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Finanzen

Kanalsanierung kostet viel Geld

Die Arbeiten sind der dickste Investitionsbrocken im Holzheimer Haushalt. Der Etat ist auf ein Rekordniveau angewachsen.
Von Ralf Strasser

Hier wurde die Kanalisation bereits saniert. Doch die eigentlichen Maßnahmen folgen noch. Zur Finanzierung greift die Gemeinde Holzheim auf die Rücklagen zurück. Foto: Ralf Strasser
Hier wurde die Kanalisation bereits saniert. Doch die eigentlichen Maßnahmen folgen noch. Zur Finanzierung greift die Gemeinde Holzheim auf die Rücklagen zurück. Foto: Ralf Strasser

Holzheim.Die Gemeinde hat ein Finanzpaket für das Jahr 2019 geschnürt, das 3,4 Millionen Euro umfasst. „Das ist eine Wiederholung zum letzten Haushalt und wieder ist es ein Rekordhaushalt geworden“, stellte Bürgermeister Andreas Beer in der Haushaltssitzung des Gemeinderates fest. Im Verwaltungshaushalt schließt man in Einnahmen und Ausgaben mit 1,72 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt mit 1,68 Millionen Euro.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 625 000 Euro. Damit habe man genügend Spielraum für Investitionen und für die Pflichtaufgaben der Gemeinde, so Beer, der auch mit einer guten konjunkturellen Lage im Rücken einen starken Haushalt aufstellen kann. „Die Gemeinde hat sich sicher und breit aufgestellt und nicht nur die schwarze Null im Blick“, sagte Beer, der die Nachhaltigkeit betonte. Das Zahlenpaket sei einvernehmlich geschnürt worden. „Wir haben den Haushalt in den letzten Monaten im Gemeinderat intensiv und sehr konstruktiv beraten, das zahlt sich aus.“ Lediglich Detailfragen wurden gestellt.

213 000 Euro für DSL-Ausbau

Für die restliche Umgestaltung des Friedhofes stehen für 2019 15 000 Euro zur Verfügung. Bereits im letzten Jahr wurden erhebliche Mittel in die Neugestaltung gesteckt. Im Fokus standen Wegebau, Beleuchtung, Kanalanschluss, Brunnen und Kreuzgang. Foto: Ralf Strasser
Für die restliche Umgestaltung des Friedhofes stehen für 2019 15 000 Euro zur Verfügung. Bereits im letzten Jahr wurden erhebliche Mittel in die Neugestaltung gesteckt. Im Fokus standen Wegebau, Beleuchtung, Kanalanschluss, Brunnen und Kreuzgang. Foto: Ralf Strasser

„Aus den Pflichtaufgaben heraus haben wir die richtigen Schritte eingeleitet und viele Möglichkeiten abgebildet“, betonte der Bürgermeister. So stehen 213 000 Euro für den DSL-Ausbau zur Verfügung und die finale Restabwicklung des Anton-Feuerer-Platzes wird mit 250 000 Euro finanziert. Beim allgemeinen Grunderwerb fährt die Gemeinde einen kontinuierlichen Kurs und sieht dafür 320 000 Euro vor. Zudem habe man mit dem Kauf eines Multifunktionsarbeitsgerätes einen ergonomisch sicheren Arbeitsplatz für den Bauhof geschaffen.

Auf der Einnahmenseite zählen erneut die Zuwendungen aus dem Topf der Einkommensteuer in Höhe von 567 000 Euro zum größten Posten im Verwaltungshaushalt, gefolgt von der Schlüsselzuweisung mit 388 400 Euro. Die Grundsteuer A und B wird zusammen mit 83 000 Euro veranschlagt, die Gewerbesteuer stagniert bei 40 000 Euro.

 Als Investition in die Zukunft bezeichnet Bürgermeister Andreas Beer das neue Hako-Multifunktionsgerät, das die Gemeinde Holzheim in ihrem Bauhof stehen hat. Basis ist eine Kehrmaschine, die auch als Hochdruckreiniger und Sauger verwendet werden kann. Kosten: 115 000 Euro. Foto: Ralf Strasser
Als Investition in die Zukunft bezeichnet Bürgermeister Andreas Beer das neue Hako-Multifunktionsgerät, das die Gemeinde Holzheim in ihrem Bauhof stehen hat. Basis ist eine Kehrmaschine, die auch als Hochdruckreiniger und Sauger verwendet werden kann. Kosten: 115 000 Euro. Foto: Ralf Strasser

„Wir investieren im Rahmen der Leistungsgröße der Gemeinde, aber vor allem haben wir bislang Rücklagen geschaffen und in die Zukunft investiert“, stellte Beer fest. Begehrlichkeiten soll das aber nicht wecken. Denn es sei noch viel zu schultern. So wurden etwa für Kanalsanierungen 300 000 Euro in das Aufgabenheft geschrieben. „Zur Deckung der Fehlbeträge bei der Abwasserbeseitigung wird eine Entnahme aus der Sonderrücklage von 675 000 Euro veranschlagt,“ erläuterte der neue Kämmerer Bernhard Hübl.

