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Marktrat

Kallmünz mit Rekord-Etat

Bürgermeister Ulrich Brey übt Kritik am Landkreis, der „auf seinem Geld sitzt“. Die schwächeren Gemeinden bräuchten Hilfen.
Von Stephan Neu

  • Die Erhaltung des Kallmünzer Wahrzeichens kostet die Marktgemeinde viel Geld. Foto: Stephan Neu

Kallmünz.Zusatzaufgaben wie sie andere Kommunen nicht haben, müssen vom Markt geleistet werden. Im Gegenzug sollen die Bewohner unter den finanziellen Engpässen nicht leiden – herausgekommen ist ein Rekordhaushalt mit 9 107 600 Euro mit vielen Investitionen in die Zukunft der Bewohner.

Die letzte Marktratssitzung hatte es in sich. Das Haushaltsjahr 2019 wurde kontrovers diskutiert, Zugeständnisse gemacht. Am Ende bedankte sich Bürgermeister Ulrich Brey bei seinem Gremium für die Weitsicht trotz der angespannten Finanzlage viele Investitionen zu tätigen, die den Bürgern zu gute kommen. Mit zwei Flüssen und dem daraus resultierenden Hochwassern, immer wieder Steinschläge vom Burgberg, die teure Felssicherungsmaßnahmen erfordern, Brandschutzaufgaben mit acht Feuerwehren und eine eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeit aufgrund der topographischen Lage geiseln den Markt erheblich.

Hohe Kosten durch Sanierung

Während man 2012 noch mit 4 537 100 Euro abschloss, hat sich der Haushalt jetzt verdoppelt. Ein weiterer Rekord, die Zuführung zum Vermögenshaushalt mit 610  200 Euro. Ganz wichtig ist für Brey, ein kontinuierlicher Abbau der Schulden mit Tilgungsleistungen von knapp 230 000 Euro. Aktuell hat er Markt 3,9 Millionen Euro Schulden, beim Schulverband steht man mit 1,1 Millionen Euro und bei der VG mit 0,5 Millionen Euro in der Kreide. Während die Schlüsselzuweisungen mit 29 000 Euro rückläufig sind, erhöht sich die Kreisumlage um 145 000 Euro auf 1 120 000 Euro. Das ist der höchste Betrag, den Kallmünz jemals bezahlen musste. Brey kritisierte die Vorgehensweise im Kreistag, wo man 18 Millionen Euro bunkert, anstelle die finanzschwachen Gemeinden finanziell zu entlasten.

Hohe Kosten kommen bei der Sanierung der Brücken auf den Markt zu. Während aktuell für die Sanierung der Widerlager der Vilsbrücke die Ingenieurleistungen vergeben werden sollen, ist man bei der Naabbrücke schon weiter. Gerade läuft die Untersuchung des Zustandes des neuen Brückenteils aus dem Jahre 1946, das 1974 bis 1976 in Stand gesetzt wurde. Hier steht neben der Sanierung ein Neubau im Raum. Der Brückenteil, der um 1550 erbaut wurde, ist in gutem Zustand. Weitere Eckdaten sind die Ertüchtigung der Kläranlage mit 450.000 Euro. Hier war Brey besonders stolz, dass keine Sondergebühren von seinen Bürgern verlangt werden. Die Kanalgebühren sind mit 1,51 Euro pro Kubikmeter ebenfalls relativ günstig, so sein Fazit. Hier stehe jedoch eine Neukalkulation der Abwasserbeseitigung an.

Ein dickes Lob bekam Bernhard Hübl Junior aus dem Marktrat, der das 174 Seiten starke Zahlenwerk zum ersten Mal mit viel Akribie aufgestellt hat. Die Neugestaltung des multifunktionalen Platzes im Ortsteil Krachenhausen geht weiter voran. Der Marktrat vergab die Leistungen für den Landschaftsbau. Das wirtschaftlichste Angebot hat die Firma Kold aus Nittendorf mit einer Bruttoangebotssumme von 117 561 Euro abgegeben, was rund 4 500 Euro unter der Kostenschätzung liegt.

Geschäftszeiten geändert

Die Öffnungszeiten der Verwaltungsgemeinschaft Kallmünz ändern sich zum ersten Juli. Zukünftig lauten die Geschäftszeiten Mo, Di, Do, Fr von 8 Uhr bis 12 Uhr, außerdem am Di von 13.30 Uhr bis 17 Uhr und am Do von 13.30 Uhr bis 18 Uhr. Neu, mittwochs bleibt geschlossen. Kallmünz hat mit seinem Spielplatz in Dinau bei der Wahl zum schönsten Spielplatz im Landkreis Regensburg teilgenommen. Man hat den Sprung in die Runde der letzten drei Spielplätze nicht geschafft. Inzwischen ist der Abschlussbericht zur Felssturzgefährdung im Bereich Eicherberg eingegangen. Die laufenden Messungen werden hiermit eingestellt, da sich keine beurteilungsrelevanten Bewegungen ergeben haben.

Beim „Mobilitätskonzept für den Radverkehr“ im Landkreis wurden die Bereiche Kallmünz-Eich und Kallmünz–Krachenhausen ins Spiel gebracht, um hier mehr Sicherheit für die Radfahrer zu bekommen. Hinsichtlich der Gewährleistungsabnahme des Kanalbaus im Ortsteil Fischbach wurde der Auftrag für die Kanalreinigung und Kanalinspektion an die Firma Hammerer Kanalservice mit einer Bruttoauftragssumme von 10.589 Euro vergeben.

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