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Agrar

Weniger Kühe im Landkreis Regensburg

Der Absatzmarkt für Kälber brach im vergangenen Jahr ein. Die Oberpfalz steht bei der Rinderzucht aber an der Spitze Bayerns.
Von Alfons Beil

Die Rinderzucht ist ein schwieriges Geschäft geworden. Foto: Jens Büttner/dpa
Die Rinderzucht ist ein schwieriges Geschäft geworden. Foto: Jens Büttner/dpa

Hemau.Die Bezirkszuchtgenossenschaft der Rinderzüchter Regensburg (BZG) hat Bilanz für das abgelaufene Jahr gezogen. Die Kuhhaltung im Landkreis Regensburg ging auch 2019 zurück auf 12 701 Tiere und 343 Betreiber. Der Absatzmarkt der Kälber brach vollständig ein. Für Kälber wurden teils für drei Stück nur noch 50 Euro geboten.

Wie Vorsitzender Josef Schleicher erklärte, ist Regensburg der kleinste Verband in der Oberpfalz. Dieser habe hervorragende Betriebe in allen Sparten – von der Milchproduktion bis zur Vermarktung. Viele Betriebe würden für ihre hervorragenden Leistungen geehrt. Die Gesamt-Oberpfalz stehe beim Vergleich der Leistungen in der Rinderzucht an der Spitze Bayerns. Erschreckend sei allerdings der Rückgang bei der Vermarktung des Zuchtverbandes in Schwandorf um 903 Tiere. Der Export habe sich um mehr als die Hälfte halbiert. Bedingt sei dies durch Exportauflagen, die nicht erfüllt werden konnten. Die Preise für Kälber seien rapide nach unten gegangen. Der Preisverfall bei Rindfleisch sei wegen der Importe aus Irland entstanden. Man brauche sich nicht zu wundern, dass dabei Tierschutz und Tierwohl auf der Strecke bleiben, so der Vorsitzende. Mit Tierschauen wolle man der städtischen Bevölkerung die Tierzucht wieder näher bringen.

Weniger Bürokratie gefordert

Er ging darüber hinaus auf die Demo in Nürnberg, wo auch Teilnehmer des Verbandsgebietes dabei waren, näher ein. Die Teilnehmer wollten keinen Radau machen, sondern kämpfen um weniger Bürokratie, gegen die neue Düngeverordnung und anderen Anliegen. Bauern würden gleichgestellt mit Tierquälern: „Schuld ist immer die Landwirtschaft. Wir sollen die bäuerlichen Familienbetriebe lieber schützen gegen die vielen Vorschriften.“ Man brauche eine ehrliche Diskussion, so Josef Schleicher. Bei der Düngeverordnung und beim Nitrateintrag frage zum Beispiel niemand nach defekten Kanälen in den Gemeinden und Städten. Zum Abschluss sagte er: „Ohne die Bauern gibt es keine Zukunft.“

Regionale Züchter

  • Mitglieder:

    Die Bezirkszuchtgenossenschaft der Rinderzüchter Regensburg (BZG) hat derzeit 131 Mitglieder.

  • Oberpfalz:

    Dem Bezirksverband Oberpfalz der Rinderzüchter gehören insgesamt 2183 Mitglieder an. Diese gliedern sich so auf: 1692 ordentliche Mitglieder, 61 Aufzuchtbetriebe, 384 außerordentliche Mitglieder und 36 Doppelmitgliedschaften.

Zuchtleiter Dr. Thomas Nibler ging auf die aktuellen Zahlen im Landkreis Regensburg ein: So ist die Kuhhaltung auf 12 071 gesunken. Zum Vergleich: 1972 waren es noch 26 291. Ebenso gab es einen Rückgang bei den Betrieben – von 4213 auf 343. Bei der Milchleistung pro Tier gab es im Stalldurchschnitt mit 8390 Kilogramm einen geringen Rückgang. Bei Fett und Eiweiß gab es eine leichte Steigerung, so Dr. Nibler. Bei der Kälbervermarktung war der Absatz erheblich geringer als in den Vorjahren. Vom Landkreis Regensburg wurden bei der Auktion 96, für den Export 19 und ab Stall 81 Kälber abgesetzt.

Gutes Miteinander

Landrätin Tanja Schweiger sagte, man brauche ein gutes Miteinander. Sie dankte den Anwesenden für die Bereitschaft, weiterhin in der Landwirtschaft tätig zu sein und die Betriebe nicht aufzugeben.

Vorsitzender Josef Schleicher ehrte Bürgermeister Hans Pollinger und dankte ihm für seine stete Unterstützung. Bei vielen Problemen hab er geholfen und stets ein offenes Ohr gehabt. Bei den Neuwahlen der Beisitzer für die BZG Oberpfalz wurden Josef Schleicher (Oberreiselberg) und Martin Pilz (Oberwahrberg) bestätigt. Als Vertreter wurden Reinhard Gabler (Rufenried) und Christpoh Gassner (Holzheim) bestimmt.

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