es gezielter Lernstrategien und Arbeitstechniken, die anhand von Berichten aus der Mittelbayerischen Zeitung schrittweise geübt und dauerhaft gesichert werden sollen. Jeden Freitag bietet die MZ auf ihrer Homepage www.mittelbayerische.de/lesekompetenz einen Text an, der mit konkreten Arbeitsaufträgen und Anweisungen versehen ist und Woche für Woche schrittweise in Umfang und Anforderungsniveau ansteigt.

Die MZ-Berichte können aus der Lokalredaktion ebenso wie aus der Kultur, Politik oder der Sportwelt kommen. Die Artikel und der dazugehörige Fragenkatalog mit Tipps und Hilfen werden künftig jeweils freitags online gestellt. Rund eine Stunde lang dauert es, den Fragenkatalog durchzuarbeiten. Die Lösungen werden im Zusammenhang mit der nächsten Aufgabe jeweils in der folgenden Woche veröffentlicht.

Kreative Zielsetzungen

  • Orientierung:

    Lesen ist wichtig zur Beschaffung von Informationen und Orientierung im Alltags-und Arbeitsleben. Ein kompetenter Leser lässt sich nicht so leicht etwas vormachen.

  • Kreativität:

    Wer liest und versteht, weiß mehr und entwickelt Kreativität und Fantasie.

  • Qualifikation:

    Leser können qualifizierter mit Sprache umgehen und sich gewählter und differenzierter ausdrücken. Dies ist vor allem im Beruf wichtig.

  • Vorteile:

    Wer gut liest und versteht, hat Vorteile im Alltagsleben, in der Schule, in der Arbeitswelt, in der Freizeit. Der gute Leser kann Informationen besser erfassen, sie einordnen, Zusammenhänge erkennen, sich eine Meinung bilden und Entscheidungen treffen.

  • Türöffner:

    Gutes Lesen und Verstehen sind die Türöffner und Eingangstüren für Kulturgüter wie Literatur, Theater, Film und Kunst. Sie sind damit der Schlüssel zu neuen Welten. (wd)

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