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Ernährung

Regionale Hersteller gefragt

Direktvermarkter präsentierten in Hemau ihre Produkte. Das Interesse der Besucher war groß – der Appetit auch.
Von Bernhard Seiberl

Feinste Wurst- und Fleischwaren fanden ständig Abnehmer.  Foto: Bernhard Seiberl
Feinste Wurst- und Fleischwaren fanden ständig Abnehmer. Foto: Bernhard Seiberl

Hemau.Ein nicht zu erwartender Besucherandrang stellte sich bei der Präsentation und Verkostung der Eigenprodukte im Weismannstadel ein. Zwölf Landwirte aus dem Gemeindebereich gaben Kostproben und Informationen zu ihren Erzeugnisse an den Verbraucher weiter.

Die Produktpalette spannte sich von Imkereiprodukten bis hin zu Fleischwaren vom Weideochsen und vom schottischen Hochlandrind. Ein Renner sind mittlerweile Eier von freilaufenden Hühnern aus einem Mobilstall, natürlich mit dem Zertifikat, Bioland oder Naturland versehen, wie sie beispielsweise in Pittmannsdorf in einem Selbstbedienungsladen oder auch in Hemau aus einem Automaten zu haben sind. Milch von einer Tankstelle gibt es in Wollmannsdorf. Die Selbstbedienungseinrichtungen sind bei der Bezahlung auf die Ehrlichkeit der Kundschaft angewiesen. Bisher gab es keine Probleme, bestätigte Michael Weigert senior aus Pittmannsdorf.

Hochwertige Schweinefleischprodukte aus Thonlohe, Rindfleischkostproben vom Weideochsen aus Pförring und vom schottischen Hochlandrind aus Kochenthal luden die Besucher zum Probieren ein. Eine hohe Nachfrage gab es – nicht nur bei den jüngeren Gästen – nach Eis aus Arnest.

Landwirte liefern direkt an Gasthäuser

Der Ideenreichtum der Direktvermarkter bei der Produktion – zum Beispiel von Bio-Ölen, Likören, Säfte, Joghurt, Nudeln und Wachsprodukten – ist beachtlich. Einige Landwirte bieten ihre Produkte schon seit Jahren auch auf dem Wochenmarkt in Hemau erfolgreich an. Auch verschiedene Gasthäuser in der Region werden direkt von ihnen bedient. Die Ehrls aus Pförring liefern seit fünf Jahren ihr Rindfleisch an den Hahnwirt der Regensburger Dult. Ihr Name findet sich als Erzeuger auf der Speisekarte wieder.

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Die Organisatoren der Veranstaltung, zweiter Bürgermeister Herbert Tischhöfer mit den nominierten Kandidaten der CSU, waren von dem Besucheransturm sehr beeindruckt. „Diese Präsentation im kleinen Rahmen darf keine einmalige Veranstaltung sein“, betonte Bürgermeisterkandidat Tischhöfer.

Das war geboten

  • Teilnehmer:

    Zwölf Direktvermarkter aus dem Hemauer Gemeindebereich präsentierten ihre Produkte. Vom westlichsten Gemeindebereich Waltenhofen, bis zum östlichen aus Pittmannsdorf beteiligten sich die Landwirte.

  • Produkte:

    Alles was aus Honig, Ei, Milch, Bodenfrüchten und Fleisch produziert wird, war geboten. Die Erzeuger gaben bei Nachfragen fachliche Auskunft. (lbe)

In einer Diskussionsrunde mit Kreis- und Bezirksbäuerin Rita Blüml gaben Heidi Ziegaus, Maria Biedermann und Schafhalter Josef Rebitzer einen Einblick in die oft schwierigen Bedingungen in der Landwirtschaft. Rebitzer stellte die überbordende Bürokratie in Frage, die Biedermanns werden nach heutigem Stand wohl keine Nachfolger haben und die Ziegaus lassen ihrem Sohn auch noch einen anderen Beruf erlernen.

Direkter Kontakt zum Kunden

„Für die Direktvermarktung ist der Kundenkontakt, der auch Spaß macht, sehr wichtig“, sagt Heidi Ziegaus. Arbeit dürfe man nicht scheuen, gerade in den Stoßzeiten wie Weihnachten oder Kirchweih gehe es mit dem Geflügel hoch her, erzählte Maria Biedermann. Schäfer Rebitzer sagte: „Wir sind den Tieren gegenüber verpflichtet.“ Eine Arbeitszeit von acht bis 16 Uhr und danach ins Fitnessstudio, das sei nicht drin.

Rita Blüml sind die Problematiken als Kreis- und Bezirksbäuerin bekannt: „Dennoch lebt Bayern von den kleinen Betrieben. Für die Akzeptanz setzen wir uns in Schulprojekten und mit anderen Aktionen engagiert ein.“ Mit dem Schulfach Alltagskompetenz sei man auf dem richtigen Weg. Blüml ist sich sicher: „Landwirt ist der schönste Beruf, den es gibt.“

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