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Sie helfen im westlichen Landkreis

Zahlreiche Vereine wollen aktuell helfen. Wir stellen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem westlichen Landkreis vor.
Von Daniela Lang, Paul Neuhoff und Heiner Stöcker

Die Belegschaft des Wertstoffhofes in Beratzhausen hat sich zur Sicherheit verjüngt. Um die sonstigen Helfer hier nicht zu gefährden.
Die Belegschaft des Wertstoffhofes in Beratzhausen hat sich zur Sicherheit verjüngt. Um die sonstigen Helfer hier nicht zu gefährden.

Hemau.Die Corona-Krise hat im ganzen Landkreis eine Welle der Hilfsbereitschaft los getreten. Nachbarschaftshilfen sind im Schulterschluss mit der Freiwilligenagentur des Landkreises täglich im Einsatz (wir berichteten).

Auch zahlreiche Vereine und engagierte Helfer stampften in den vergangenen Wochen spontane Initiativen aus dem Boden.

Zum Beispiel im Bereich der Marktgemeinde Nittendorf: So haben sich junge Mitglieder der Pollenrieder Feuerwehr unter der Leitung von Mario Niebler und Daniel Beer zusammengesetzt und eine Bürgerhilfe-Initiative ins Leben gerufen.

Feuerwehr und Burschenverein packen in Nittendorf an

Auf einer eigenen Seite der Homepage der Wehr (feuerwehr.pollenried.de/buergerhilfe) sind für Personen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, ab sofort nicht nur Telefonnummer für einen Einkaufs- und Besorgungsdienst hinterlegt, sondern auch ständig aktualisierte, örtlich wichtige Informationen zum Thema veröffentlicht. Auch der Nittendorfer Burschenverein hat sich der Aktion angeschlossen. Am Wochenende haben die jungen Leute zusätzlich Handzettel zum Angebot an die Haushalte verteilt. Hilfe kann für den Bereich Pollenried von Montag bis Samstag jeweils von 10 bis 16 Uhr unter (0151) 20560666 oder (0159) 08133826 angefordert werden. Der Burschenverein steht täglich von 9 bis 17 Uhr unter (0163) 4382051, (0157) 35203765 oder (0177) 9095886 für den übrigen Marktbereich zur Verfügung. Wer möchte, kann seine Einkaufsliste oder sein Anliegen auch per E-Mail über wirhelfen@bv-nittendorf übermitteln.

Auch die Pfarreiengemeinschaft Nittendorf-Undorf-Etterzhausen ist aktiv geworden. Im aktuellen Pfarrbrief wird für Personen, die das Haus aufgrund der momentanen Lage nicht mehr verlassen können, Hilfe für Einkäufe angeboten. Unter der Telefonnummer (09407) 810657 organisiert Gemeindereferent Rudi Berzl die Hilfe. Es werden aber auch noch Helfer gesucht, die sich melden können. Pfarrvikar Father Donatus und Berzl bieten in der schwierigen Zeit aber auch gerne persönliche Gespräche an. Kontakte: Father Donatus (0152) 17089777 oder E-Mail: donius300@gmail.com; Rudi Berzl: (09407) 810657 oder sr.berzl@gmail.com. Im neuen Pfarrbrief appellieren beide aber auch an den Einzelnen, in der schwierigen Situation Nächstenliebe zu zeigen und etwa bei eigenen Einkäufen nur soviel zu nehmen, dass für die anderen auch noch was übrig bleibt.

Ehrenamt

Die Stunde der Nachbarschaftshilfen

In 28 Hilfskreisen engagieren sich Bürger im Landkreis Regensburg. Dennoch gibt es auf dieser Karte noch weiße Flecken.

Die schon seit Jahren bestehende und über das Rathaus organisierte Nachbarschaftshilfe im Markt Nittendorf steht nach wie vor für Einkäufe und Arztfahrten zur Verfügung. Hilfe kann unter (09404) 6420 (Rathaus) oder unter (0151) 10913600 bei Hiltrud Kirchdorfer angefordert werden.

Hilfe in der VG Laaber formiert sich

„In Krisenzeiten offenbart sich der wahre Charakter eines Menschen“, heißt es. Auf dem Land, so scheint es, rücken die Menschen durch die aktuelle Lage näher zusammen.

Der TSV Brunn unter Vorsitzendem Josef Sachsenhauser startete vergangene Woche als einer der ersten Vereine mit der Aktion Nachbarschaftshilfe. Die ehrenamtlichen Helfer wollten ursprünglich die Zwangspause auf dem Sportsektor nutzen, um etwas für die Gemeinde Brunn und deren Bürger zu tun. Das Angebot richtet sich an ältere, hilfsbedürftige und chronisch kranke Menschen. Wer nicht selbst für den Bedarf des täglichen Lebens einkaufen kann oder verschreibungspflichtige Medikamente aus der Apotheke braucht, kann sich an die Helfer wenden. Aber auch eine Ärztin zählt zu den Helfern, sie könnte bei Bedarf Hausbesuche organisieren. In Anspruch genommen wird die Hilfe per Telefon (09498) 904290 oder E-Mail an info.tsvbrunn@t-online.de. Die Lieferung erfolgt dann an die Haustüre - selbstverständlich mit dem empfohlenen Sicherheitsabstand.

