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Straßenbau

Wegfall von „Strabs“ belastet Holzheim

Die Gemeinde sieht mit der Beitragssatzung ein wichtiges Instrument schwinden. Manche Sanierung sei nicht mehr finanzierbar.
Von Ralf Strasser

Schadstellen werden in Holzheim ausgebessert. Künftig wird man noch mehr auf die Kosten schauen müssen, meint Bürgermeister Beer.  Foto: msr
Schadstellen werden in Holzheim ausgebessert. Künftig wird man noch mehr auf die Kosten schauen müssen, meint Bürgermeister Beer. Foto: msr

Holzheim.Die Straße zum Sportgelände am Hirschhof wird nicht beleuchtet. In der Vorberatung des Gemeinderates zum Haushaltspaket für das Jahr 2018 entschied sich das Gremium nach Diskussion mit sechs zu vier Stimmen gegen eine Straßenbeleuchtungsanlage.

Nachdem das Thema bereits im Vorfeld für Gesprächsstoff sorgte, holte die Verwaltung Angebote für sechs Leuchten ein. Mit 17 000 Euro hätte der Haushalt belastet werden müssen. „Viel Geld“, meinte Hubert Lautenschlager, der befürchtet damit weitere Begehrlichkeiten zu wecken. „Wir machen da ein Fass auf.“

Martin Maier dagegen sah sehr wohl einen „erhöhten“ Personenverkehr zur Sportanlage. „Auch wenn dort innerorts keine Wohnbebauung ist, sollten wir es schon wegen der Verkehrssicherheit in Erwägung ziehen.“ Während Pius Gratzl dem beipflichtete und von „stark frequentiert“ sprach, hinterfragte etwa Michael Dobler den Kosten-Nutzen-Faktor. Letztendlich entschied man sich dagegen, ein entsprechender Auftrag wird nicht vergeben.

Nur bedingt wird die Gemeinde im Haushalt 2018 auf die Wünsche des Sportvereins eingehen. Ein neuer Rasenmäher muss für die Sportflächen eingeplant werden, der nach Angebotsabgabe bis zu 17 000 Euro kosten soll. Der Gemeinderat entschied sich nach längerer Diskussion, einen Ansatz von 10 000 Euro in das noch zu beschließende Zahlenpaket zu stellen. 

Weitere Ansätze wurden nicht mehr beraten und beschlossen. Die Haushaltszahlen sollen in der nächsten Sitzung am Dienstag, 15. Mai, dem Gremium und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Der Planer hat gewechselt

In die Wege geleitet wird dagegen die Bebauung des Areals „Am Kirchfeld“. Auf dem 1,3 Hektar großen Plangebiet am südlichen Ortsrand sollen mit einer durchgehenden Erschließungsstraße 14 Einzelhäuser entstehen. „Der Bebauungsplan wurde gründlich mit den Vorhabensträger und Planer im Gemeinderat vorberaten“, erklärte Bürgermeister Andreas Beer. Der Umgriff habe sich aber geändert. Deshalb sei formal die Einstellung des bisherigen Bauleitverfahrens notwendig, so Beer, der die Neuaufstellung zudem mit dem Wechsel des Planers begründete. Der Bebauungsplan wurde mit allen Änderungen nach dem beschleunigten Bauleitverfahren auf den Weg gebracht. Mit eingearbeitet wurden zusätzliche Parkmöglichkeiten und wasserrechtliche Vorgaben. „Unabhängig davon wird auf eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung nicht verzichtet.“

Beer: Schlechte Entscheidung

Die mögliche Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) wirft ihre Schatten voraus. Die Satzung soll nach einem Beschluss der CSU-Fraktion im Landtag abgeschafft werden, Haus- und Grundeigentümer würden so entlastet. „Für Kommunen wie die unsere ist das eine sehr schlechte Entscheidung“, monierte Bürgermeister Beer. Als Beispiel zog er aktuelle Straßensanierungsmaßnahmen heran, die unter anderem die Ludwig Hirschbergsiedlung, Irnhüll und Schadstoffstellen in Holzheim betreffen. „In Summe haben wir dafür knapp 70 000 Euro ausgegeben“, erläuterte Beer. Bei der Deckensanierung wurde der Unterboden verdichtet und neu eingezogen. Zudem wurde mit Bitumennetzen gearbeitet. „Der Gemeinderat hat beschlossen das in Eigenregie zu machen und so haben wir Ingenieurleistungen gespart,“ betonte Beer. Inkludiert ist auch die Stockbahn für den Seniorensport, die komplett asphaltiert wird, mit einer kräftigen Eigenleistung der Stockschützen. „Künftig werden wir da öfters nein sagen müssen, vieles kann sich unsere Gemeinde nicht mehr leisten, wenn vernünftige Sanierungsmaßnahmen anstehen. Das Werkzeug Strabs wurde uns dafür genommen.“ 

Die Anregung, dass öffentliche Bäume an privaten Grundstücken, stärker beschnitten werden sollen, lehnte der Gemeinderat ab, er verpflichtete sich jedoch bei künftigen Pflanzungen, etwa in Neubaugebieten, nur schlanke Bäume mit gutem Schneidezugriff zu pflanzen.

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