Beim Schuldenstand wird moderat nach unten korrigiert. Lag er 2018 bei 355 000 Euro, so steht er voraussichtlich 2019 bei 334 000 Euro. „Wir senken die Pro-Kopf-Verschuldung konsequent, aber flach“, betonte Beer. Aktuell liegt sie nach 385 und 362 Euro in den Vorjahren bei 342 Euro.

Auf dem Weg gebracht wurde auch die Straßenbeleuchtungsanlage in der Hirschhofer Straße, die im Vorfeld zwar durch das Gremium des Gemeinderates abgelehnt, aber letztendlich durch ein Bürgerbegehren ermöglicht wurde. 18 500 Euro stehen im Haushalt. Foto: Ralf Strasser
Auf dem Weg gebracht wurde auch die Straßenbeleuchtungsanlage in der Hirschhofer Straße, die im Vorfeld zwar durch das Gremium des Gemeinderates abgelehnt, aber letztendlich durch ein Bürgerbegehren ermöglicht wurde. 18 500 Euro stehen im Haushalt. Foto: Ralf Strasser

Der Fokus liege aber auf Sicherheit und gesundem Wachstum. Es gehe darum, Rücklagen zu schaffen und dennoch Schulden abzubauen, beides mit Realitätssinn. Bei den Rücklagen habe man vorausschauend 1,3 Millionen Euro erwirtschaftet, die auf Mittelverwendung nach Leistungsgröße der Gemeinde basieren. Am Ende des Jahres stehen immerhin noch 624 000 auf der „hohen Kante“ in der Gemeindekasse. „Wir rechnen aber mit einem höheren Betrag“, sagte Beer.

Für Kanalsanierungen wurden Mittel in den Haushalt gesetzt und das geplante Kinderhaus könnte sich als Leuchtturmprojekt erweisen. Auch hier stehen optional Gelder für die Planungen im Haushalt 2019 und Mittel für die weiteren Realisierungskosten im Finanzplan. Den Tagesordnungspunkt „Errichtung eines Kinderhauses in Holzheim“ verlegte Bürgermeister Beer nach der Vorstellung der Entwurfsplanung durch den Architekten Georg Kartini aus Regenstauf allerdings in die nichtöffentliche Sitzung.

Bedarf spricht für Kinderhaus

Die Restabwicklung, auch für bereits erbrachte Leistungen, schlägt mit 250 000 Euro zu Buche. Realisiert wird noch ein Mehrzweckpavillon mit Infopoint. Ausgeben werden für diese Maßnahme 32 000 Euro, allerdings noch ohne Infotafel. Foto: Ralf Strasser
Die Restabwicklung, auch für bereits erbrachte Leistungen, schlägt mit 250 000 Euro zu Buche. Realisiert wird noch ein Mehrzweckpavillon mit Infopoint. Ausgeben werden für diese Maßnahme 32 000 Euro, allerdings noch ohne Infotafel. Foto: Ralf Strasser

„Ein eigenes Kinderheim ist dem Bedarf geschuldet“, stellte er aber zuvor fest. Die Einladung des Planers sei ein Sicherheitsanker, um keine Zeit zu verlieren, erläuterte der Bürgermeister. So habe es durchaus Vorteile, die Betreuungseinrichtung in der Gemeinde zu realisieren, immerhin wachse die Gemeinde durch neue Wohnbebauung. Zudem könnten Kosten für den Kindergartenbus gespart werden.

Mittlerweile habe die Marktgemeinde Kallmünz die Erweiterung des gemeinsamen Kinderhauses beschlossen und sich damit gegen die Pläne der Kinder- und Altenheimstiftung entschieden, die vorschlug, einen Neubau eines Kinderhauses auf der Fläche der Stiftung auf dem Spindlberg für die Kommunen zu errichten.

Beer berichtete in diesem Zusammenhang von der Bürgermeisterdienstbesprechung, in der die Schaffung von 42 Kindergarten- und Kinderkrippengruppen im Landkreis die Rede gewesen sei. Hier sei man richtig im Trend, meint er. Das Personal werde allerdings ein Thema. Dem wolle der Landkreis mit einer eigenen Akademie begegnen, auch für Kräfte auf den zweiten Bildungsweg.

Vollzug konnte Bürgermeister Beer bei den ersten Arbeiten im neuen Baugebiet „Grubstraße“ melden. Noch vor Ostern sollen Erschließungsstraßen mit einer Teerfläche fertiggestellt werden.“

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