Aktion Zusammenhalt

  • In eigener Sache:

    Eine Welle der Solidarität stemmt sich gegen die Corona-Krise. Viele Menschen organisieren sich, um zum Beispiel ihre unfreiwillig gewonnene Freizeit zu opfern, um Botengänge oder Einkäufe für Angehörige der Risikogruppen zu erledigen. Wenn Sie helfen wollen: Die Mittelbayerische Zeitung bringt Helfer und Bedürftige zusammen.

  • Kontakt:

    Die Mittelbayerische hilft im Zuge der hauseigenen Aktion „Zusammenhalt“. Das geht einerseits über die regionalen Facebook-Gruppen „Coronavirus in…“, die mittlerweile viele tausend Mitglieder haben. Oder Sie schreiben einfach eine E-Mail an zusammenhalt@mittelbayerische.de. Die MZ bietet Interessierten eine kostenlose Anzeige an und veröffentlicht die Anliegen von Hilfesuchenden und Angebote von Helfenden. Sie erreichen uns auch telefonisch unter Tel. (0800) 2 07 20 70.

Fast zeitgleich starteten die Verantwortlichen der DJK-SV Oberpfraundorf ihre Initiative. Über die WhatsApp-Gruppe des Sportvereins fanden sich sofort mehrere Helfer. Die meisten von Ihnen arbeiten im Home Office oder können auf Grund der aktuellen Lage temporär nicht in ihrem Beruf tätig sein. „Anfragen von Hilfesuchenden halten sich bisher in Grenzen“, gesteht Christian Bleyer von der DJK, „wir stehen aber erst am Anfang“. Einkaufsdienste, Apothekengänge und notfalls Fahrten zu Arztterminen werden angeboten. Gemeinsam mit der Kolpingfamilie Beratzhausen wurde ein Flugblatt entworfen, um das gesamte Gebiet der Großgemeinde abzudecken. Auch dort haben sich schnell, noch vor der Veröffentlichung im Mitteilungsblatt, zehn ehrenamtliche Helfer gefunden.

Menschlichkeit

Corona: Betroffene werden zu Helfern

Die Regensburger Tafel ist vom Zuspruch überwältigt. Die Rewag ist nachsichtig mit Kunden, das Jugendamt geht neue Wege.

Die erste Anfrage an die Kolpingfamilie ließ nicht lange auf sich warten: Die Mitarbeiter des Wertstoffhofes, die ebenfalls zur Risikogruppe zählen, mussten ihren Dienst einstellen. Müllentsorgung gehört zu den systemrelevanten Angeboten und wird aufrechterhalten. So wurden die Helfer in Beratzhausen kurzerhand angelernt und halten nun bis auf Weiteres den Betrieb des Wertstoffhofes am Laufen. Wer in Zukunft mithelfen möchte oder zur Risikogruppe gehört und Hilfe braucht, meldet sich bei folgenden Personen, die sich dann um die Vermittlung kümmern: Christian Bleyer (DJK-SV) (0160) 90634078; Josef Liedtke (Kolpingfamilie Beratzhausen) (0179) 4250816; Stephanie Spangler (Dorfgemeinschaft Rechberg e.V.) (0177) 6320040. Die Organisatoren betonen, dass die eigene Sicherheit der Helfer und die der Hilfesuchenden oberste Priorität hat. An alle anderen haben sie einen Wunsch: „Die Gesellschaft soll sich doch bitte an die Vorgaben der Staatsregierung halten“, appelliert Bleyer.

Schama e.V. hilft in Hemau

Auch in Hemau hat sich was getan: Der Verein Schama e.V. bietet in Hohenschambach seine Hilfe an. Einer Mitteilung der drei Vorstände zufolge wollen die Mitglieder gerade auf die besonders gefährdeten Personengruppen zugehen und ihre Versorgung mit dem Lebenswichtigsten - also Lebens- oder Arzneimittel - sicherstellen. „Wir wollen euch in dieser schwierigen Zeit mit euren Sorgen nicht alleine lassen. Wir wollen euch unterstützen!“ schreiben Gottfried Pollinger (Fon: 2999), Thomas Gabler (Fon: 9529500) und Matthias Meyer (Fon: 902124) in ihrem Aufruf. „Nach Möglichkeit organisieren wir Helfer, die Einkäufe und Besorgungen für euch erledigen.“ Aber auch an potenzielle Helfer richtet sich ihr Aufruf: „Wir brauchen für dieses Angebot der unkonventionellen Nachbarschaftshilfe in der Corona-Virus-Zeit natürlich auch freiwillige Helfer, die diese erwünschten Hilfestellungen erledigen.“ Interessierte können sich ebenso bei den Vorständen melden.

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