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Denkmalschutz

Weismannstadel vor dem Abriss bewahrt

Minister Ludwig Spaenle verleiht Andrea und Thomas Semmler die Bayerische Denkmalschutzmedaille. Die Sanierung beispielhaft.
Von Dietmar Krenz, MZ

Fast drei Jahre lang wurde der Weismannstadel in Hemau mustergültig saniert. Dafür gibt es jetzt die Denkmalschutzmedaille. /Krenz
Fast drei Jahre lang wurde der Weismannstadel in Hemau mustergültig saniert. Dafür gibt es jetzt die Denkmalschutzmedaille. /KrenzFotos: MZ-Archiv

Hemau.Am heutigen Freitag stehen im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München 30 Persönlichkeiten und Institutionen im Mittelpunkt, die sich besonders im Bereich des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege verdient gemacht haben. Unter den Geehrten, denen Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle die Bayerische Denkmalschutzmedaille verleihen wird, sind auch Andrea und Thomas Semmler aus Hemau. Sie haben den Weismannstadel vor dem Abriss bewahrt und aufwendig saniert.

Die Firma Holzbau Semmler hat sich bereits in der vierten Generation dem Zimmererhandwerk verschrieben. Das Unternehmen legt seit langem seinen Schwerpunkt auf die Sanierung und Instandsetzung historischer Gebäude und Denkmäler. Die Wertschätzung für alte Bauwerke ist den Semmlers in die Wiege gelegt.

Abriss in letzter Minute verhindert

So sieht es im Innenbereich des historischen Gebäudes aus.
So sieht es im Innenbereich des historischen Gebäudes aus.

Als im Jahr 2005 bekannt wurde, dass die beiden Stadel Weismann und Blauhorn in der Dietfurter-Straße, die von den Bewohnern am Tangrintel schon fast vergessen waren, abgerissen werden sollten, schrieb es sich der Kulturverein Hemau auf die Fahne, dass diese denkmalgeschützten Jurastadel erhalten bleiben sollen, um künftig als kultureller Veranstaltungsort zu dienen. Buchstäblich in letzter Minute wurde der Abriss verhindert. Nachdem der Kulturstadel bekannt geben musste, dass die Finanzierung der Instandsetzung gescheitert sei, kauften im Jahr 2010 Andrea und Thomas Semmler die beiden baufälligen Stadel. In mühevoller Kleinarbeit wurde der Weismannstadel von Ende 2011 bis 2013 instand gesetzt. 16 Quadratmeter Fichtenholz und zwei Quadratmeter Eichenholz wurden verbaut. Die Arbeiten gingen überwiegend nach historischem Vorbild mit Holznägeln, Verblattungen, Versätzen und Verzapfungen über die Bühne. Im Innenbereich wurde die tragende Konstruktion nach denkmalschützerischen Vorgaben instand gesetzt. Die komplette Dacheindeckung wurde wiederum mit Kalkplatten durchgeführt. Auf der Kalksteinplatte am Ostgiebel ist die Inschrift „Josef Weismann 1824“ noch gut erkennbar.

Und so machte der schon baufällige Jurastadel, der im Jahr 1824 einmal als landwirtschaftliches Gebäude errichtet worden war und viele Jahre als Pferdestallung gedient hatte, wieder auf sich aufmerksam. Inzwischen ist der Weismannstadel zu einem „echten Blickfang“ in Hemau geworden. Heute gilt dieses Bauwerk als historisches Gebäude der Oberpfälzer Baugeschichte und wird größtenteils für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Scheune mit Kalkplattendach

  • Titel:

    Der Weismannstadel in Hemau

  • Herausgeber:

    Dr. Thomas Feuerer

  • Schriftenreihe:

    Regensburger Beiträge zur Heimatforschung (Band 1)

  • Veröffentlichungsdatum:

    23. August 2013

  • Kurzbeschreibung:

    Bei dem im Jahre 1824 erbauten Weismannstadel in der Dietfurter Straße in Hemau handelt es sich um einen Jurastadel, also um eine Scheune mit Kalkplattendach. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts haben Gebäude mit einer solchen Dachdeckung das Altmühlgebiet und damit auch die südwestliche Oberpfalz geprägt. Heute gibt es jedoch nur noch wenige Beispiele dieser ländlichen Baukultur. Der Band informiert über die Geschichte und Bedeutung des Stadels und dokumentiert seine denkmalgerechte Instandsetzung.

  • Bestellung:

    Gedruckte Exemplare (Hardcover, 72 Seiten) können für 11,80 Euro (zzgl. Porto) beim Verlag Th. Feuerer bezogen werden.

„Mit dieser Auszeichnung haben wir nicht mehr gerechnet“, gesteht Andrea Semmler auf Nachfrage. Die Freude über die Ehrung sei aber groß in der Hemauer Firma. Zusammen mit Ehemann Thomas und Dr. Thomas Feuerer werden die Semmlers heute in die bayerische Landeshauptstadt fahren und die Bayerische Denkmalschutzmedaille in Empfang nehmen.

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