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Mit drei Gängen Gutes tun

Zum ersten Mal lud die Hemauer Kolpingsfamilie zu einem Fastenessen. Es gab ein Drei-Gänge-Menü mit Speisen aus aller Welt.
Von David Santl

Die Gäste waren von den internationalen Gerichten begeistert. Hier wird gerade Kichererbsensalat aus Südafrika serviert.  Foto: David Santl
Die Gäste waren von den internationalen Gerichten begeistert. Hier wird gerade Kichererbsensalat aus Südafrika serviert. Foto: David Santl

Hemau.Mit dem Aschermittwoch hat vergangene Woche wieder die Fastenzeit begonnen. Gläubige Christen versuchen in dieser Zeit, bewusster zu leben und auf verschiedene Genussmittel zu verzichten. Vor allem die Ernährung spielt bei vielen eine große Rolle. Dass Fasten auch mithilfe eines Drei-Gänge-Menüs funktioniert, würden wahrscheinlich die Wenigsten vermuten. Doch genau das gab es am vergangenen Samstag in Hemau.

Die Kolpingsfamilie veranstaltete im Jugendheimsaal zum ersten Mal ein „Fastenzeit-Dinner“ und servierte dabei leckere Speisen aus aller Welt. „Ein Drei-Gänge-Menü und ein Fastenessen widersprechen sich keineswegs“, meinte der stellvertretende Kolping-Vorsitzende Otto Scherübl in seiner Begrüßung. „Wir wollen mit diesem Fastenessen ja über den Tellerrand hinausschauen und dabei an andere Menschen denken. Denn wer an andere Menschen denkt, der wird dankbar“, so Scherübl. Nach einem Tischgebet von Stadtpfarrer und Kolping-Präses Berno Läßer wurde die Vorspeise serviert: Kichererbsensalat aus Südafrika.

Kolping hilft international

Die Gäste waren sofort begeistert von diesem leicht bekömmlichen Gericht. Neben Kichererbsen waren vor allem Oliven, Tomaten und Paprika weitere Zutaten. Zwischen den Gängen erfuhren die Gäste, welche Projekte das Internationale Kolpingwerk in aller Welt durchführt.

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Vor allem die Bildungsarbeit steht dabei im Fokus, um Menschen eine würdige Zukunft zu ermöglichen. Die Aktivitäten des Kolpingwerks sind auf allen Kontinenten unterschiedlich: In Lateinamerika wird vor allem der Bau von Zisternen unterstützt, während in Afrika Bauern wertvolle Tipps bekommen, sich an den Klimawandel anzupassen. Kolping ist also sehr international unterwegs. „Und genauso international sollen auch unsere Gerichte sein“, meinte Otto Scherübl.

Hauptgericht: Rindfleischeintops aus Togo

Währenddessen herrschte in der Küche des Jugendheims Hochbetrieb. In den Töpfen blubberte nämlich schon das Hauptgericht: ein Rindfleischeintopf aus dem westafrikanischen Staat Togo. Schnell wurde der Eintopf, der im Wesentlichen aus Rindfleisch, Kartoffeln, Gemüse und Reis bestand, auf die Teller verteilt. Auch dieses Gericht überzeugte die Gäste restlos.

Nach dem Hauptgang stellte sich das Projekt „Strahlende Kinderaugen in Kenia“ vor. Dabei unterstützen einige Hemauer eine Schule in Kenia. „In diese Schule gehen die Kinder der ärmsten Familien. Dort bekommen sie wenigstens zwei Mahlzeiten am Tag“, erzählte Kathrin Orlamünder, die dieses Projekt mitbetreut. Die Geschichten hinter diesen Kindern seien sehr bewegend, berichtete sie. Mittlerweile unterstützen die Hemauer auch ein Waisenheim. „Wir können nicht der ganzen Welt helfen, aber zumindest diesen Kindern können wir ein besseres Leben ermöglichen“, so Orlamünder.

Kolping in Hemau

  • Anfang:

    Am 5. März 1864 hatten laut der Hemauer Kolping-Chronik „Drei wackere Gesellen“ die Idee, einen katholischen Gesellen-Verein zu gründen.

  • Gründung:

    Nur einen Tag später war die Gründungsversammlung mit nicht weniger als 42 Gesellen.

  • Unterbrechungen:

    Im 20. Jahrhundert ruhte die Arbeit mehrmals, auch aufgrund der Weltkriege.

  • Aktuell:

    Heute bereichert Kolping durch viele Aktionen die Hemauer Stadtpfarrei St. Johannes.

Nach diesem Vortrag stand aber noch der letzte Gang an: ein Limetten-Dessert aus Mexiko. In kleinen Gläsern bekamen die Gäste dabei eine Art Joghurt serviert, der durch kleine Spekulatius-Stücke sogar ein bisschen weihnachtlich schmeckte.

Essen, damit andere satt werden

„Dieses Fastenessen war eine Anregung des Internationalen Kolpingwerks, das in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert“, erzählte die Vorsitzende Ingrid Eibl danach. Der Slogan dieses Fastenessens laute eigentlich: „Essen, damit andere satt werden“. Dazu haben die Hemauer Kolping-Mitglieder Rezepte rausgesucht, die zwar international sind, aber auch für bayerische Gaumen erträglich sind.

Politik

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Mit der ganzen Aktion war Eibl sehr zufrieden: „Gerade zu Beginn der Fastenzeit sollten wir uns Gedanken machen, wie gut es uns geht. Durch die Spenden, die die Gäste geben, werden auch andere Leute satt.“

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