MyMz
Anzeige

Wirtschaft

Drei Orte – eine Gemeinschaft

Die Unternehmen in Laaber, Deuerling und Brunn treten seit elf Jahren als Werbedreieck auf. Das Konzept funktioniert.
Von Heiner Stöcker

  • Bei der Gewerbeschau. Besonders Sonntagnachmittag ging es vor den Ständen heiß her. Fotos: Stöcker, Böhm
  • Zweck: Ziel des Werbeverbandes ist die Stärkung des Wirtschaftspotentials der VG Laaber. Darüber hinaus tritt der Verband als Vermittler zwischen Politik und Unternehmen auf. Foto: Stöcker

Hemau.Elf Jahre ist es her, dass sich Unternehmen aus Brunn, Deuerling und Laaber zum Werbedreieck zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel: Gemeinsam für sich und die Region werben. „Fahr nicht fort – bleib am Ort“. Unter diesem Slogan zeigen die inzwischen mehr als 60 Mitglieder regelmäßig, was sie und die Gegend können. Und das erfolgreich. Zuletzt bei der Gewerbeschau vor zwei Wochen.

Der Verein: Das Werbedreieck ist eigenen Angaben zufolge ein Gewerbeverband, dessen Aktivitäten die Unternehmer stärker ins Blickfeld von Bevölkerung und Politik rückt. Foto: Stöcker
Der Verein: Das Werbedreieck ist eigenen Angaben zufolge ein Gewerbeverband, dessen Aktivitäten die Unternehmer stärker ins Blickfeld von Bevölkerung und Politik rückt. Foto: Stöcker

Dabei sind die Entscheidungsprozesse im Verein nicht immer einfach, sagt Vorsitzende Julia Tiefenbach-Kuhn. Alle Mitglieder sind Chefs, Firmeninhaber – also Alpha-Tiere, die das Bestimmen gewohnt sind. „Der eine mehr der andere weniger. Das ist für uns in der Vorstandschaft im Umgang manchmal ein jonglieren zwischen Fingerspitzengefühl und Holzhammer.“

Aber wenn es dann klappt, und eine Veranstaltung, wie die Gewerbeschau, erfolgreich verläuft, dann macht die Arbeit Spaß, sagt zweiter Vorsitzender Robert Mehlin. Damit alles so klappt, steckt viel Arbeit dahinter. „Wir haben schon Mitte letzten Jahres mit den Vorarbeiten begonnen. Eigentlich schon 2017 – als wir die ersten Gespräche mit den Gildemeistern hatten.“

Die Arbeit macht Spaß

„Eine Gewerbeschau alleine zieht heute nicht mehr so viele Besucher an. Man braucht einen Aufhänger“, sagt Werbeprofi Tiefenbach-Kuhn. Deshalb seien die Mitglieder auf den Dreh gekommen, die Marktschreier mit ins Boot zu holen. Dafür gab’s im Vorfeld auch Kritik. „Es hieß, wir sollten die eigenen Leute mehr in den Vordergrund stellen. Aber genau das haben wir ja damit gemacht.“ Die Gäste der Marktschreier sind anschließend auch durch die anderen Stände gebummelt.

Und die Marktschreier hatten auch was davon, sagte Robert Mehlin. „Einige haben bei uns schon angefragt, ob sie kommendes Jahr wieder kommen dürfen.“ Die hätte der stellvertretende Vorsitzende aber dann in ihrem Enthusiasmus bremsen müssen. Die Gewerbeschau des Werbedreiecks ist nur alle zwei Jahre.

Überregional: Über das Werbedreieck hinaus fördert der Gewerbeverband Kontakte. Das Netzwerk dient zum Austausch – über die Gemeindegrenzen hinweg. Foto: Stöcker
Überregional: Über das Werbedreieck hinaus fördert der Gewerbeverband Kontakte. Das Netzwerk dient zum Austausch – über die Gemeindegrenzen hinweg. Foto: Stöcker

Zum Glück, sagt Julia Tiefenbach-Kuhn. „Erst am Dienstag haben wir unsere Beine wieder gespürt.“ Es gab am Wochenende während der Veranstaltung noch viel zu organisieren. „Das war viel Laufarbeit.“ Wie viele Leute an dem Wochenende in Laaber unterwegs waren, wollten die beiden Vorstände nicht schätzen. „Sonntag – vor allem der Nachmittag – war der stärkere Tag. Da haben sich die Leute zeitweise zwischen den Ständen durchgeschoben.“ Aktuell laufen intern im Verein eine Reihe von Umstrukturierungen. „Zum Beispiel haben wir es endlich geschafft, den Mitgliedsbeitrag auf 10 Euro im Monat zu erhöhen.“ Marketing und Werbung kosten Geld – und zu dem Thema sei viel diskutiert worden. Das neue Logo, der Internetauftritt, ein neuer Stammtisch und eine neue Bürgerbroschüre „Schaufenster“ sind nur einige der aktuellen Baustellen, die die beiden Vorsitzenden derzeit beschäftigen. „Das Schaufenster ist wie ein kleiner regionaler Branchenführer, in dem sich unsere Mitglieder vorstellen können. Mit einer Auflage von 4000 Stück geht das dann an die hiesigen Haushalte“, sagt Tiefenbach-Kuhn.

„Eine Gewerbeschau alleine zieht heute nicht mehr so viele Besucher an.“

Julia Tiefenbach-Kuhn, Vorsitzende

Positives Arbeitsklima

„Man muss überall dran bleiben – und wir machen das ja alles ehrenamtlich. Jeder hat sein Geschäft, seine Vereine, Haus, Kind, Hund – und das kommt alles hier on Top.“ Aber die Stimmung im Verein sei aktuell sehr gut. Seit etwa einem Jahr habe sich der Ton sehr zum Positiven verändert. „Da geht gerade ein Ruck durch den Verein: Die Bürgermeister stehen hinter uns, wir konnten eine Reihe neue Mitglieder gewinnen und es kommen Leute in die Versammlungen, die schon seit Jahren nicht mehr da waren. Es bringen sich insgesamt mehr Leute mit ein.“ Im kommenden Jahr sind Neuwahlen beim Werbedreieck. Ob die Doppelspitze Julia Tiefenbach-Kuhn und Robert Mehlin sich für weitere drei Jahre an die Spitze des Vereins wählen lassen wird, ließen die Beiden offen. „Ich muss ja nicht die Frau Merkel vom Gewerbedreieck werden“, sagte Julia Tiefenbach-Kuhn. Zu frisch sei noch die Erinnerung an den Stress der Wochen im Vorfeld der Gewerbeschau.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis finden Sie hier

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht