MyMz
Anzeige

Leben kehrt ins Hemauer Zentrum zurück

Der Festakt markiert den Schlusspunkt des Städtebauprojekts. Das zähe Ringen hat sich gelohnt, sagt Bürgermeister Pollinger.
Von Dietmar Krenz, MZ

Am Sonntag markiert ein Festakt den Schlusspunkt des gelungenen Städtebauprojekts. Das zähe Ringen hat sich gelohnt, sagt Bürgermeister Pollinger. Unser Vorher-Nachher-Vergleich zeigt, was sich auf dem Stadtplatz getan hat.

Hemau.Wie schnell doch die Zeit vergeht. Seit dem Spatenstich für die Neugestaltung des Hemauer Stadtplatzes am 4. Juni 2013 ist enorm viel passiert. 3600 Tonnen an Granitsteinen- und -platten hat die Baufirma im Zentrum mit den angrenzenden Gassen eingebaut. Das entspricht in etwa dem Gewicht einer Elefantenherde mit mehr als 500 (!) Tieren. Und mehr als das Zehnfache – insgesamt 40 000 Tonnen – an sonstigen Materialien wie Betonabbruch, Erdreich, Metall oder Baustahl etc. sind in den zwei Jahren von den am Bau beteiligten Firmen und Arbeitern bewegt worden.

Diese Anstrengungen haben dazu beigetragen, dass sich der Mittelpunkt des Tangrintel zu einem echten Anziehungspunkt entwickelt hat – besonders dann, wenn die Sonne auf das helle Pflaster scheint. „Einen bestehenden Platz so zu verändern, dass die Bürger zufrieden sind, ist eine sehr schwere Aufgabe“, hatte Architekt Frank Becker-Nickels bereits vor dem Jahrhundertprojekt prognostiziert.

Die Hemauer Bürger entscheiden

„Ein Platz für Menschen und Autos“, lautete die Schlagzeile der Mittelbayerischen Zeitung im Oktober 2011, als die Architekten Michael Wöhrmann und Becker-Nickels erstmals konkrete Alternativen zur Gestaltung des Stadtkerns dem Hemauer Stadtrat präsentierten. Ende Juli 2011 hatte das Gremium der Planungsgemeinschaft den Auftrag zur Umgestaltung gegeben.

Ende August wurde in einer nicht-öffentlichen Sitzung erstmals die Konzeption vorgestellt. Nun sei es an der Zeit, mit diesem Vorentwurf an die Bürgerschaft heranzutreten, erklärte damals Bürgermeister Hans Pollinger. Er wurde nicht müde zu betonen, dass der Entwurf noch keine fertige Lösung sei. Vielmehr handle es sich um diskutierbare Alternativen, über die die Hemauer Bürger zu entscheiden hätten.

„Dies ist eine umfangreiche und vielschichtige Aufgabe mit vielen Alternativen“, stellte Becker-Nickels klar. Grundsätzlich ginge es bei der Stadtplatzgestaltung um eine „Image-Umkehr ins Positive“: Aus dem Bestand und der Geschichte des Orts sollte eine Gestaltung gefunden werden, die Fußgängerflächen, Freisitzflächen und Parkplätze vereint. Becker-Nickels‘ erklärtes Ziel war es, einen Platz für Menschen zu schaffen, auf dem auch Autos nicht verteufelt würden.

Den wohl markantesten Eingriff in das Stadtplatzbild bildet die Erhöhung des Mathias-Mühlbauer-Platzes vor dem Kriegerdenkmal. „Von dort aus hat man einen guten Blick über den Stadtplatz“, betont Becker-Nickels.

Die zunächst umstrittene Versetzung des Kriegerdenkmals in Richtung Stadtpfarrkirche ist mittlerweile kein Thema mehr in Hemau. Auch die Kritik an der Erhöhung des Platz-Niveaus auf der neuen Stadtterrasse ist längst verstummt. Das entstandene Podest mit kleinem Wasserlauf war zunächst bei einigen Stadträten und Anwohnern auf wenig Gegenliebe gestoßen, weckt seit kurzem aber nicht nur das Interesse des Nachwuchses. Beim Bürgerfest organisiert die Kolpingsfamilie sogar eine kleines Gummi-Entenrennen.

Eine grundlegende Komponente und ein echter Hingucker auf dem neuen Platz ist der Brunnen vor der Apotheke. Besonders die Bronze-Kuh von Künstlerin Sabine Mädl war zunächst höchst umstritten. Zwischenzeitlich haben aber viele Hemauer die 450 Kilogramm schwere Skulptur richtig liebgewonnen. Ein bekennender Fan des Brunnens und des neuen Stadtplatzes ist Schlossbräu-Wirtin Brigitte Meier-Spangler. Sie beobachtet jeden Tag, wie sich die Fläche beim Brunnen zu einem echten Anziehungspunkt für Jung und Alt entwickelt.

Verbesserung des Stadtbilds

„Mit dem anstehenden Festwochenende kommt wieder Leben in die Mitte unserer Stadt. Wenn wir heute das Ergebnis sehen, kann ich voller Überzeugung und mit einer gewissen Genugtuung sagen, dass sich der Aufwand gelohnt hat“, sagt Bürgermeister Hans Pollinger zufrieden.

Besonders begrüßt er, dass zusätzlich zu dieser öffentlichen Investition eine ganze Reihe von Privateigentümern ihre Häuser renoviert haben. „Sie haben sich inspirieren lassen und damit einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung des Ortsbildes geleistet.“

Ohne Zweifel habe die Baumaßnahme vor allem für die Anlieger und für viele Autofahrer Behinderungen mit sich gebracht. Der Bürgermeister lobt ausdrücklich das Verständnis, das viele dafür aufgebracht haben. „Umso glücklicher sind wir alle, dass die Bauarbeiten abgeschlossen sind und freuen uns über das gelungene Werk.“

Nach dem Open-Air-Kino am Freitag und dem samstäglichen Bürgerfest wird am Sonntag mit dem Festakt und einer „Italienischen Nacht“ der Schlusspunkt des Projekts gesetzt.

Festprogramm am Sonntag

  • 9.45 Uhr:

    Kirchenzug

  • 10.30 Uhr:

    Feierlicher Gottesdienst mit Stadtplatz-Segnung auf der Stadtterrasse (Mathias-Mühlbauer-Platz)

  • 11.15 Uhr:

    Festakt

  • 12 Uhr:

    Mittagessen

  • ab 12 Uhr:

    die Stadtkapelle Hemau spielt bis ca. 16.30 Uhr

  • 13 Uhr:

    Auftritt der Gruppe „Karussell“

  • 13.30 Uhr:

    Heiße beats mit „Stomp“

  • 14 Uhr:

    Traditioneller Kirtazug mit Standkonzert beim Deglbauer

  • 15 Uhr:

    Große Luftballon-Aktion mit Gewinnspiel

  • 18 Uhr:

    Italienische Nacht mit Pino Barone

  • 22 Uhr:

    Fulminantes Ende mit Lichtershow am Alten Rathaus

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht