MyMz
Anzeige

Brauchtum

Musik und Tanz bei Hemauer Bergkirchweih

Am Weismannstadel stellen die Tanngrindler ihre CD „Hokuspokus“ vor. Damit wird eine alte Traditionsveranstaltung belebt.
Von Dietmar Krenz, MZ

„Hokuspokus“ lautet der Titel der neuen CD der Tanngrindler Musikanten.
„Hokuspokus“ lautet der Titel der neuen CD der Tanngrindler Musikanten. Foto: Thomas Merk

Hemau.Der Erhalt der überlieferten bayerischen Lebensart und des Brauchtums erfolgt auch über die Pflege der charakteristischen Musik. Seit Jahren hat sich dies Dr. Frieder Roßkopf mit seinen Tanngrindler Musikanten auf die Fahne geschrieben. Großen Wert legt das musikalische Aushängeschild der Stadt Hemau auf Stücke, die von anderen Gruppen wenig oder gar nicht gespielt werden. Auf der neuen CD „Hokuspokus“ sind auch diesmal viele alte oder unbekannte Melodien zu finden.

Um den bereits siebten Tonträger der Tanngrindler auch entsprechend zu präsentieren, hat sich das Trio Thomas Semmler, Stefan Mirbeth und Frieder Roßkopf etwas Besonderes einfallen lassen. Am Sonntag, 14. August, wird am Festgelände um Blauhorn- und Weismannstadel Bergkirchweih gefeiert – und zwar mit einer bayerisch-traditionellen Brauchtumsveranstaltung bei freiem Eintritt.

Frühschoppen mit der Stadtkapelle

Ab 11 Uhr gibt es einen musikalischen Frühschoppen mit Blechblasmusik von der Stadtkapelle Hemau, einem Nostalgiekarussell und vielen Angeboten für das leibliche Wohl.

Von 15 bis 19 Uhr übernehmen die Tanngrindler die Regie über den Tanzboden und sorgen für beste Unterhaltung der Biergartenbesucher. Gegen 17 Uhr stellt die Hemauer Gruppe im Rahmen der landkreisweiten Veranstaltungsreihe „Kultur in alten Mauern“ ihre neue CD den Besuchern vor. Im April haben die Hemauer Musikanten 23 Stücke als Koproduktion mit dem Studio Franken des Bayerischen Rundfunks eingespielt.

Walzer, Polka, Marsch, Zwiefacher, Landler oder Mazurka – knapp vier Tage lang waren die acht Musiker um Roßkopf in Nürnberg vor den Mikrofonen, um bodenständige und traditionelle Oberpfälzer Wirtshaus- und Tanzbodenmusik für weitere Generationen festzuhalten. Bereits zum dritten Mal gab die Gruppe ein Gastspiel im Regionalstudio der ARD. Die Aufnahmen für „40 Jahre – und kein bisschen leise“ entstanden 2010 und „Frisch o’zapft“ im Jahr 2013.

BR-Aufnahmeleiter Reinhard Kiendl und die Tontechniker Carsten Vollmer und Thomas Götz verlangten den Tanngrindlern bei den Aufnahmen einiges ab. „Es war ganz schön anstrengend – schließlich sind wir ja keine Profimusiker“, erinnert sich Musiker Hans Hierl.

„Kultur in alten Mauern“ vor Ort

Die Hemauer Bergkirchweih war laut den Ortsheimatpflegern eine beliebte Traditionsveranstaltung. Alljährlich Mitte August sperrte der „Schorten-Wirt“ seinen Biergarten auf und die Hemauer feierten bei sommerlichen Temperaturen Kirchweih. Dabei wurde auch ein Kirtabaum aufgestellt. Die Tradition soll nun fortgeführt werden.

Bereits im Jahr 2009 hatte der Landkreis Regensburg die Veranstaltungsreihe „Kultur in alten Mauern“ zum ersten Mal durchgeführt. Die lebendige Vielfalt der regionalen Kulturszene sollte abgebildet und Einheimischen wie Gästen nahegebracht werden. Auch heute präsentieren sich unter diesem Motto wieder zahlreiche Kulturveranstalter aus dem ganzen Landkreis mit jeweils einer besonderen Veranstaltung an einem historischen Ort. Diesmal sind sogar über 40 solcher „Visitenkarten“ in der gleichnamigen, knapp 100 Seiten dicken Broschüre vereinigt. Kostenlose Exemplare und Auskünfte erhält man beim Kulturreferat des Landkreises Regensburg, Telefon: (09 41) 40 09-335, oder E-Mail: kulturreferat@landratsamt-regensburg.de.

Bei der Hemauer Bergkirchweih ist bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Die Kirchweih-Festküche von Anton Graf bietet einen besonderen Mittagstisch an. Neben vielen bayerischen Schmankerln gibt es selbstverständlich auch eine „Kirchweih-Gans“.

Der Schlusspunkt der Brauchtumsveranstaltung wird ab 19 Uhr unter dem Motto „Blasmusik zum Kirtaausklang“ gesetzt. Sowohl die Tanngrindler wie auch die Hemauer Stadtkapelle spielen abwechselnd für die Besucher fröhlich und beschwingt auf. So können die Besucher der bayerischen Lebensart nach Herzenslust frönen.

Weitere Informationen zu „Kultur in alten Mauern“ gibt es auf dem Kulturportal des Landkreises Regensburg unter www.landkreis-regensburg.de

Mehrfach preisgekrönt

  • Volksmusik:

    Seit dem Jahr 1970 stehen die mehrfach preisgekrönten Tanngrindler für ursprüngliche Tanzbodenmusik. Dr. German Roßkopf gründete aus einer Theatermusik des Hemauer Trachtenvereins die Kapelle. Damals wurden mit Trompete, Klarinette, Akkordeon und Bariton noch die Lieder der Oberkrainer gespielt.

  • Liedgut:

    Bald jedoch wurde die bodenständige Volksmusik, wie sie in den 50er-Jahren die Hemauer Stadtkapelle unter Josef Binner gespielt hatte, wiederentdeckt. Auch die Stimmhefte der Kapellen Binner, Dürre oder die Zwiefachen-Sammlung des Hemauer Lehrers Otto Rammelmeier waren Fundgruben für die Musikanten, die jedoch neu arrangiert werden mussten.

  • Besetzung:

    Vor 23 Jahren formierte sich die Gruppe zu der heutigen Besetzung: zwei Trompeten, zwei Klarinetten, zwei Basstrompeten, Tenorhorn und Tuba. Damit konnten die alten Klangvorstellungen ideal umgesetzt werden. Nach dem Tod von Dr. German Roßkopf übernahm Sohn Michael die Leitung und führte die Musiker bis 1992. Er hat auch diesmal einen Großteil zum Gelingen der neuen CD beigetragen. Die meisten Stücke stammen aus seiner Feder und wiederum andere hat er neu arrangiert. Seit 24 Jahren gibt nun sein Bruder Frieder Roßkopf den Ton bei den Tanngrindlern an.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht